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Reanimation erfolglos

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Schreibt uns: Seid Ihr betroffen und habt Verbesserungen beantragt?

Straßenlärm-Sanierungen: Ministerium sieht auch Betroffene in der Pflicht

Plexiglas statt schallschluckendes Baumaterial: An den Brücken der A 94 soll eine erste Baumaßnahme jetzt den Lärmschutz verbessern. Für die vielfach kritisierten Lärmschutzwände, deren Höhe und Ausdehnung gibt es allerdings noch keine Lösung.
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Plexiglas statt schallschluckendes Baumaterial: An den Brücken der A94 soll eine erste Baumaßnahme jetzt den Lärmschutz verbessern. Für die vielfach kritisierten Lärmschutzwände, deren Höhe und Ausdehnung gibt es allerdings noch keine Lösung.

Immer wieder sind Forderungen nach verbessertem Lärmschutz, vor allem an den vielbefahrenen Autobahnen und Bundesstraßen der Region ein Thema. Doch dafür vorhandene Mittel werden bei weitem nicht im vollen Umfang genutzt. Das Bayerische Verkehrsministerium betont, hier seien auch Betroffene selbst in der Pflicht.

Landkreise Altötting/BGL/Mühldorf am Inn/Rosenheim/Traunstein - „Der Eigentümer muss selbst die bauliche Verbesserung veranlassen. Demnach hängt der Mittelabruf maßgeblich vom Tätigwerden der anspruchsberechtigen Eigentümer ab“, betont das Bayerische Verkehrsministerium in einer Stellungnahme. „Auf Antrag des Eigentümers wird die Kostenerstattung für passive Lärmschutzmaßnahmen an seinem lärmbetroffenen Gebäude geprüft. Eine solche kann gewährt werden, wenn die bundesgesetzlichen Auslösewerte für eine freiwillige Lärmsanierung überschritten werden. Im Fall der anerkannten Lärmsanierung werden dem Eigentümer 75 Prozent der notwendigen Aufwendungen für passive Lärmschutzmaßnahmen, dazu zählen Lärmschutzfenster, Lüfter, Dämmung von Rollladenkästen oder Wänden, nach den ‚Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes – VLärmSchR 97‘ erstattet.“

Seid Ihr von Lärm an Autobahnen oder Bundesstraßen betroffen?

Gerne würden wir auch eure Erfahrungen zu diesem Thema hören. Seid auch ihr von Lärm an Autobahnen oder Bundesstraßen in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rosenheim oder Traunstein betroffen und habt eine Lärmsanierung beantragt? Was waren eure Erfahrungen? Schreibt gerne an heinz.seutter@ovb24.de mit dem Betreff „Lärmsanierung“.

Straßenlärm und die Forderung nach Maßnahmen dagegen ist auch in unserer Region immer wieder ein Thema. Prominentestes Beispiel darunter ist zweifellos die anhaltende Lärmschutz-Debatte um den Neubau-Abschnitt der A94. In diesem Fall ist es sogar so, dass derzeit angedachte Verbesserungen, laut dem Verkehrsministerium, über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen würden. Das hieße, der Bund sei nicht dazu verpflichtet, sondern würde freiwillig zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Doch auch andernorts plagen Anwohner Probleme mit dem Lärmschutz an Bundesstraßen, so etwa in Laufen. Dort müssen wegen der hohen Verkehrsbelastung regelmäßig Ausbesserungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt durchgeführt werden. Denn zerstörte Straßeneinläufe führen bei den Anliegern, nach deren Aussagen, zu unzumutbaren Erschütterungen und Lärm. 

Straßenlärm-Sanierungen in der Region: Laut Ministerium noch Luft nach oben

Doch wird genug in Sachen Straßenlärmsanierungen getan? „Für die freiwilligen Lärmsanierungen an bestehenden Bundesfernstraßen stehen laut Bundesverkehrsministerium jährlich rund 65 Mio. Euro bereit“, bemerkt der Münchner Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Büchler in einer Kleinen Anfrage an die Staatsregierung. „Von den beispielsweise im Jahr 2019 hieraus abgerufenen Mitteln in Höhe von 30,1 Millionen Euro entfielen auf Bayern 2019 nur 2,5 Millionen. Der Jahresdurchschnitt von 2010 bis 2019 von etwa 8 Millionen Euro scheint das Angebot ebenfalls nicht auszuschöpfen.“ Im Wesentlichen antwortete das Ministerium darauf, der Abruf solcher Mittel hänge auch stark davon ab, dass Eigentümer Kostenzuschüsse für passive Lärmsanierungen beantragen.

Laut dem Verkehrsministerium stellen sich die Ausgaben aus Bundesmitteln für Lärmsanierungen in Bayern wie folgt dar:

Haushaltsjahr20162017201820192020
Autobahnen3.035.144,5112.271.654,663.462.191,75-618.497,331.828.158,37
Bundesstraßen6.726.758,382.730.837,841.989.083,632.266.029,854.797.287,86
Gesamtausgaben9.761.902,8915.452.492,505.451.275,381.647.532,526.625.446,23

„Bei den Ausgaben sind auch Einnahmen aus Kostenanteilen Dritter enthalten. Beispielsweise überwiegen im Jahr 2019 bei den Autobahnen die Einnahmen“, ergänzt das Ministerium dazu.

Die Priorisierung richte sich nach dem Grad der Überschreitung der Auslösegrenzwerte und der Anzahl der lärmbetroffenen Gebäude beziehungsweise Anwohner. „Zudem ist dem aktiven Lärmschutz durch lärmmindernde Fahrbahnbeläge oder Lärmschutzwände der Vorrang vor passivem Lärmschutz durch Schallschutzfenster und Lüftungsanlagen zu geben“, so das Ministerium in seiner Stellungnahme weiter. „Der Beurteilungspegel für Straßen wird bundesweit einheitlich nach den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen berechnet. Bis zum 1. März diesen Jahres erfolgte die Ermittlung nach den RLS-90, danach nach den RLS-19. Die Berechnung ermöglicht objektive Maßstäbe für den Lärmschutz und den Vergleich zwischen unterschiedlichen Fällen von Lärmbelastung. In der Berechnung werden unter anderem die örtliche Topographie, Verkehrsstärke und -zusammensetzung, Geschwindigkeit und Art der Straßenoberfläche berücksichtigt.“

An den 19 Staatlichen Bauämtern in Bayern stünden in den Jahren 2021 bis 2023 191 Lärmsanierungsprojekte an. Die beiden zuständigen Bauämter für unsere Region sind dabei jene in Rosenheim für die Kreise Rosenheim und Mühldorf am Inn, sowie Traunstein, zuständig für die Kreise Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein. „Bei den Sanierungsprojekten handelt es sich um Ortsdurchfahrten an Bundesstraßen mit zum Teil mehreren hundert Wohnanwesen.“ Angelehnt an die Ausgaben der vergangenen Jahre würde der Mittelbedarf für Lärmsanierung an Bundesstraßen in Bayern für die kommenden Haushaltsjahre auf jährlich rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. „Seit dem 1. Januar 2021 verwaltet die Autobahn GmbH des Bundes alle Bundesautobahnen. Für den Bereich der Bundesautobahnen kann die Staatsregierung nach dem 31. Dezember 2020 keine Aussagen machen.“

Einige Beispiele für anstehende Lärmsanierungen an Bundesstraßen in der Region:

StraßeOrtsdurchfahrtRealisierung
B299Schalchen2021
B305Marquartstein2021
B299Garching2022
B20Tittmoning2022
B20Bad Reichenhall2023

hs

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