Mangelnde Information zum belasteten Trinkwasser

Neuöttinger Stadtrat: "Die haben das Spülwasser vorher abgekocht"

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Neuötting - Das Thema Trinkwasserversorgung im Stadtgebiet war gleich zweimal Thema auf der Sitzung des Neuöttinger Stadtrates am Donnerstagabend. Während für das Thema PFOA eine dauerhafte Lösung in Aussicht steht, gibt es Unmut im Ortsteil Alzgern.

Mit einem Sachstandsbericht hat Neuöttings Zweiter Bürgermeister Horst Schwarzer den Stadtrat auf dessen Sitzung am Donnerstagabend zum Thema Wasserversorgung der Innstadt informiert. Wegen der zu hohen Belastung mit Perfluoroctansäure (PFOA ) in den Brunnen im Öttinger Forst hatten die Bürgermeister von Alt- und Neuötting diese Anfang November kurzfristig abschalten und aus dem Netz der gemeinsamen Wasserversorgung der beiden Städte und der Gemeinde Winhöring nehmen lassen. Vorangegangen war die Senkung des Leitwertes von 0,3 auf 0,1 Mikrogramm/Liter.

Jetzt steht fest: Mit dem Bau einer entsprechenden Aktivkohle-Filteranlage kann begonnen werden. Schwarzer hob die gute Zusammenarbeit mit infraServ hervor. Man habe dort anerkannt, dass man in Sachen PFOA Verantwortung trage. Ziel sei es, die beiden Brunnen bald wieder in Betrieb zu nehmen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie werde für Ende Februar erwartet.

Einerseits, andererseits

Wo auf der einen Seite eine dauerhafte Lösung in Sicht ist, besteht das kurzfristige Problem auf der anderen Seite weiter: Noch immer muss das Wasser aus dem Wasserzweckverband Inn-Salzach gechlort werden. In Neuötting ist der Ortsteil Alzgern davon betroffen. Stadtrat Bernd Jändl brachte in der Sitzung am Donnerstagabend seinen Unmut über die offenbar mangelnde Information der Bevölkerung zum Ausdruck und berichtete von den Zuständen auf einem Weihnachtsmarkt am 23. Dezember letzten Jahres. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gerücht von einer Keimbelastung anscheinend bereits die Runde gemacht. „An den Glühweinständen wurde das Spülwasser vorher abgekocht“, berichtete Bernd Jändl. Darauf zu verweisen, man hätte die Informationen im Internet oder in den Printmedien erhalten können, sei ihm zu wenig.

Keine ausreichende Information

Zweiter Bürgermeister Horst Schwarzer verwies darauf, dass die Stadt nicht für entsprechende Medien-Abonnements der Bürger zuständig sei, nahm die Schilderungen von Stadtrat Jändl aber zur Kenntnis. Auf Nachfrage von innsalzach24.de sagte der am Freitag, dass es auch im von der Chlorierung des Wassers betroffenen Marktl ähnlichen Unmut gegeben habe. Er hätte sich schon bei der Feststellung, dass das Wasser mit coliformen Bakterien belastet ist, einen Handzettel wie der aktuelle zur Chlorierung gewünscht. Im Detail kritisiert er, dass mit dem Reizthema Trinkwasser nicht ausreichend umgegangen, das Problem nicht genau und die tatsächlichen Gefahren nicht erklärt wurden. Die Bürger seien mit ihren Sorgen alleine gelassen worden, obwohl tatsächlich viele davon unberechtigt waren. Das habe letztendlich zu solchen Aktionen wie auf dem Weihnachtsmarkt geführt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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