Wird bald Asbest in Neuötting gelagert?

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Neuötting - Das Planfeststellungsverfahren läuft bereits: Bald könnte in einer Deponie der Firma Freudlsperger Asbest gelagert werden. Ein Gutachten gibt grünes Licht.

400 Kilometer nimmt die Firma Freudlspeger gegenwärtig auf sich, um asbesthaltige Abfälle sowie Abfälle, die künstliche Mineralfasern enthalten, in einer Deponie im Landkreis Bad Kissingen in Unterfranken zu lagern. In ganz Südostoberbayern gäbe es nur noch geeignete Deponie, und zwar im Landkreis Berchtesgadener Land. Dort dürfen allerdings nur landkreiseigene Abfälle gelagert werden.

Asbest:

Asbest galt einst als "Wunderfaser", unter anderem weil er hitze- und säurebeständig und ein hervorragendes Dämmmaterial ist. Inzwischen ist der Einsatz von Asbest EU-weit verboten, weil nachgewiesen wurde, dass diverse Gesundheitsgefahren von Asbest ausgehen. So können freigesetzte Asbestfasern in der Lunge "Asbestose" auslösen, eine Staublungenkrankheit. 

Das Unternehmen möchte deshalb künftig seine eigene Deponie in Neuötting für die Lagerung eben jener Stoffe nutzen. Ein entsprechender Genehmigungsantrag ist gestellt, das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern läuft bereits. Neben Neuötting hat auch Altötting eine Stellungnahme zum laufenden Verfahren abgegeben, denn aufgrund ihrer Lage an der Stadtgrenze tangiert die Deponie auch die Belange der Kreisstadt. Mit einer Mehrheit von 18 zu 3 Stimmen äußerte der Altöttinger Stadtrat keine Bedenken gegen die Ablagerungspläne von Freudlsperger, sofern keine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung besteht. Außerdem möchte die Stadt sichergestellt wissen, dass das geplante Naherholungsgebiet in der Nähe der Deponie nicht beeinträchtigt wird.

Gutachten: Kaum Zusatzbelastung durch Immissionen

Die bisherigen Untersuchungen sind positiv für die Firma verlaufen. So kommt eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung zu dem Ergebnis, dass durch die geplante Erweiterung der zu deponierenden Stoffe keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind. Ein immissionsschutzrechtliches Gutachten hat zudem ergeben, dass die Anforderungen zum Schutz der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen sowie der Schutz vor erheblichen Belästigungen oder erheblichen Nachteilen durch Staubniederschlag erfüllt sind. Für die nächstgelegene Wohnbebauung müsste zwar einem weiteren Gutachten zufolge mit einer Zusatzbelastung an Immissionen von Asbestfasern und künstlichen Mineralfasern gerechnet werden. Das Ausmaß halten die Fachleute jedoch für so gering, dass es nicht relevant ist.

Die Deponie in Neuötting war von einer stillgelegten Deponie der Klasse 0 zu einer Deponie der Klasse 1 nachgerüstet worden. Die Firma Freudlsperger rechnet mit einer jährlichen Ablagerung von etwa 5000 Tonnen Asbest, 2500 Tonnen künstlicher Mineralfasern sowie 7500 Tonnen Abdeckmaterial. Der Anlagebetrieb ist für einen Zeitraum von rund 15 Jahren vorgesehen.

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