Seelsorger bekommt Bedenkzeit

Pfarrer Wöss: So reagiert Bischof Oster

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Bischof Stefan Oster erholt sich gerade von einer Hüftoperation und hat aus den Medien von Florian Wöss' Plänen erfahren

Neuötting/Passau - Der Rücktritt des Neuöttinger Stadtpfarrers Florian Wöss traf offenbar nicht nur die Gläubigen aus heiterem Himmel. Bischof Oster erfuhr davon aus den Medien.

Am Wochenende hat Pfarrer Florian Wöss den Besuchern der Gottesdienste in Neuötting und Alzgern erklärt, dass er die Kirche verlassen werde. Die Gläubigen waren offenbar die ersten, die von der Entscheidung erfahren haben. Wie das Bistum Passau in einer ausführlichen Stellungnahme erklärt, habe Bischof Dr. Stefan Oster zunächst aus den Medien und erst am Montag durch einen persönlichen Brief von den Plänen des Pfarrers erfahren.

Oster, der sich derzeit von einer Hüftoperation erholt, entspricht Wöss' Bitte, ihn von seinen Aufgaben als Pfarrer von Neuötting und Alzgern zu entbinden. Wie das Bistum mitteilt, wolle der Bischof nach seiner Genesung mit Pfarrer Wöss ein Gespräch führen. Einstweilen soll Wöss Bedenkzeit erhalten. "Sein Gehalt wird aktuell weiterbezahlt und wir wollen gemeinsam Gespräche führen, wie es weitergehen und man eine gemeinsame gute Lösung schaffen kann", so Personalreferent Domkapitular Josef Ederer.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Bistums:

„Das ist außerordentlich bedauerlich: für die Gläubigen im Pfarrverband Neuötting, für unser Bistum, aber natürlich auch für Pfarrer Wöss selbst. Wir verlieren mit Pfarrer Wöss einen guten und beliebten Seelsorger“, erklärte der Personalreferent Domkapitular Josef Ederer. Er habe die eMail von Pfarrer Florian Wöss, in der dieser über seine persönliche Entscheidung informiert, erst am Montag erhalten. Da war für Pfarrer Wöss bereits alles öffentlich gesagt. „Es war uns nach mehreren gemeinsamen Gesprächen durchaus bewusst, dass die Arbeitssituation von Pfarrer Wöss angespannt war, deswegen wurde der Pfarrverband erst kürzlich mit Vikar Joseph Pullamkulathuthara Souri CMI verstärkt“, so Ederer. „Der Schritt seines völligen Rückzugs hat uns daher natürlich überrascht, genauso wie die Aussagen über seine persönliche Lebenssituation - nicht mehr alleine leben zu wollen und zu können. Wir respektieren diesen Schritt, der in seiner Konsequenz wohl schon lange geplant und für Pfarrer Wöss sicherlich kein leichter war“, erklären der stellvertretende Generalvikar, Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind und Josef Ederer. Sie dankten Wöss für seinen 17jährigen priesterlichen Dienst in der Kirche, zehn Jahre davon allein im Pfarrverband Neuötting. Bischof Dr. Stefan Oster, der sich derzeit von seiner Hüftoperation erholt, erfuhr von den Planungen von Pfarrer Wöss zunächst aus den Medien und erst am Montag durch einen persönlichen Brief, in dem Pfarrer Wöss um die Entbindung von seinen Aufgaben als Pfarrer von Neuötting und Alzgern bittet. Bischof Stefan entspricht dieser Bitte. Nach seiner Genesung wolle Bischof Stefan mit Pfarrer Wöss ein Gespräch führen. Der Pfarrer habe einem Zeitungsbericht zufolge seine Zukunft bereits geplant. Der Diözese ist es aber wichtig, ihm eine Bedenkzeit einzuräumen. „Sein Gehalt wird aktuell weiterbezahlt und wir wollen gemeinsam Gespräche führen, wie es weitergehen und man eine gemeinsame gute Lösung schaffen kann“, so Ederer.

„Für uns ist es nun wichtig, dass das seelsorgerliche Leben im Pfarrverband gut weiterlaufen kann“, so Ederer. Gespräche wurden diesbezüglich sofort geführt und eine Beauftragung zur Administration des Pfarrverbandes vorbereitet. Dekan Stiftspropst Günther Mandl wird die Verwaltung übernehmen.

Die Gesundheit und das geistliche Wohlergehen der Priester liegen der Diözese am Herzen. Wie eine große Seelsorgestudie im April ergab, sind viele Priester mit ihrer Arbeits- und Lebenssituation zufrieden. Das nimmt auch der Personalreferent Josef Ederer so wahr. „Allerdings gibt es auch Priester, die ihre Situation als belastend erfahren“, betont Ederer. Seit Anfang des Jahres hat allein der Domkapitular rund 60 intensive Gespräche mit Priestern der Diözese geführt. „Bei all unseren Gesprächen wird auch deutlich, dass der Dienst für Gott und für die Menschen eine erfüllende Lebensaufgabe ist, die große Zufriedenheit schenkt“, so Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind und Josef Ederer, die allen Priestern, Diakonen und Frauen und Männern im Dienst der Diözese größten Respekt und Dankbarkeit zollen für ihren seelsorglichen Dienst, der auch herausfordernd ist.

Pressemitteilung Bistum Passau

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