Direkter Schlagabtausch zwischen Haugendeder und Hann

Podiumsdiskussion der Kandidaten: Endspurt im Bürgermeisterrennen

Wer darf ab 1. Mai im Neuöttinger Rathaus regieren?
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Wer darf ab 1. Mai im Neuöttinger Rathaus regieren?

Neuötting - Zweikampf um das Amt des Bürgermeisters: Die beiden Kandidaten stellten bei der Podiumsdiskussion im Neuöttinger Stadtsaal ihre Ideen vor.

Der Stadtsaal war nicht komplett gefüllt, dennoch kamen viele Interessierte, um den Ausführungen der zwei Kandidaten um das höchste Amt in der Stadt zu lauschen: Amtsinhaber Peter Haugeneder (SPD) und Claudia Hann (CSU).


Zu einigen großen Themenblöcken wurden die Ideen der Bürgermeisterkandidaten von Moderator Erwin Schwarz, Regionalleiter des Alt-Neuöttinger Anzeigers, abgetestet. Wir fassen die Kernaussagen der Kandidaten jeweils kurz zusammen.

Wohnraum

Haugeneder: Wir haben gezielt gewisse Bereiche des Wohnbaus unterstützt. Die Einwohnerzahl ist in den letzten fünf Jahren von 8400 auf 8950 Einwohnern im Jahr 2019 gestiegen. Ziel ist es gesund zu wachsen und das ist uns in den letzten Jahren gelungen. Auch innerhalb der Stadt entstehen Wohnungen. Wir müssen flächensparend die Entwicklung der Stadt vorantreiben.


Hann: Durch die A94 gelangen wir in einen Bereich, in dem es für junge Familien schwierig wird. Viele junge Menschen ziehen nach Winhöring, Emmerting oder Erlbach. Meines Erachtens brauchen wir unterschiedliche Wohnlösungen. Wir haben jungen Menschen, junge Pärchen, junge Familien, die ein Haus bauen wollen, Singles und ältere Paare. Es geht nicht nur um Baugrund. Es fehlt an bezahlbaren Mietwohnungen.

Kann sich die Stadt einen Sportplatz im Stadtgebiet leisten?

Hann: Ob sich die Stadt das leisten kann, ist nicht die Frage. Was wäre ein alternativer Standort? Dabei geht es um ein Stadtentwicklungskonzept. Auch ein neues Feuerwehrhaus oder ein neuer Platz für den Bauhof spielen dabei eine Rolle. Wo soll das alles in Zukunft stattfinden. Da gibt es bisher noch keine Ideen oder ein Konzept.

Haugeneder: Wir haben daneben eine Schulsportanlage, die vom Sportverein mitbenutzt wird. Die zentrale Lage ist für alle sehr einfach zu erreichen. Es geht nicht nur um Visionen, sondern auch um die Finanzierung. Unsere Haushaltssituation ist nicht so rosig.

Viele Bürger kamen in den Stadtsaal, um sich ein genaueres Bild der Kandidaten zu machen.

Investitionen von 20 Millionen in Schulen und Kindergärten

Haugeneder: Wir haben wachsende Schülerzahlen. Der Bedarf an Platz in Klassenräumen, Lehrerzimmer und Sekretariat steigt. Die Schulen wurden Ende der Siebziger Jahre gebaut worden für einen Schulbetrieb bis mittags. Heute haben wir Ganztagsbetreuung in fast allen Jahrgangsstufen. Wir sind aber darauf angewiesen, Fördermittel vom Freistaat Bayern in Höhe von 50 Prozent zu erhalten. Auch die Kindergärten sind alle in die Jahre gekommen. Es geht auch darum neue Kindergärten zu bauen. Das wird in den nächsten sechs Jahren eine wichtige Aufgabe sein.

Hann: Die geplante Schulerweiterung lässt einen Zuwachs von ungefähr 40-50 Schülern zu. Ich habe die Befürchtung, dass dies nur das jetzige Problem löst. Ich würde darüber gerne nochmal nachdenken. Das dringender Bedarf vorhanden ist, steht außer Frage. Es muss erlaubt sein, über Alternativen nachzudenken. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit mit Altötting zusammenzuarbeiten, die ein ähnliches Problem haben. Man könnte Schulen zusammenlegen.

