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Schulstart am 14. September: Das sagen Lehrkräfte aus Neuötting und Bischofswiesen

Erleichterung über Rückkehr zum Präsenzunterricht - Frust über kurzfristige Ankündigung

Bernd Rüger, Vorsitzender der Bezirksgruppe Berchtesgadener Land des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (rechts oben) und Heiko Schachtschabel, Rektor der Max-Fellermeier-Grund- und Mittelschule in Neuötting (rechts unten) begrüßen einerseits die überwiegende Rückkehr zum Präsenzunterricht, beklagen aber auch die eher kurzfristigen Entscheidungen.
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Bernd Rüger, Vorsitzender der Bezirksgruppe Berchtesgadener Land des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (rechts oben) und Heiko Schachtschabel, Rektor der Max-Fellermeier-Grund- und Mittelschule in Neuötting (rechts unten) begrüßen einerseits die überwiegende Rückkehr zum Präsenzunterricht, beklagen aber auch die eher kurzfristigen Entscheidungen.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Nur etwas über eine Woche haben Schulleitungen und Lehrkräfte insgesamt, um den Schulbeginn am 14. September nach den neuen Regelungen umzusetzen. Wir haben uns in Neuötting und Bischofswiesen erkundigt, wie das aufgenommen wird.

Neuötting/Bischofswiesen - „Es wird zweifellos ein spannendes Schuljahr. Neben der Pandemie sehen wir uns heuer mit einer weiteren großen Herausforderung, zu wenigen Lehrkräften konfrontiert“, berichtet Heiko Schachtschabel, Rektor der Max-Fellermeier-Grund- und Mittelschule in Neuötting gegenüber innsalzach24.de. Er hatte bereits im Juli dem Neuöttinger Stadtrat über die aktuelle Situation und Probleme beim Unterricht in Corona-Zeiten berichtet. „Es ist schön zu hören, dass künftig kein Unterricht mehr ausfallen soll. Aber wir im Berchtesgadener Land sind da gebrannte Kinder“, so wiederum Bernd Rüger, Vorsitzender der Bezirksgruppe Berchtesgadener Land des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), selbst Grundschullehrer in Bischofswiesen.

Bund und Länder beschließen neue Regeln für den Schulbetrieb: Das sagen Lehrkräfte aus Neuötting und Bischofswiesen

Am Montag hatten sich die 16 zuständigen Minister und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin beraten. Das Ergebnis waren vereinfachte und bundeseinheitlich einheitlichere Regeln für den Schulbetrieb. Dieser beginnt nach der Ferienpause in Bayern ab dem 14. September wieder, also etwas mehr als eine Woche nach dem Beschluss. Sie umfassen eine ganze Regel an Bestimmungen. (Näheres dazu erfahrt Ihr hier) Beispielsweise die Pflicht zur OP-Maske auch am Sitzplatz im Klassenzimmer, mindestens für zwei Wochen nach Schuljahresbeginn, bis sicher scheint, dass kein Kind eine Infektion aus den Sommerferien in der Klasse verteilen kann. Weiterhinsoll die Teststrategie an weiterführenden Schulen ausgeweitet und Quarantäne nicht mehr zwingend über die gesamte Klasse verhängt werden, nur weil sich ein Schüler angesteckt hat.

Schachtschabel und Rüger sind sich einig, dass sie es bevorzugt hätten, nicht ganz so kurzfristig über die Pläne für den Schulstart zu erfahren. Es ist nicht das erste Mal, das derartige Änderungen eher Kurzfristig zur Umsetzung an die Schulen und Lehrkräfte weitergereicht werden. „Wir, die Lehrer und Schulleitungen müssen ausbaden, was so kurzfristig festgelegt wurde“, klagte bereits im April diesen Jahres Walter Baier, Schulleiter am Gymnasium Bruckmühl Erster Landesvorsitzender der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien e.V. über die damals beschlossene Corona-Testpflicht an Schulen in Bayern. Er räumte allerdings auch ein: „Allerdings fürchte ich, dass sich diese Kurzfristigkeit auch nicht ganz verhindern lässt. Das Kultusministerium entscheidet ja die Vorgaben nicht selbst, sondern auch Bundes- und Staatsregierung sowie das Gesundheitsministerium reden da mit. Das ist ärgerlich aber leider unvermeidlich.“

Erleichterung über Rückkehr zum Präsenzunterricht

Insgesamt überwiegt aber aktuell die Erleichterung, überwiegend zum Präsenzunterricht zurückkehren zu können. Dies hatten bereits Schulleitungen aus dem Raum Rosenheim gegenüber den OVB-Heimatzeitungen bekundet und Schachtschabel und Rüger können dem nur beipflichten. „Gerade in der Grundschule ist ja der direkte Kontakt wichtig für den Lernerfolg“, betont Rüger. „Sehr vorteilhaft ist, dass wir nun wieder unsere Räumlichkeiten voll nutzen können“, so der Neuöttinger Rektor Schachtschabel. Auf den Distanzunterricht blicken beide sehr kritisch zurück. „Da hat sich einfach gezeigt, wie weit manche Gegenden noch beim schnellen Internet hinterher sind“, so Schachtschabel. „Wir haben einige Kinder, da konnten wir alles versuchen, inklusiver dem Ausleihen von guten Laptops zum Arbeiten daheim. Die Internetverbindung hat einfach nicht mitgespielt.“

„Ich kann ja voll verstehen, dass Eltern frustriert und wütend über einige der Maßnahmen sind. Beispielsweise über die Maskenpflicht gibt es immer wieder Diskussionen. Aber ich bitte auch um Verständnis für uns Lehrer, wir machen diese Regelungen nicht sondern setzen sie nur um. Da ist es schon frustrierend immer wieder der Blitzableiter zu sein“, so BLLV-Kreisvorsitzender Rüger. „Ich hoffe, das weiterhin insgesamt ein Austausch und Zusammenleben auf Augenhöhe möglich ist“, so sein Neuöttinger Kollege Schachtschabel. „Man darf nicht vergessen: Dieser Riss teilt ja nicht nur Lehrer und Eltern, teils zieht der sich auch zwischen Kollegen.“

Durchwachsenes Fazit bei Brückenangeboten

Bei den Brückenangeboten in der Ferienzeit, die Schülern beim Aufarbeiten von Lerndefiziten helfen sollten, haben beide Pädagogen ein durchwachsenes Fazit. Diese wurden teils von Lehrern und Studenten angeboten, die sonst diejenigen Schülerinnen und Schüler nicht unterrichteten. Dabei sei dann eine gute Kommunikation im Vorfeld mit den sonst für die Kinder zuständigen Klassenleiter gewesen, wo jeweils Probleme und mögliche Wege zu Hilfen liegen. Auch seien diese Angebote teilweise nur sehr verhalten angenommen worden.

„Man muss aber grundsätzlich sagen: Ob Lehrermangel, Defizite bei der digitalen Infrastruktur oder Lernprobleme von Schülern - Das sind alles Dinge die nicht zwangsläufig von der Corona-Pandemie alleine ausgelöst wurden“, betont abschließend Heiko Schachtschabel. „Vielmehr hat da die Pandemie teilweise dafür gesorgt, das bereits vorhandene Probleme teils massiv verstärkt wurden und so nun mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind.“

hs

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