Milchbauern bündeln Kräfte

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Milchpräsident Günther Felßner.

Teising - Die Milchquote fällt 2015 und damit die politisch gesteuerte Milchmarktmenge - die Milcherzeugergemeinschaft setzt daher auf eine stärkere Bündelung bäuerlicher Kräfte.

Die Milchquote fällt 2015 und damit die politisch gesteuerte Milchmarktmenge - die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Altötting-Mühldorf setzt als Grundlage für kommende Auseinandersetzungen um Marktanteile auf eine stärkere Bündelung bäuerlicher Kräfte in der MEG als auch gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV). Das wurde bei einer Veranstaltung zu 40 Jahren MEG am Montag im Reiterhof deutlich.

Sowohl MEG-Chef Jakob Hölzl als auch Festredner Günther Felßner, Milchpräsident und stvellvertretender BBV-Vorsitzender, betonten einen gemeinsamen Willen zur Zusammenarbeit, um die Lage der Milchbauern am Markt zu verbessern.

Felßner sieht zwar vom Staat gesetzte Preis-Leitplanken für die Zeit nach der Quote. Wichtig blieben weiter innovative Produkte, ein "gesunder" Wettbewerb zwischen Molkereien und das Erschließen neuer Märkte. Wichtig ist für Felßner eine verbesserte Kennzeichung auf Fertigprodukten. Verbraucher müssten erkennen können, ob in der Ware tatsächlich Käse oder ein Analog-Produkt eingesetzt werde.

Der Milchpräsident wies im voll besetzten Reitersaal auf aktuelle Gegebenheiten hin: Die europäische Staatsschuldenkrise führe zum Nachfragerückgang, eine Milchmengensteigerung über zwei Prozent sei "nicht förderlich", den Wettkampf zwischen Molkereien und das Verhältnis des Euro zum New-Zealand-Dollar, der zum Import von 30.000 Tonnen Butter geführt habe.

Landwirte sollten sich auf eine steigende Nachfrage aufgrund einer rasant wachsenden Weltbevölkerung einstellen, vor allem aus bisherigen Schwellenländern. Dem gegenüber stünden eine schwindende Anbaufläche und der Verbrauch der Ernte für regenerative Energien.

Für Felßner ein Aspekt des Klimawandels: In den USA gebe es vermehrt Schlachtungen von Milchvieh aufgrund der Futterknappheit durch Dürreperioden.

MEG-Chef Jakob Hölzl erinnerte an den Weidinger Milchkrieg und als unmittelbare Folge an die Gründung der MEG vor 40 Jahren in eben diesem Reiterhof. Mit 472 Mitgliedern war die MEG gestartet. Die meisten Mitglieder hatte die Genossenschaft im Jahr 1983: 3740 Bauern kämpften damals gemeinsam für einen guten Milchpreis. 17 Jahre später waren es nur mehr 2012 Mitglieder. Heute sind es noch 1507, die im vergangenen Jahr 244,8 Millionen Kilogramm Milch verkauften.

Auf Gründungsvorstand Alois Zieglgänsberger folgte Johann Mitterer - Jakob Hölzl ist in 40 Jahren erst der dritte MEG Vorsitzende. Seine Forderung heute: "Gebündelter werden!" Dies schließt für Hölzl die Zusammenarbeit mit dem BBV ein. Die aktuelle Steigerung des Literpreises bezifferte Hölzl mit einen Cent auf 31,2 Cent.

Grußworte sprachen Milchprinzessin Anna Weidinger und stellvertretende Landrätin Eva Köhr, die zum Aufrütteln der Verbraucher aufrief. Schließlich seien billige Lebensmittel nicht die besten Lebensmittel.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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