Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Rückgang bei Getreideernte in Bayern: Die Lage in den Kreisen Altötting und Mühldorf

„Oftmals ist bei Getreide das Korn kleiner als üblich!“

Wie auch im restlichen Bayern habe es auch in den Landkreisen Altötting und Mühldorf Rückgänge beim Ernteertrag des Getreides gegeben, berichtet Dr. Bernhard Hübner, Landwirtschaftlicher Direktor des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging am Inn.
+
Wie auch im restlichen Bayern habe es auch in den Landkreisen Altötting und Mühldorf Rückgänge beim Ernteertrag des Getreides gegeben, berichtet Dr. Bernhard Hübner, Landwirtschaftlicher Direktor des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging am Inn.

Bayernweit wurden heuer Rückgänge beim Ernteertrag von Getreide um 6,7 Prozent verzeichnet. Wir haben uns erkundigt, ob und wie dies auch in den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn der Fall ist und wie sich dort die Lage darstellt.

Landkreise Alttöting/Mühldorf am Inn - „Für unsere Region würde ich etwa fünf Prozent weniger Ertrag als üblich schätzen, was im Vergleich zum letzten Jahr schon weniger ist. Aber es war keine dramatische Missernte“, betont Dr. Bernhard Hübner, Landwirtschaftlicher Direktor des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging am Inn, welches für die Landkreise Altötting und Mühldorf zuständig ist, gegenüber unserer Redaktion. „Ursächlich dürfte im wesentlichen die Trockenheit und Hitze gewesen sein, welche zu einer sehr schnellen Abreife führte. Oftmals ist bei Getreide das Korn kleiner als üblich.“

„Nach Schätzungen des Fachteams im Bayerischen Landesamt für Statistik werden die bayerischen Landwirte 2022 eine Getreideernte in Höhe von insgesamt 6,1 Millionen Tonnen einfahren. Das zeigen die bisher ausgewerteten Ertragsmessungen aus der ‚Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung‘ in Verbindung mit Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter vom Juli“, teilte das Bayerische Landesamt für Statistik vor kurzem mit. „Damit wird die Erntemenge in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen. Im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2016 bis 2021 ergibt sich eine Ernteeinbuße von 6,7 Prozent. Die flächenstärkste Getreideart Winterweizen weist gegenüber dem Vorjahr mit 70 Dezitonnen je Hektar voraussichtlich eine geringe Minderung von etwa 1,4 Prozent auf. Die Wintergerste wird auf einen Hektarertrag von 68,0 Dezitonnen geschätzt. Das wäre ein leichter Rückgang von 0,9 Prozent zum Vorjahr.“

Rückgang bei Getreideernte in Bayern: Wie ist die Lage in den Kreisen Altötting und Mühldorf?

„Der Bericht des Bayerischen Landesamtes für Statistik bezieht sich allein auf die Getreideernte. Bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von etwa 64.500 Hektar in Stadt und Landkreis Rosenheim spielt der Getreideanbau mit etwas mehr als 5.000 Hektar eine nur untergeordnete Rolle“, berichtete bereits Mathias Mitterreiter vom AELF Rosenheim über die Lage dort. „Unser Dienstgebiet, die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, weist von allen Ämtern in Bayern vermutlich die größte Spanne natürlicher Ertragsverhältnisse auf. Das heißt die unterschiedlichen Anbaugebiete wechseln nirgends auf so kurzer Distanz wie bei uns. Im südlichen Bereich hat der Getreidebau kaum Bedeutung, während die nördlichen Gemeinden Kienberg, Engelsberg oder auch Fridolfing im Salzachtal gute Ackerbaulagen aufweisen“, so wiederum Ludwig Huber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein.

Die Anbaukulturen für die Landkreise Altötting und Mühldorf am Inn in Hektar.

In den Landkreisen Altötting und Mühldorf wiederum spiele der Ackerbau eine bedeutende Rolle, fährt Dr. Bernhard Hübner vom AELF Töging fort. „Die meiste Anbaufläche wird in beiden Landkreisen für Winterweizen genutzt. Im Landkreis Altötting wurden dafür, Stand 2022, 4530 und im Kreis Mühldorf 7816 Hektar hergenommen. Dort haben wir auch eine Zunahme des Ertrags um 2,87 Prozent zu verzeichnen.“ Doch es habe auch teils deutliche Rückgänge gegeben, „Dies bei der Wintergerste um 2,46 Prozent, der Wintertriticale um 4,32 Prozent. Aber vor allem dem Hafer mit einem Rückgang von 9,05 Prozent, dem S-Getreide, um 11,02 Prozent, dem Silomais um 5,20 und dem Mais um 2,81 Prozent.“ Dies war auch schon beim Erntegespräch im Landkreis Mühldorf auf dem Hof des Milchbauern Hans Stettner Thema gewesen, wie die OVB-Heimatzeitungen schreiben. Ähnliches berichteten auch die AELF Rosenheim und Traunstein für ihr Zuständigkeitsgebiet.

„Der wesentliche Grund war ganz klar die Trockenheit“, stimmt Hübner mit dem Befund seiner Kollegen aus den Nachbarlandkreisen ebenfalls überein. „Wobei man, meiner Ansicht nach, nicht unbedingt sagen kann, dass das einen Trend bedeuten muss. Im vergangenen Jahr hatten wir ja auch recht trockenes Wetter und es kam zu keinen Ausfällen. Nächstes Jahr könnten wir wieder vermehrt Niederschläge haben, wir werden sehen müssen.“ Gleichzeitig gäbe es durch die nun immer häufiger warmen Temperaturen auch Möglichkeiten, auf andere Anbauprodukte umzustellen. „Allen voran Soja. Aber auch beispielsweise unter solchen Bedingungen ertragreichere Mais-Sorten.“

hs

Kommentare