Zur Sanierung der Bahnhofstraße in Neuötting

"Bürgerinitiative Bahnhofstraße": Die klaren Argumente fehlen

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Archiv: So das vor Wocen in der Bahnhofstraße auf Höhe des Gasthauses "Weiberwirtschaft" (Pallauf) aus.
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Neuötting – Rund 40 Interessierte waren dem Ruf der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ gefolgt und haben sich am Dienstagabend zur „Alternativen Bürgerversammlung“ im Gasthaus „Weiberwirtschaft“ (Pallauf Wirt) eingefunden. Neben viel Lob gab es auch Kritik an der Sanierung der Bahnhofstraße.

Die schnelle Umsetzung der Sanierungsarbeiten wurde am Dienstagabend im Gasthaus „Weiberwirtschaft“ (Pallauf-Wirt) mehrfach gelobt. Alles in allem sind die Besucher der Veranstaltung der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ also mehrheitlich zufrieden mit dem, wie die Sanierung der viel befahrenen Straße im Stadtgebiet gelaufen ist. Wirkliche Kritik kam erst im weiteren Gesprächsverlauf auf, als um die Details ging.

innsalzach24.de hat nachgefragt

Der Überweg für Fußgänger und Radfahrer am Kreisverkehr/Ausfahrt Richtung Innbrücke war eines der Hauptthemen. Mit roter Farbe auf dem Asphalt sollte dieser nach Wunsch der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ gekennzeichnet werden. Das Staatliche Straßenbauamt Traunstein sagt nein, die Stadt Neuötting sagt nein. innsalzach24.de hat bei den beiden Stellen nachgefragt:

Ergebnis: Radfahrer und Fußgänger sollen – salopp gesagt – nicht in falsche Sicherheit gewiegt werden. Sie haben entgegen der Auskünfte der "Bürgerinitiative Bahnhofstrße" nicht immer automatisch "Vorfahrt". 

„Kommt nicht in Frage“

Eine derartige Einfärbung dieser Furt – so nennt man einen solchen Überweg im Fachjargon – komme nicht in Frage weil sie einen falschen Eindruck vermittle, so die Stadt und das Staatliche Straßenbauamt Traunstein. Entgegen der Auskünfte von der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ ist es so, dass Fußgänger wie Radfahrer eben nicht immer „Vorfahrt“ haben. Das hat ein Sprecher der Polizeiinspektion Altötting auf Nachfrage von innsalzach24.de bestätigt.

Die rot eingefärbten Furten seien eine Idee aus längst vergangenen Tagen, von der man heute abgekommen sei, so Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt Traunstein. Dieses ist zuständig für die Sanierung der Bahnhofstraße in Neuötting, was die Fahrbahn betrifft. Es würden zu oft falsche Rechtsverständnisse geschaffen. Laut Auskunft der PI Altötting ist es nämlich so:

  • Als Autofahrer in einen Kreisverkehr einzufahren bedeutet, dass man (als Autofahrer) keine Vorfahrt hat.
  • Als Autofahrer aus einem Kreisverkehr auszufahren bedeutet, dass man (als Autofahrer) Vorfahrt hat.

Vor diesem Hintergrund wird der Vorschlag der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ nach einer extra Kennzeichnung der Furt zwar verständlich aber Stadt und Straßenbauamt bleiben auf Nachfrage von innsalzach24.de dabei: Mit einer roten Markierung der Furt an der Ausfahrt des Kreisverkehrs in Richtung Innbrücke gesehen würden falsche Signale ausgesendet. „Hier hat der Fußgänger oder Radfahrer nicht automatisch Vorfahrt.“ Man setzt hier offenbar eher auf den Vorsicht-Effekt, will die schwächeren Verkehrsteilnehmer genau dazu erziehen.

Verkehrszählung 2015

Als ebenso falsch dargestellt von der „Bürgerinitiative Bahnhofstraße“ erklärt in das Staatliche Straßenbauamt Traunstein die Aussage, es gebe keinen Einblick in die Verkehrszählung 2015. Es sei aufgrund einer Umstellung in der Art, wie die Daten verarbeitet werden, – ja – zu Verzögerungen bei der Bereitstellung für die Öffentlichkeit gekommen, aber die Daten seien sehr wohl online und vor allem von jedermann einzusehen.

Die Daten aus der Verkehrszählung sind in dieser Sache vor allem deswegen so wichtig weil es auch um die Forderung nach einer Tonnagenbeschränkung auf der Bahnhofstraße geht. Kurz gesagt: Brummis sollen draußen bleiben. Diese Forderung weist der Erste Bürgermeister Peter Haugeneder deutlich zurück mit dem Verweis auf das Staatliche Straßenbauamt Traunstein, das für dieses Teilstück der Staatsstraße 2107 immer noch als verantwortlich zeichne. Eine Zurückstufung als kommunale Straße würde für die Stadt eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten, so Haugeneder im Telefonat mit innsalzach24.de am Mittwochnachmittag.

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