MdB Mayer: Video aus Tunnel muss Unfall klären

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Am 1. März 2013 war der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer in einen Autounfall im Ampfinger Tunnel (A94) verwickelt
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Altötting – Knapp einen Monat ist es her, dass der Altöttinger Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer in einen Unfall auf der A94 verwickelt war. Uns gab Mayer jetzt ein Interview dazu.

Ausgerechnet die A94, sein politisches Lieblingsprojekt, wäre Stephan Mayer fast zum Verhängnis geworden. In den Abenstunden des 1. März 2013 war der 39-jährige Politiker im Tunnel bei Ampfing mit seinem 5er BMW auf den Pick-Up eines 20-Jährigen aus Mühldorf aufgefahren. Die Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. Der 20-Jährige und Mayer wurden verletzt, keiner zum Glück aber lebensbedrohlich.

Wir erreichen Stephan Mayer am Dienstagnachmittag auf dem Handy am Flughafen in Berlin.

Herr Mayer, Sie sind erst am Freitag aus der Reha entlassen worden. Sind Sie wieder völlig fit?

Nein, völlig fit bin ich nicht, aber arbeitsfähig. Ich habe durch die Prellungen immer noch Schmerzen in Brustbereich. Aber das ist nichts, was mich jetzt enorm bei der Arbeit behindert.

Wie schwer wurden Sie bei dem Unfall denn verletzt?

Ich habe eine mittelschwere Gehirnerschütterung erlitten und im Brustbereich durch den Gurtstraffer schwerwiegende Prellungen. Das ist enorm schmerzhaft und wurde in der Reha mit Bädern, Stromanwendungen und Massagen behandelt. Schlimmer als die körperlichen Verletzungen ist aber der psychische Schock. Das war mein ersten Unfall überhaupt. Da kommt man schon ins Grübeln, was alles hätte passieren können und zum Glück nicht passiert ist. Da ist man dann nur dankbar, dass der andere und ich soviel Glück im Unglück hatten. In der Reha hatte ich deshalb auch viele Gespräche mit einem Therapeuten.

Haben Sie Kontakt zu dem 20-jährigen Mühldorfer, der ebenfalls beim Unfall verletzt worden ist?

Ich habe ihn noch im Krankenhaus besucht und war erleichtert, dass auch er relativ glimpflich davon gekommen ist. Er ist ja, glaube ich, am selben Tag wie ich aus dem Krankenhaus entlassen worden. Während ich auf Reha war, hatte ich jetzt aber keinen Kontakt zu ihm.

An was erinnern Sie sich in Bezug auf den Unfall?

Ich weiß eigentlich kaum noch was. Ich war nach dem Zusammenstoß eine halbe Stunde ohne Bewusstsein. Es soll aber ein Überwachungsvideo aus dem Tunnel geben, auf dem der andere Wagen und ich zu sehen sind. Die Aufzeichnung soll den Zusammenstoß und meine Bremslichter zeigen. Selber habe ich es aber noch nicht gesehen. Ohne es gesehen zu haben, traue ich mir ehrlich gesagt nicht zu, etwas zum Hergang der Geschehnisse zu sagen.

Sie haben gesagt, Sie hatten unglaubliches Glück. Hat der Unfall Ihre Sicht aufs Leben verändert?

Ich denke, für mich hat nicht mehr alles die höchste Wichtigkeitstufe. Wenn man zwei Wochen komplett aus dem Alltag raus ist, so wie ich es während der Reha war, kommt man schon gut zum Überlegen. Man sorgt und stresst sich im Alltag ja viel um vermeintlich wichtige Dinge. Und plötzlich erkennt man, wie schnell einfach alles vorbei sein kann.

Nachdem bekannt wurde, dass Sie am Unfallabend von einem Starkbieranstich gekommen sind, gab es vor allem in Internet Spekulationen, ob Sie betrunken gewesen seien. Sie sind aber bekannt dafür, dass Sie bei beruflichen Terminen niemals Alkohol trinken. Wie sehr treffen Sie solche Anwürfe?

Ich habe in der Zeit nach dem Unfall und in der Reha keinerlei Medien verfolgt. Gott sei Dank. So habe ich diese Aussagen nicht gelesen und mich damit gedanklich auch nicht beschäftigt. Es wurde ja kurz nach dem Unfall sehr schnell klar gestellt, dass es im Krankenhaus eine Blutprobe gegeben hat und diese bestätigt hat, dass kein Alkohol im Spiel war.

Wo wollten Sie an diesem Abend eigentlich hin? Es heißt, Sie waren auf dem Weg nach München?

Ja, ich wollte privat in München übernachten und am nächsten Morgen zu einer CSU-Veranstaltung nach Erding.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt nun routinemäßig wegen fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr gegen Sie. Was tut sich hier?

Ich bin noch nicht vernommen worden. Es ist aber ganz im meinem Sinn, dass hier ermittelt und der Unfallhergang geklärt wird. Ich will nicht besser oder schlechter behandelt werden als jeder andere, der einen Unfall hatte. Ich bin ja nicht der erste, dem das passiert ist, und werde nicht der letzte sein. Meine Immunität als Parlamentsmitglied war hier eher eine Belastung als Hilfe.

Jetzt sind Sie gerade auf dem Sprung ins Flugzeug nach München. Was haben Sie heute noch vor?

Ich nehme am Abend an einer Veranstaltung in Alzgern zum Thema Breitbandversorgung teil. Der normale Abgeordneten-Alltag ist ganz gut, damit man nicht die ganze Zeit grübelt.

Und Sie fahren selbst mit dem Auto hin?

Ja, bei der verkehrstechnischen Anbindung unseres Flughafen an unsere Region bleiben ja wenig Alternativen.

Herr Mayer, guten Flug und herzlichen Dank für das Gespräch.

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