Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Trockenheit im Chiemgau und Altötting

Kaum Regen seit Januar: Die Auswirkung auf Forst- und Landwirtschaft in der Region

Ein Landwirt wirbelt Staub auf
+
Die Felder sind staubtrocken.

Seit Ende Januar hat es nicht mehr ergiebig geregnet. Während der Wind die Böden austrocknete, stieg auch die Waldbrandgefahr auf Stufe 4 von 5. Dass die extreme Wetterlage eine Folge des Klimawandels ist, scheint offensichtlich. Doch wie wird sich die aktuelle Dürre auf die Erträge in der Land- und Forstwirtschaft auswirken?

Traunstein, Altötting – „Dem Wald ist die Trockenheit noch egal, doch die Waldbrandgefahr war in den letzten Wochen sehr hoch“, sagt Dr. Martin Kennel. Er ist Bereichsleiter für Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, kurz AELF, in Tögin. Wenn die Sonne auf ausgetrocknetes Gras zwischen den Bäumen an Südhängen scheine, dann könne das schnell brenzlig werden, so Kennel. Ältere Bäume hätten mit der aktuellen Dürre nicht so stark zu kämpfen. Schwieriger sei es für die jungen Bäume, und die sollen in den nächsten Wochen wieder angepflanzt werden. Für junge Wurzeln ist nämlich die Trockenheit der Oberfläche des Bodens das Problem.

In den letzen zwei Monaten hat es sehr wenig geregnet.

Sechstwärmster Februar seit 1881

Während es in Bayern im Februar zu wenig Niederschlag gab, verzeichnet der Deutsche Wetterdienst für ganz Deutschland einen niederschlagsreichen Monat. Von winterhaften Temperaturen war kaum eine Spur: Den tiefsten Februarwert meldete Reit im Winkel am 14. Februar mit -13,7 °C. „Durch den Klimawandel kann sich die Verteilung von Niederschlägen in bestimmten Regionen verschieben“, so Emanuele Bevacqua vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Das Niederschlagsregime hänge von der atmosphärischen Zirkulation ab, die durch Wechselwirkungen die regionale Wetterdynamik bestimme. In einem Youtube-Clip erklären die Experten die Auswirkungen der Dürre:

Landwirte können Gülle nicht ausbringen

Auch der März wird wohl zu trocken ausfallen: Der Dürremonitor der Helmoltz Stiftung in Leipzig belegt die Entwicklung einer teils schweren Dürre in Oberbayern. Laut Dr. Bernhard Hübner vom AELF Töging sind die landwirtschaftliche Erträge nicht in Gefahr, allerdings kann das Wetter nur für zehn Tage prognostiziert werden. „Schwierig ist, dass nun die Gülle raus auf die Felder muss“, so Hübner. „Wenn es so trocken bleibt wird das schwierig. Die Gülle bleibt dann an den Halmen kleben und führt zu einer Futterverschmutzung, und die wirkt sich wiederum auf die Tiergesundheit aus.“

Trockenheit in den Monaten Februar und März 2022.

„Wind nimmt Böden die Nachtfeuchte“

Hans Zens, Bereichsleiter für Landwirtschaft am AELF Traunstein kann die Aussagen des Töginger Bereichsleiters bestätigen. „Die Landwirte sind sehr zurückhaltend und bringen nur wenig oder sehr verdünnte Gülle auf die Felder auf.“ Zwar habe es am 15. und 16. März ein paar Liter geregnet, doch das soll bis zum 27. März auch alles gewesen sein. Zum fehlenden Niederschlag komme noch der Wind: Er nehme den Böden auch noch die Nachfeuchte, so Zens. „Wir müssen das Wetter nehmen wie es kommt. In unserer Region hatten wir zum Glück immer rechtzeitig genug Niederschläge. So führte das Stauwetter am Alpenrand in unserer Region während des Dürrejahres 2018 sogar zu Rekordernten.“ Hans Zens ist überzeugt, dass es noch werden kann und schwört auf die Wiesen in der Region: „Sie verfügen über eine enorme Resistenz und können sich schnell erholen.

Ein wenig Grün spitzt jetzt schon durch.

Kommentare