"Gut kombiniert – erneuerbarer Strom trifft Lärmschutz"

Stadt Neuötting gewinnt beim Bundeswettbewerb "Klimaaktive Kommune 2017"

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Von links nach rechts: Georg Huber, Vorsitzender des Umweltausschusses des Deutschen Landkreistages, Alois Schötz, Leiter der Bauverwaltung der Stadt Neuötting, Pascal Lang, Vorstandsvorsitzender der Energiegenossenschaft Inn-Salzach (EGIS), Christoph Strasser, stv. Vorstandsvorsitzender EGIS, Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik, Erster Bürgermeister Peter Haugeneder, Diplom-Meteorologe Sven Plöger und Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Berlin/Neuötting 22. Januar 2018 Die Stadt Neuötting gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“. Die Auszeichnung wurde für die Realisierung einer Lärmschutzwand mit kombinierten Photovoltaik-Elementen in enger Kooperation mit der EnergieGenossenschaft Inn-Salzach eG vergeben.

Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Bürgermeister Peter Haugeneder nahm heute den Preis in Berlin entgegen. 

Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren. Haugeneder dazu: „Ich freue mich, mit diesem Preisgeld gleich das nächste Projekt für den Klimaschutz anstoßen zu können. Wir werden, wiederum in Kooperation mit der EGIS eG, Solarcarports auf dem Mitarbeiterparkplatz des Rathauses errichten. Der erzeugte Strom soll ins Netz des Rathauses eingespeist und hier verbraucht werden.“ 

Kommunen nehmen Schlüsselrolle beim Klimaschutz ein

Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter gratulierte der Stadt Neuötting und den weiteren Preisträgern und betonte die Bedeutung des kommunalen Engagements. Schwarzelühr-Sutter: „Der Wettbewerb zeigt erneut, dass Kommunen und Regionen eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz und der Klimaanpassung einnehmen. 

Die ausgezeichneten Städte und Gemeinden nehmen dabei eine Vorbildfunktion ein. Wir stellen aber nicht nur weithin sichtbare Leuchtturmprojekte ins Rampenlicht, sondern auch die, die mit beharrlicher und oft mühsamer Überzeugungsarbeit im Kleinen wichtige Erfolge erzielen. Es freut mich, dass sich Kommunen mit über 100 Beiträgen am Wettbewerb beteiligt haben.“ Schall absorbieren, Strom generieren Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Stadt Neuötting mit dem Bau einer Lärmschutzwand, die dank integrierter Photovoltaik-Anlage klimaschonend Strom produziert. Die Idee dazu kam von der ortsansässigen EnergieGenossenschaft Inn-Salzach (EGIS eG). 

Zweieinhalb Jahre harte Arbeit

Gemeinsam mit weiteren Partnern entwickelten Stadt und Energiegenossenschaft ein individuelles Konstrukt. Sowohl bei der fachlichen Zusammenarbeit als auch bei der Finanzierung setzten die Beteiligten auf Synergien: Während die Stadt Neuötting für den Lärmschutz zuständig war, brachte die EGIS eG das notwendige Fachwissen für den Bau und den Betrieb der Photovoltaik-Anlage ein und beteiligte sich an den Investitionskosten. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen zweieinhalb Jahre. 

Im Sommer 2016 wurde die 234 Meter lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand entlang der Staatsstraße 2550 in Neuötting errichtet. Um alle Funktionen sinnvoll und effektiv zu erfüllen, ist die Wand in drei Zonen unterteilt: Unten befindet sich ein Schall absorbierendes Gittersystem, darüber sorgt ein transparentes Element aus Acrylglas für Durchsicht, und im oberen Teil sind die Photovoltaik-Elemente angebracht, die auf der Rückseite ebenfalls mit einem akustisch wirkenden Gitterdämmnetz kombiniert sind. Pro Jahr werden mit der Anlage durchschnittlich rund 51.500 Kilowattstunden erzeugt. 

Mit der Montessori-Schule den passenden Abnehmer gefunden

Die Genossenschaft ist für den Betrieb und die Wartung der Photovoltaik- Anlage zuständig und darf auf Basis eines Gestattungsvertrags mit der Stadt über den gewonnenen Strom verfügen. Von Beginn an war den Projektverantwortlichen wichtig, diesen möglichst vor Ort zu nutzen. Mit der nahe gelegenen Montessori-Schule fand sich schnell ein passender Abnehmer. 

Damit auch die Schülerinnen und Schüler wissen, wo der Strom herkommt, zeigt ein Display in der Schule an, wie viel Strom aktuell über die Photovoltaik-Anlage bezogen wird. Darüber hinaus wird das Thema Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen in den Unterricht integriert. Kooperation schafft Synergien. Die Zusammenarbeit mit der EGIS eG brachte neben fachlichem Input und Know- how auch eine finanzielle Beteiligung mit sich. 

Die Gesamtkosten für die Photovoltaik-Lärmschutzwand betrugen 450.000 Euro. Die Energiegenossenschaft übernahm davon Kosten für die Photovoltaik-Anlage in Höhe von 76.000 Euro, was sie über die Ausgabe von Genossenschaftsanteilen und über frei verfügbare liquide Mittel finanzierte. Durch diese Ko-Finanzierung und die besondere Gesamtkonstruktion ist es gelungen, dass die Solar-Lärmschutzwand für die Stadt Neuötting etwa 15.000 Euro weniger Kosten verursacht hat, als eine Standardlösung ohne Sonnenenergienutzung. 

Bürgerinnen und Bürger als Anteilseigner

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger Anteile an der Genossenschaft und somit an der Photovoltaik-Anlage haben. Zum Teil engagieren sie sich ehrenamtlich in der Genossenschaft und waren an Entscheidungsprozessen beteiligt, was die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung fördert. Darüber hinaus profitieren die Anteilseignerinnen und -eigner durch die Dividende aus dem Stromverkauf vom Erfolg des Projekts. 

Das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten kann sich also sehen lassen: Die Photovoltaik-Lärmschutzwand in Neuötting bringt eine Win-win-Situation für alle Parteien und ist somit ein Kooperationsprojekt, das auch in anderen Kommunen Schule machen kann. Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. 

Insgesamt wurden 102 Beiträge in drei Kategorien eingereicht

In diesem Jahr wurden insgesamt 102 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Neuötting hat sich mit dem Projekt „Erneuerbarer Strom und Lärmschutz – eine ideale Symbiose“ in der Kategorie „Kommunale Klimaprojekte durch Kooperation“ beworben. In dieser Kategorie gab es 45 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter:https://www.klimaschutz.de/wettbewerb2017

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Pressemitteilung Stadt Neuötting

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