Zwei Beispiele aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting

Verloren, verweht, illegal entsorgt: Rama dama und die Müll-Fundstücke

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Archivaufnahme vom "Rama dama" in Mühldorf am Inn 2017
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Teising/Mühldorf - Verloren, verweht, illegal entsorgt: Derzeit sind landauf, landab wieder "Rama dama"-Aktivisten unterwegs, um die Region wieder schöner zu machen und vom Unrat zu befreien. Hier sind zwei Beispiele vom Wochenende aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf.

Mit dem Einzug des Frühlings verspüren wir gemeinhin das Bedürfnis zu putzen. Dieser nämliche Frühjahrsputz fällt bei jedem natürlich unterschiedlich aus. Es gibt sogar Menschen, die machen auch den eigenen Körper „sauber“, von innen her. Das nennt man dann wohl Fastenzeit. Es gibt aber auch Menschen, die von innen nach außen noch einen Schritt weiter gehen beim Frühjahrsputz und den Müll anderer aus dem öffentlichen Raum sammeln. Das nennt sich dann landläufig „Rama dama“.

„Rama Dama"

Was heute bedeutet, dass sich Menschen zusammenfinden, um ihre Umgebung ein Stück schöner zu machen, geht auf den einstigen Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer (SPD) zurück. Klar: Das war eine andere Zeit damals in den Nachkriegsjahren. Der Kern von „Rama dama“, also „Auf geht’s, packen wir es an!“, ist geblieben. So sind in diesen Tagen und Wochen auch in der Region wieder viele „Putzkolonnen“ in den Städten und Gemeinden unterwegs. Was sie so an Hinterlassenschaften ihrer Mitmenschen so finden? Sagen wir es so: von verloren über „das hat der Wind verweht“ bis hin zu illegaler Müllentsorgung.

Motorradhelm, Personalausweis, rostige Schachtabdeckungen

Am Samstagmorgen beim Bauhof in Teising: Rund 35 fleißige und vor allem freiwillige Helferinnen und Helfer von klein bis groß machen sich auf, um ihren Ort vom Unrat zu befreien. Genauer gesagt ging es in den Teisinger Forst und auf den Radlweg an der alten B12. In drei Teams machen sie sich auf den Weg.

Es ist schon erschreckend, dass immer noch Leute ihren Müll im Wald und teilweise bei günstiger Wohnlage über den Gartenzaun in die Böschung entsorgen“, heißt es rückblickend von den Organisatoren vom Ortsverband der CSU. „Vom Liegestuhl über diverse Kleidungsstücke bis hin zum Bauschutt: All dies wurde illegal in unserer schönen Landschaft entsorgt.

Stefan Maier und Christian Bachmaier hatten diese „RamaDama“-Aktion organisiert. Am Ende war es wohl für alle ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben und mehr als das. Mit der altersübergreifenden Aktion Kinder und Jugendliche für das Thema Müllsünden in der Natur sensibilisiert.

"Rama dama" am Samstag in Teising: Die fleißigen ehrenamtlichen Helfer und ihre "Fundstücke"

Gesucht und gefunden

Bei all dem Ärger über die Achtlosigkeit mancher Mitmenschen gab es in Teising eine echte Rückführung, denn es wurde ein Ball gefunden, der einem der Teilnehmenden sehr bekannt vorkam. Das war der Ball seines Hundes, den er erfreut wieder mit nach Hause nahm. Nach der abschließenden Besprechung gab es für alle eine kleine Brotzeit. Diese Aktion wurde gesponsert von Georg Auer, Jürgen Kiesenbauer, Stefan Maier und der Gemeinde Teising, die ein Gemeindefahrzeug zur Verfügung stellte, sowie die fachgerechte Entsorgung des Mülls übernimmt.

20 Säcke Müll – Der Stadtwall ist wieder sauber

„Anpacken und aufräumen“: Das war am Samstag auch das Motto der „Rama dama“-Aktion von „Wir gemeinsam – Nachbarschaftshilfe Altötting-Mühldorf“ und den Naturfreunden Mühldorf. Dort ging es um das Gelände am Stadtwall. „Nun strahlt unsere Grünanlage wieder voller Schönheit... wenigstens ein Weilchen.

So sah das vor zwei Jahren aus:

So eine Sauerei: 200 Kilo Müll in nur zwei Stunden

rw

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