Neuöttinger Neujahrsempfang 2014

Orchester brilliert unter neuem Namen

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Mit neuem Namen und altbekannter Qualität begeisterte das Symphonische Blasorchester Werk Gendorf die Zuhörer.
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Neuötting - Mit dem traditionellen Neujahrskonzert und einer Ansprache von Bürgermeister Haugeneder läutete die Stadt am Freitagabend das neue Jahr ein.

Auch unter neuem Namen begeistert das "Symphonische Blasorchester Werk Gendorf", wie die frühere Werkskapelle inzwischen heißt, mit einer erfrischenden Mischung aus Klassikern der Musikgeschichte und weniger bekannten musikalischen Perlen. Das traditionelle Neujahrskonzert der Stadt Neuötting eröffnete das Orchester mit Millina Overture von Kevin Houben, einem 33-Jährigen Musiker aus Belgien - um gleich darauf die Ouvertüre aus Giuseppe Verdis La Forza del Destino zum Besten zu geben.

Wie gut, dass das Orchester jedem Stück eine kleine Erläuterung voranstellt. So erfuhren die Zuhörer im Großen Saal des Neuöttinger Rathauses etwa, dass Man in the Ice Kurt Mündls Dokumentarfilm Der Ötztal Man über das Leben und Sterben von Ötzi zum Thema hat und sie sich bei Alexander Pflugers Abel Tasman in den gleichnamige Seefahrer - und Namensgeber Tasmaniens - hineinversetzen müssen.

Werke, die ursprünglich für ein ganzes Sinfonieorchester komponiert worden waren, (fast) ausschließlich mit Blasinstrumenten zu interpretieren meisterte das Orchester mühelos, obgleich die Musiker freilich gerade bei den für Blasorchester geschriebenen Stücken zu Hochform aufliefen - und dabei dem Publikum sogar "Bravo"-Rufe entlockten.

"Der Name ändert sich, die Qualität bleibt"

Eine größere Herausforderung als die Musik dürfte aber ohnehin die langfristige Finanzierung des Orchesters werden. Der bisherige Finanzier, die Firma Infraserv, möchte sich in Zukunft keine Werkskapelle mehr leisten. Dies passe nicht in die Struktur des Werkes Gendorf, erläuterte Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder in einer kurzen Ansprache während des Konzerts die Begründung des Unternehmens. Damit das Orchester weiter bestehen kann, firmiert es seit etwa einem halben Jahr als eingetragener Verein - und unter neuem Namen. "Der Name ändert sich, die Qualität bleibt", brachte es Haugeneder auf den Punkt. Damit dies langfristig so bleibt - noch unterstützt Infraserv das Orchester finanziell -, suchen die Musiker nach neuen (gerne auch passiven) Vereinsmitgliedern, Sponsoren und "Unterstützern jeglicher Art", wie es Haugeneder formulierte.

"Bildung und Förderung müssen früh ansetzen"

Vor der von den Zuhörern umjubelten Kunst hatte im Neuöttinger Rathaus die Politik das Wort. In seiner Neujahrsansprache im Blauen Saal des Rathauses blickte Bürgermeister Peter Haugeneder positiv auf 2013 zurück und zeigte sich zuversichtlich für das neue Jahr.

Bürgermeister Peter Haugeneder.

Im abgelaufenen Jahr wurde eine Krippe mit 36 Betreuungsplätzen geschaffen, womit ein wichtiges Versprechen aus Haugeneders letztjähriger Ansprache gehalten werden konnte. "Bildung und Förderung müssen möglichst früh ansetzen und sich dann kontinuierlich fortsetzen von der Schule über die Ausbildung oder ein Studium bis zur Weiterbildung", sagte Haugeneder. In diesem Kontext lobte der Bürgermeister, "dass viele Neuöttinger Betriebe und Firmen Ausbildungsplätze anbieten". Dies sei der richtige Weg, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Keine neuen Schulden "ein zwingendes Muss"

"Verantwortungsbewusst handeln heißt, in langen Fristen zu denken", sagte Haugeneder mit Blick auf die Ausbildung junger Menschen - aber auch auf die Energiewende. "Die Energiewende erfordert hohe Investitionen, aber auf nachhaltige, umweltschonende und direkt vor der Haustür zu gewinnende Energie zu setzen zahlt sich langfristig aus", so der Bürgermeister. Bei der Umstellung auf LED-Technik sei man bereits in der Umsetzungsphase.

Weniger rosig, aber ebenfalls noch immer positiv fiel Haugeneders Blick auf die Finanzen aus. Man habe "den Aufwind und Aufschwung" gespürt und einige zukunftsorientierten Maßnahmen getätigt, erklärte Haugeneder. Die Investitionen, wie etwa die Sanierung des Feuerwehrhauses und der Bau eines neuen Kleinfeldsportplatzes, waren ohne Nettoneuverschuldung möglich. Auch für 2014 ist dies Haugeneders Ziel. Keine Nettoneuverschuldung sei "ein zwingendes Muss" - keine leichte Aufgabe, wie der Bürgermeister findet, schließlich bleibe die Situation der öffentlichen Haushalte kritisch.

Der Neujahrsempfang und das -konzert in Bildern:

Neujahrsempfang in Neuötting

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