Braucht Simbach eine Autobahn?

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1. Bürgermeister von Simbach Günter Wöhl, Diskussionsleiter Herbert Suttner, Dr. Andreas Scheurer MdB, Reserl Sem MdL (von links).

Simbach am Inn - Bei einer Podiumsdiskussion im Simbacher Bürgerhaus prallten am Montag verhärtete Fronten aufeinander.

Dr. Andreas Scheuer MdB, Reserl Sem MdL und Günter Wöhl, 1. Bürgermeister von Simbach am Inn diskutierten heftig mit etwa 50 geladenen Gästen, allesamt Unternehmer aus dem Raum Simbach und Tann, über den Weiterbau der A 94. Günter Wöhl eröffnete den Abend mit der Feststellung, dass dieser Termin um vier Wochen zu spät stattfinde. Diese Aussage wurde von den weiteren Diskussionsteilnehmern zum Teil wortgewaltig wiederlegt. Wichtig sei nun, dass sich die Simbacher einig würden was sie genau wollen.

Podiumsdiskussion: Autobahn für Simbach?

Einen Ausbau der B12, eine Autobahn? Wenn Autobahn, auf welcher Trasse? Mit Tunnel oder extrem weiträumiger Umfahrung? Scheurer führte aus, dass es bereits eine unabänderliche Linienführung gebe, aber noch keine Bauweise festgelegt sei. Am Beispiel der B15 bei Ohu legte er dar, dass es zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht notwendig wäre, die genauen Details festzulegen. Wichtig wäre es, die Vordringlichkeit des Weiterbaus darzustellen und zu erreichen, dass diese auch im Raumordnungsverfahren festgelegt würden. Nur so könne man Baurecht erwirken, das Geld für den Bau werde man dann schon auftreiben. Reserl Sem bat mehrfach eindringlich darum, unpolitisch zusammen zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen, um endlich vorwärts zu kommen.

Immerhin beschäftigt die A94 die Gemüter schon seit mehreren Jahrzehnten. Mehrere Vertreter der Wirtschaft meldeten sich zu Wort und wiesen eindringlich auf Notwendigkeit einer Autobahn hin, auf das drohende Verkehrschaos, sobald die Strecken München – Marktl und Malching – Passau durchgehend befahrbar sind. Simbach sollte die Chance nutzen, mehr Kaufkraft in die Region zu bringen, Unternehmensansiedlungen zu ermöglichen und nicht nur an die entstehenden Belastungen denken. Bürgermeister Wöhl konnte sich zu dieser sehr deutlichen, einheitlichen Meinung jedoch nicht so ganz durchringen. Er verwies darauf, dass das derzeitige Verkehrsaufkommen keine Autobahn rechtfertigen würde, dafür wäre es zu gering. Einziger Grund für den Bau wäre der Lückenschluss. Die Stadt sei nicht gegen die Autobahn versicherte Günter Wöhl zum Schluss, aber gegen eine Trassenführung mit Belastungen.

Die Stadt werde sich aber an den Planungen beteiligen. Der Weg bis zur durchgehend befahrbaren A94 erscheint noch weit. Dr. Scheurer gab in seinem Schlusswort noch einmal der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Verantwortlich der Stadt Simbach zu einer klaren Linie durchringen können. Nur so kann der Bau der Autobahn erreicht werden – schließlich habe man es in Dorfen auch geschafft – nur sollte es nach Möglichkeit nicht ganz so lange dauern. Wie es nun genau weitergehen wird, blieb auch nach dieser, von den Gästen sehr emotional verfolgten Diskussion offen. Für Gesprächsstoff im Stadtrat ist auf jeden Fall gesorgt.

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