Wirtschaft

Hann: Es hat vor zwei Jahren das Wirtschaftsforum stattgefunden mit Ergebnissen, die wohl nicht vielen bekannt sind. Es gab eine Liste mit Punkten, die angepackt werden sollen. Es sind vier Seiten und nur ein Aspekt ist ausgefüllt. Teilweise sind die Punkte schon vor zwölf Jahren auf der Liste gestanden.

Haugeneder: Es ist nicht so, dass in den letzten zwölf Jahren nichts passiert ist. Wir haben Vereine gefördert, die zum Wirtschaftswachstum beitragen. Ich rede unsere Stadt nicht schlecht.Ich finde wir haben eine attraktive Stadt. Ich verstehe den Negativismus nicht, ich bin eher ein positiver Mensch.

Wirtshaussterben

Hann: Das ist kein Problem, das nur Neuötting hat. Man muss verschiedene Lösungen ins Auge fassen. In Alzgern zum Beispiel könnte man sich überlegen, dass Sportheim zu erweitern. Aktuell haben die nicht mal einen Platz, wo sie sich mit mehr als 50 Leuten versammeln können. Man muss auh mit den Eigentümern reden. Es geht, aber eine Stadt kann das nicht alleine leisten.

Haugeneder: Es ist ein schwieriges Thema. Eine bayerische Küche fehlt uns leider. Wir bekommen aber ein neues Lokal. Wir haben ein vielfältiges Angebot, aber letztendlich reguliert dies der Markt.

Tourismus

Hann: Auf jeden Fall können wir Neuötting besser vermarkten. Das ist ein Thema, dass ich interkommunal sehe. Wir müssen in diesem Bereich besser zusammenarbeiten. Was der Landkreis an Tourismus-Zahlen hat, dann müssen wir da mit aufspringen.

Haugeneder: Wir sind als Stadt im Tourismusverband mit dabei. Wir haben in den letzten Jahren stark auf den Fahrradtourismus gesetzt. Die Beschilderung und die Radwegeführungen wurden erneuert. Ich denke, dass wir da auf einem guten Weg sind.

Parkplatzsituation

Haugeneder: Es gibt natürlich Zeiten, in denen der Stadtplatz zugeparkt ist. Aber ein Parkdeck kostet sehr viel Geld und macht Probleme mit der baurechtlichen Nutzung. Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, das vom Stadtrat einstimmig so beschlossen wurde. Da werden wirLösungsvorschläge bekommen und dann werden wir uns damit auseinandersetzen.

Hann: Dass wir ein Parkplatzproblem haben, darüber braucht man nicht diskutieren. Nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitarbeiter finden keinen Parkplatz mehr. Ob ein Parkhaus die Lösung ist, kann ich nicht sagen. Aber es gibt einige Einzelmaßnahmen, die man treffen kann. Wir müssen einen Weg finden, die Dauerparker raus zu bekommen, etwa mit einer Parkraumbewirtschaftung.

Finanzen

Haugeneder: Wir haben uns mit dem Spagat beschäftigt Schulden abzubauen und trotzdem haben wir wichtige Investitionen gemacht, die notwendig waren. 2014 hatten wir 15 Millionen Euro Schulden, den wir auf zwölf Millionen Euro reduziert haben. Zusätzlich haben wir die Rücklagen auf vier Millionen erhöht. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir in den nächsten sechs Jahren ordentlich in Schulen und Kindergärten investieren können.

Hann: Die Investitionen der Stadt in den letzten Jahren gehört einfach dazu, das sind die Aufgaben einer Stadt. Was mir fehlt, ist der Blick in die Zukunft. Wenn man Schulden abbauen muss, ist das klar. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man wieder nach vorne schauen muss. Es geht um die Idee, wo wollen wir mit Neuötting hin. Die Stadt kann mehr, als das was gerade passiert. Es wäre viel möglich und es muss nicht immer alles viel Geld kosten.

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