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Aus dem Bauausschuss Neuötting

Grünes Licht für Wasserturm-Umbau - Doch bei den Anwohnern stößt das Projekt auf wenig Gegenliebe

Neuöttings Wasserturm (li.) soll in Zukunft mit sechs Wohnungen so aussehen (Bauplan rechts). Darüber diskutierte der Bauausschuss mit Peter Urban und Sohn (hinten, Mitte). Dagegen stimmt nur Christa Puppe (vorne, pinkfarbenes Kleid).
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Neuöttings Wasserturm (li.) soll in Zukunft mit sechs Wohnungen so aussehen (Bauplan rechts). Darüber diskutierte der Bauausschuss mit Bauherr Peter Urban und Sohn (hinten, Mitte).

Der Winhöringer Bauunternehmer Peter Urban möchte sechs exklusive Wohnungen in den alten Wasserturm bauen. Viel Stahl muss voraussichtlich transportiert werden. Anwohner machen sich deswegen Sorgen. Die Zufahrt in der Pfarrer-Leeb-Straße ist viel zu eng und marode.

Neuötting - Alles könnte so schön sein. Auch Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder verkündete beim Bauausschuss am Mittwoch (3. August) mit spürbarer Erleichterung, dass „der Wasserturm, der auch ein Wahrzeichen unserer Stadt ist, endlich einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird.“ Dementsprechend stimmten - bis auf eine Gegenstimme - die Mitglieder des Bauausschusses für das Bauvorhaben von Peter Urban bzw. seiner Firma Urban & Urban aus Winhöring. Es handelt sich um ein Immobilienprojekt im mittleren bis höheren Preissegment.

So schön und exklusiv soll das Wohnen im alten Wasserturm einmal sein. Die Baupläne stammen vom Architekturbüro Bubl.

Das Wohnungs-Bauprojekt am Wasserturm in Neuötting

Der Neuöttinger Wasserturm ist circa 32 Meter hoch und wird seit mindestens 20 Jahren nicht mehr für die Wasserversorgung von Privathaushalten der Stadt genutzt. Nach dem Verkauf 1994 an den Unternehmer Peter Urban steht der Turm seit vielen Jahren unverändert neben dem Paulusstift. Er wird aktuell als Lagerraum genutzt und ist Träger zahlreicher Sendemasten von Mobilfunkanbietern, die Pachtgebühren bezahlen.

Aufgrund bautechnischer Notwendigkeit, um den Komfort für die Bewohner zu erhöhen - und als vorgeschriebener brandschutztechnischer Fluchtweg - planen Urban & Urban gemeinsam mit dem Architekturbüro Bubl aus Altötting eine Wendeltreppe aus Stahl am Wasserturm. Das Gebäude ist bereits nachträglich an die Kanalisation angeschlossen worden.

Insgesamt sollen sechs Wohnungen auf ebenso vielen Stockwerken im Turm entstehen, die jeweils circa 100 m2 Wohnfläche aufweisen. Ob diese vermietet oder verkauft werden, ist noch nicht geklärt.

Die einzige Gegenstimme - von Grünen-Stadträtin Christa Puppe - hat es allerdings in sich

Denn Puppe ist selbst Anwohnerin am Wasserturm und kennt die strukturelle Problematik oben auf dem Berg in der Pfarrer-Leeb-Straße. Der gewundene Weg zum höchsten Punkt - zugleich zentrale Zufahrtsstraße zu zahlreichen privaten Anwesen - ist extrem eng, nur in einer Richtung (nicht im Gegenverkehr) befahrbar und seitlich zu großen Teilen abschüssig. Das Kopfsteinpflaster wurde seit Jahrzehnten nicht erneuert. In jüngster Vergangenheit kam es auch schon zu einigen Wasserrohrbrüchen unter der Straße, die dringend sanierungsbedürftig wäre. Auch alte Gasleitungen sind hier unter der Fahrbahn verlegt. Christa Puppe betreibt auf halber Höhe ein Gästehaus mit Namen „Neuöttinger Stadtblick“. Auch der Wasserturmgarten ist eines ihrer Projekte.

Schwer vorstellbar, dass hier Lkws in höherer Taktung, beladen mit Baumaterialien hoch- und runterdonnern, wenn die Bauarbeiten am Wasserturm einmal begonnen haben. 2024 soll es soweit sein, wenn es nach Peter Urban geht. Der Unternehmer war in Begleitung seines Sohnes am Mittwoch im Rathaus Neuötting anwesend und durfte sein Projekt den Stadträten erklären. Dabei reagierte er auch auf Einwände von einigen Bauausschuss-Mitgliedern, wie Christa Puppe, Franz Wiesmüller (CSU) dem zweiten Bürgermeister Horst Schwarzer (CSU).

