Strickfieber: "Gefühlte 150.000 Meter"

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Die fleißigste Strickerin Karin Kirmeier (r.) mit der Verwaltung vom Innpark-Seniorenheim

Neuötting - "Bei 200 Metern hab ich aufgehört zu zählen." Ein bisschen verrückt sind die Neuöttinger schon - verrückt nach Stricken auf jeden Fall! Dem Strickfieber auf der Spur:

Der verstrickte Weiher

Mülleimer, Fahrradständer, Brunnen, Litfass-Säulen, Rathaus - alles verstrickt. Neuötting ist nicht wiederzuerkennen. Ein entsetzliches Strickvirus grassiert in der Stadt und schlägt immer weiter um sich. Angefangen hat alles im Januar mit der Aktion "Neuötting strickt". Eine Strickliesl-Schnur sollte von Stadttor zu Stadttor gestricklieslt werden. Dabei rausgekommen sind sage und schreibe 1195 Meter bunte Schnur, die jetzt nicht nur von Tor zu Tor reicht, sondern über die Straßenlaternen und Häuser am ganzen Stadtplatz gespannt ist. Aber damit nicht genug. Die Pestalozzi-Schule, das BRK-Altenzentrum, das Innpark-Seniorenzentrum und unzählige Neuöttinger Bürger haben ihre Hände nicht weglassen können von den Stricknadeln. Und so ging es weiter.

Fotos: Dem Strickfieber auf der Spur

Neuötting: Strickfieber greift um sich

"Karin Kirmeier war die Fleißigste!"

Karin Kirmeier (vorne) war die Fleißigste im Seniorenzentrum!

Wir haben eine der fleißigsten Strickerinnen getroffen. Karin Kirmeier ist eine Bewohnerin im Innpark-Seniorenzentrum - und war von April bis Juni täglich zwei bis drei Stunden nur mit Stricken beschäftigt. "Bei 150.000 Metern habe ich aufgehört zu zählen," lacht sie. Tatsächlich hat die 50-Jährige rund 300 Meter alleine gestrickt. Und was ist damit passiert? Der ganze Weiher im Park des Zentrums ist umstrickt - komplett. "Das hört sich vielleicht blöd an, aber für mich ist das Stricken die reinste Entspannung," erzählt die sympathische Dame. "Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit kam, hat Karin mir schon wieder ein neues Knäuel Gestricktes überreicht," lacht Beate Hauser von der Zentrums-Verwaltung. Am liebsten hat Kirmeier in pink gestrickt - das ist nämlich ihre Lieblingsfarbe.

Von Sockenbäumen und Mülleimer-Mützchen

Der Sockenbaum

Eine außergewöhnliche Idee hatte auch das BRK Seniorenzentrum. Sie haben in ihrer Cafeteria einen Sockenbaum entworfen: Unzählige Socken und sonstige Strick-Kunstwerke tronen dort und erfreuen die Bewohner bei der täglichen Mahlzeit. "Uns hat's schier erschlagen, wie viele hier saßen und mitgestrickt haben - es war proppevoll," erinnert sich Mitinitiatorin Heike Wienzl vom Stadtmuseum.

Großes Finale am 28. Juli

Richtig verstrickt wird's nochmal am 28. Juli von 10 bis 12 Uhr. Dann geht das große Finale der Aktion über die Bühne: Der Marien-Brunnen auf dem Stadtplatz wird komplett eingestrickt. Jeder kann mitmachen! Wir sind gespannt, wie diese letzte verrückte Aktion am Ende ausschauen wird.

ds

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