"Legionäre Christi" verlegt das Noviziat nach Alzgern

Umstrittener Orden zieht nach Neuötting

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Die umstrittenen "Legionäre Christi" ziehen mit ihrem Noviziat nach Neuötting. vor allem der Missbrauchsskandal um ihren inzwischen verstorbenen Gründer Marcial Maciel Degollado (kleines Foto) hatte den Legionären unrühmliche Schlagzeilen beschert.
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Neuötting - Diese Woche ist es soweit: Der umstrittene katholische Orden "Legionäre Christi" zieht mit seinem Noviziat in die Räume der früheren Bavaria-Hotelberufsfachschule.

Die "Legionäre Christi", ein umstrittener katholischer Orden, der in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten war, kommt nach Neuötting. Diese Woche zieht das Noviziat des Ordens in die früheren Räumlichkeiten der Bavaria-Hotelberufsfachschule in Alzgern. 18 Novizen sollen dort Platz finden, außerdem sollen die Räumlichkeiten als Treffpunkt für 80 bis 90 Legionäre aus der gesamten Ordensprovinz West- und Mitteleuropa genutzt werden.

Pfarrer Wöss: "Freunde werden wir nicht"

In Neuötting hält sich die Begeisterung über die Ansiedlung der Legionäre Christi in Grenzen, wie eine Äußerung des Ortspfarrers Florian Wöss deutlich macht: "Freunde werden wir nicht werden, aber ich glaube, dass wir sie akzeptieren können als Menschen, die religiös vielleicht anders denken als andere", wird Wöss im Alt-Neuöttinger Anzeiger zitiert.

Insbesondere der inzwischen verstorbene Gründer der "Legionäre Christi", Marcial Maciel Degollado, hatte immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So bestanden über Jahrzehnte Vorwürfe, Degollado habe Seminaristen, darunter auch minderjährige Jungen der Apostolischen Schulen, missbraucht. Die Vorwürfe bestätigten sich nach und nach. Der Heilige Stuhl selbst hatte 2010 in einer Erklärung scharfe Kritik an Maciel, zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben, geäußert: "Das sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel, das durch unbestreitbare Zeugenaussagen belegt ist, äußert sich bisweilen in Gestalt von wirklichen Straftaten und offenbart ein gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung."

Hat der Orden sektenartige Merkmale?

Bereits 2010 hatte sich Maciels Orden von ihm distanziert. Anfang dieses Jahres sind die "Legionäre Christi" dann mit einem Schuldbekenntnis an die Öffentlichkeit gegangen. Die Legion trauere, dass es Opfer gegeben habe und ersuche alle Menschen, die lange vergebens auf eine Entschuldigung Pater Degollado gewartet hätten, nun die Entschuldigungsbitte der Legion anzunehmen, zitiert Radio Vatikan die "Legionäre Christi". Zugleich räumte der Orden "institutionelles Schweigen" bei der Aufarbeitung der Vorgänge ein.

Doch auch unabhängig von ihrem Ordensgründer sind die "Legionäre Christi" in der Vergangenheit in die Kritik geraten. So sollen Medienberichten zufolge Kinder beim Eintritt in eine Jugendgruppe des Ordens wenn möglich nicht älter als zwölf Jahre sein, da sie in diesem Alter leichter zu beeinflussen seien. Zudem werden die angeblich sektenartigen Merkmale des Ordens kritisiert.

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