Umgehungsgewässer im Probebetrieb

Kraftwerk Neuötting: Beidseitige Fischwanderung nun möglich

Neuötting - Zusätzlich zur Fischwanderhilfe auf der linken Kraftwerksseite steht nun auch rechtsseitig ein naturnahes Umgehungsgewässer zur Verfügung.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Seit 2013 besitzt das Kraftwerk Neuötting an der linken Kraftwerksseite eine Fischwanderhilfe. Ende 2019 wurde mit der Errichtung einer weiteren Umgehungsmöglichkeit auf der rechten Seite begonnen. Das neue, 3,6 km lange Umgehungsgewässer befindet sich derzeit im Probebetrieb. Abgesehen von einigen Restarbeiten ist das Projekt damit weitgehend abgeschlossen. Die ersten Ergebnisse des Probebetriebs sind positiv und vielversprechend. Auch bei Spaziergängerinnen und Spaziergängern erfreut sich das neu gestaltete Gewässer großer Beliebtheit. In diesem Zusammenhang wird davor gewarnt, die Gefahren am und im Wasser zu unterschätzen. 

Die VERBUND Innkraftwerke haben Ende Oktober 2019 mit dem Bau eines neuen 3,6 km langes Umgehungsgerinnes beim Innkraftwerk Neuötting begonnen. Es ergänzt die seit 2013 bestehende Wandermöglichkeit über die Fischwanderhilfe, die linksseitig angeordnet ist. Das neue, zusätzliche Umgehungsgewässer besteht aus einem technischen Bauwerk zur Dammdurchdringung und mehreren Durchlässe. Zentraler Bestandteil ist der naturnahe Bachlauf, der die bestehenden Gräben von Fischbach und eines Teils des Mörnbaches strukturell aufwertet. Zudem dient er der Durchgängigkeit für Innfische. 


Vor allem der Mündungsbereich in den Inn konnte in der Aue in ein Kiesbett gelegt werden, was für zusätzlichen Lebensraum sorgt. Ziel des Gesamtvorhabens ist nicht nur die weitere Verbesserung der Durchgängigkeit des Gewässers für Huchen, Äschen, Barben und Nasen, sondern auch die Erschließung neuer Lebensräume für die Innfische. Neben der reinen Aufwertung der bestehenden Gewässer durch Störsteine, Wurzelstöcke, und weitere Elemente der Gestaltung von Gewässern wurden mehrere Kleingewässer neu errichtet, um neben Jungfischen auch Amphibien und Libellen einen neuen Lebensraum in der ausgedeichten Aue anzubieten. Diese Komponenten sind wichtig da der sommerkalte Inn für viele Kleinfische nur schlechte Lebensbedingungen zum Wachsen bietet. Die Maßnahmen wurden in enger Koordination mit den Behörden und Fachplanern entwickelt. In die Umsetzung haben die VERBUND Innkraftwerke rund 1,6 Mio. Euro investiert. 

Auch bei Spaziergängern beliebt 

Der Probebetrieb hat auch gezeigt, dass das neu angelegte Umgehungsgewässer auch bei den Menschen positiven Anklang findet. Damit ist ein weiteres Ziel erreicht, das die Erlebbarkeit und Zugänglichkeit betrifft. Spaziergängerinnen und Spaziergänger werden jedoch darum ersucht, Rücksicht auf die aufkommende Vegetation zu nehmen und Jungpflanzen nicht zu schädigen oder gar zu entfernen. Zudem warnen die VERBUND Innkraftwerke davor, die Gefahren am und im Wasser zu unterschätzen. Auch wenn ein Fließgewässer einen beschaulichen Eindruck vermittelt, von Strömungen, Steinen und Treibgut kann eine erhebliche Gefahr ausgehen. 

Gesamtkonzept Ökologie und Wasserkraft 

VERBUND hat sich im Rahmen einer Vereinbarung der VERBUND Innkraftwerke GmbH mit dem Freistaat Bayern, im Speziellen dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, verpflichtet ökologische Verbesserungen in den Staugebieten am Inn umzusetzen. In dieser Vereinbarung mit dem Freistaat hat sich der Wasserkraftbetreiber verpflichtet auch die ökologische Durchgängigkeit (Fischtreppen oder Umgehungsgewässer) am Inn zwischen Rosenheim und Stammham entsprechend dem Ziel der der EU – Wasserrahmenrichtlinie vorzuziehen und umzusetzen. Darüber hinaus wurden weitere Themen z.B. aus der EU -Wasserrahmenrichtlinie identifiziert, die zu wesentlichen Verbesserungen für die Fischfauna aber auch der Gesamtökologie führen sollen. Im Rahmen von Projekten werden in enger Abstimmung mit den Fachbehörden, Reg. von Oberbayern, Verbänden und Fischereivereinen Konzepte entwickelt und konkrete Maßnahmen zeitnah umgesetzt. Bis 2027 sollen am bayerischen Inn rund 85 Mio. Euro investiert werden.

Pressemeldung des VERBUND Media Service

Rubriklistenbild: © picture alliance/Bernd Thissen/dpa (Symbolbild)

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