Peter Urban verspricht Lösungen und versucht, Bedenken zu zerstreuen

Vor allem ging es um die Frage der Stellplätze für künftige Wohnungseigentümer bzw. -mieter rund um den Wasserturm, das Fahrtrecht der Anwohner auf dem Urban-Grundstück und die zu erwartende Verkehrsbelastung an der Engstelle. Diese Bedenken versuchte Urban mit einem selbstbewussten Auftritt zu zerstreuen: „Mein Grundstück darf befahren werden. Auch Stellplätze können entsprechend am Turm angelegt werden.“ Einen Teil der Kanalisation rund um den Turm, die über Privatgrundstücke verläuft, könne man „auf öffentlichen Grund umlegen“. Ein befürchtetes Verkehrschaos mit Aus- und Einfahrtschwierigkeiten könne man „mit einem Licht- bzw. Ampelsystem vermeiden“.

Anwohner zeigen sich bei Ortsbegehung in Neuötting besorgt

Bei einer Ortsbegehung im Nachgang des Bauausschusses konnte innsalzach24.de mit einigen Anwohnern sprechen, die Zweifel an den ambitionierten Plänen von Peter Urban hegen. „Er hat kommerzielle Interessen mit seinen Immobilien und der Verkauf des Geländes von der Stadt war nicht glücklich“, so eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Dadurch sei die „frühere städtische Verkehrsanbindung auf öffentlichem Grund verloren gegangen“ und einige Anwohner seien theoretisch vom Straßennetz abgeschnitten worden. „wenn hier in einigen Jahren sechs bis zwölf weitere Pkws täglich rauf und runter fahren, ist die Zufahrt dafür nicht geeignet. Auch Wildparken dürfte zunehmen und ich kann mir nicht vorstellen, wo und wie die Parkplätze am Wasserturm drapiert werden, wo es jetzt schon sehr eng ist“, so ein besorgter Anwohner.

So sieht es rund um den Wasserturm in Neuötting aus

Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.
Idyllisch, aber eng: Das Wohngebiet um den Wasserturm in der Pfarrer-Leeb-Straße in Neuötting.  © OVB24 / rok

Aus Sicht des Hochbauamts der Stadt Neuötting könnte es tatsächlich noch problematisch werden, sollten die Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungsdienste nicht freigehalten werden können. Daher könnte das Thema am 11. August bei der Sitzung des Neuöttinger Stadtrats nochmals diskutiert werden. Peter Urban selbst zeigte sich vorsichtig, das den Zeitplan und den Beginn der Erschließung sowie der Bautätigkeit angeht: „Mit Planungen sollten wir 2023 anfangen und 2024 die ersten Maßnahmen treffen.“ Baumaterialien seien aktuell „genauso schwer zu bekommen wie Handwerker.“

Eine neue Zufahrt über das Müller Bräu Gelände ist prinzipiell denkbar

Könnte eine neue Zufahrt zum Wasserturm über die Burghauser Straße eine Lösung für die Probleme sein? Christa Puppe hält das für möglich: „Wenn sich Peter Urban und Reinhard Müller vom benachbarten Müller Bräu einigen“. Offiziell kommuniziert wurde dahingehend allerdings noch nichts. Auf Nachfrage von innsalzach24.de bringt Christa Puppe auch „eine Zufahrtsgenehmigung für die Baustelle über das Gelände am Paulusstift“ ins Spiel. Das sei aber vermutlich „schwierig, weil die Ruhe der Anlage für Menschen mit Behinderung, die dort leben, wichtig ist“.

Für eine abschließende Baugenehmigung durch das Landratsamt Altötting muss die freie Zufahrt zu allen Gebäuden am Hang für Feuerwehr und Rettungsdienste gesichert sein. Eine Inspektion durch den Kreisbrandmeister steht noch aus. Christa Puppe vermutet „eine Ewig-Baustelle mit vielen kleinen Transporten, falls der Bauherr die ungesicherte Hangstraße als Handwerker-Zufahrt nutzen muss, da diese auf Fahrzeuge mit maximal 3,5 Tonnen Gewicht beschränkt ist.“

„Ich persönlich sehe Peter Urban als hilfsbereiten Menschen“

Sie hat laut eigener Aussage „dem Bauamt Neuötting alle Einwände mit Unterschriften der betroffenen Anlieger als schriftliche Eingabe vorgelegt“. Persönlich habe sie nichts gegen Peter Urban: „Ich empfinde ihn als netten und hilfsbereiten Menschen. Auch das Vorhaben mit der Nachverdichtung finde ich prinzipiell gut für Neuötting. Doch umsetzbar muss es sein im Sinne aller Beteiligten und der Anwohner“.

-rok-

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