Winter nagt an Streusalzvorräten

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Landkreis - Obwohl es erst Dezember ist, wird das Streusalz in vielen Städten und Gemeinden knapp. In den Landkreisen Altötting und Mühldorf ist die Situation geteilt.

Noch reicht das Salz: Das ist das Fazit einer Umfrage unter den Städten und beim Landkreis Mühldorf. Da die Hersteller aber Lieferschwierigkeiten haben, wird der Streudienst an manchen Orten bereits reduziert. In Waldkraiburg haben die Stadtwerke von 400 Tonnen Salz bereits 260 Tonnen verstreut. „Das ist außergewöhnlich viel für den Anfang des Winters“, weiß Betriebsleiter Wolfgang Weinbauer. „Bis Jahresende kommen wir auf jeden Fall aus.“ Neue Lieferungen kämen allerdings nur sehr zögerlich. Die Stadtwerke streuen derzeit nur auf Hauptstraßen, Nebenstraßen werden geräumt und mit Splitt versorgt.

Wie schwierig die Planung für alle Beteiligten ist, zeigen Zahlen aus Mühldorf. Im schneereichen Winter 2005/2006 brauchte die Stadt nach Angaben von Sprecherin Astrid Reber 900 Tonnen Salz. Zwei Jahre später waren es gerade mal 75. Heuer, berichtet Reber, hat die Stadt bereits 200 Tonnen Salz verstreut, 250 liegen noch im Depot. Sie bestätigt die Beobachtungen der anderen Kommunen: „Die Hersteller nehmen derzeit offensichtlich keine Bestellungen mehr entgegen.“ Grund ist nach Einschätzung der Mühldorfer, dass sich der Winter heuer gleichzeitig ganz Deutschland erwischt hat und nicht nur einzelne Regionen betroffen sind.

Die elf Winterdienstfahrzeuge des Landkreises Mühldorf sind seit 19. November im Einsatz, haben dabei 30 000 Kilometer zurückgelegt und 900 Tonne Salz verstreut. Übrig bleiben dem Landkreis nach Angaben von Sprecherin Julia Hausmann noch 1200 Tonnen. „Betrachtet man die Durchschnittswerte, so liegt der Landkreis noch im Plan“, sagt Hausmann. Dank der Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt in Rosenheim könne man jederzeit Salz beziehen. Auch dort herrscht Gelassenheit. Richard Baumann betont, dass alle Staats- und Bundesstraßen ohne Probleme gestreut werden.

Der Bauhof der Stadt Neumarkt-St. Veit hat ebenfalls keine Engpässe zu beklagen. Bis etwa Mitte, Ende Januar reichen die Salzvorräte. Nachdem vorigen Winter die Hersteller nur verspätet liefern konnten, hat die Stadt dieses Jahr 100 Tonnen mehr Salz als sonst eingelagert. Um eventuelle Engpässe aufzufangen, wollte die Stadt frühzeitig für Nachschub sorgen. Doch diese Rechnung ging nicht auf. „Es gibt bereits Lieferschwierigkeiten. Um zu verhindern, dass uns das Salz ausgeht, müssen wir besser haushalten“, erklärt Bauhofleiter Markus Heindlmaier. Das heißt, dass nur noch an Gefahrenstellen und Steigungen Salz gestreut wird. Andere Streckenabschnitte nur geräumt.

"Ein bisschen kritisch" ist die Lage im Landkreis Altötting laut Werner Blindauer von der Straßenmeisterei in Neuötting, die für die Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis Altötting sowie für die A94 zuständig ist. "Das Salz geht noch nicht aus, aber die Lieferungen kommen nicht in den gewünschten Mengen." Momentan müsste der Winterdienst noch nicht eingeschränkt streuen.

Anders sieht es in der Stadt Altötting aus. "Wir haben die Streuintensität auf gefährliche Stellen und Gefällestrecken beschränkt", erklärt Richard Wiesinger vom Bauamt. Schon vor vier Wochen habe er Streusalz nachbestellt, aber "die Lieferungen lassen auf sich warten." Wiesinger vermutet eine Priorisierung der Lieferanten. "Ich glaube, es werden zuerst die Autobahnen, dann die Straßenmeistereien der Stadt und zuletzt die Kommunen beliefert." Je nach Witterung reicht das Streusalz in Altötting laut dem Fachmann noch ca. zwei Wochen lang.

"Es ist noch reichlich Salz vorhanden", sagt hingegen Albert Günthner, Leiter am städtischen Bauhof Burghausen. In der Burgstadt sei von Anfang an nur dossiert gestreut werden, "auch der Umwelt zuliebe". Die Streusalzlieferungen würden zwar verzögert ankommen, trotzdem hat Günthner keine Bedenken, dass es ausgehen könnte.

amu/hi/hon

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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