Müllverbrennung 2013 schuldenfrei

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Millionenteuer, bald schuldenfrei: die Müllverbrennungsanlage des ZAS in Burgkirchen.

Burgkirchen - 280 Millionen Euro Schulden hatte der Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) mit der Verbrennungsanlage Burgkirchen noch 1995. In vier Jahren sollen die Schulden komplett abgetragen sein.

Der Verbrennungspreis wird wieder gesenkt. Der ZAS senkt den Verbrennungspreis pro Tonne für die Verbandsmitglieder ab 2010 nur ein Jahr nach der letzten Preisminderung erneut um zehn Euro. Der Anlieferpreis für den MVA-Standort Landkreis Altötting beträgt dann 63 Euro, für die restlichen Verbandsmitglieder 124 Euro. Ursache ist die Schuldendienstumlage, die bei dem am Dienstag auf der Verbandsversammlung abgesegneten Wirtschaftsplan 2010 eine Entlastung von 2,1 Millionen Euro vorsieht - ein erfolgreicher Start für den ZAS nach der Fusion von Müllheizkraftwerk und Ferntransport-System vor einem Jahr. Der ZAS soll am Jahresende nur noch 37 Millionen Euro Schulden haben.

Trotz der Preissenkung am Jahresanfang wird der Gewinn 2009 wieder auf Vorjahresniveau liegen. Das hat der ZAS-Verbandsvorsitzende und Altöttinger Landrat Erwin Schneider den Verbandsräten mitgeteilt. MVA-Leiter Robert Moser bezifferte die Bilanzsumme 2008 auf 161,077 Millionen Euro, den dabei erzielten Gewinn auf 14,581 Millionen Euro. Dabei waren 2008 mit 227.959 Tonnen Müll etwa 7489 Tonnen weniger angeliefert worden als noch 2007. Von außerhalb war weniger Abfall angeliefert worden.

Für das Jahr 2009 erwartet der ZAS eine Anliefermenge auf Vorjahresniveau. Schneider stellte fest, "dass die Anlagen zufriedenstellend laufen und vor allem wieder voll ausgelastet sind".

Schneider sagte, die Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Rosenheim über zusätzliche Anlieferungen des Landkreises sei "einvernehmlich angepasst" und um 20 Jahre verlängert worden. Dadurch habe die dauerhafte Mengensicherung der Grundauslastung um rund 24.000 Tonnen pro Jahr bis ins Jahr 2034 verbessert werden können.

Neben der Mengensicherung hat der ZAS auch Einspar-Möglichkeiten genutzt: Durch die Übernahme des Betriebs im Müllheizkraftwerk und im Ferntransportsystem seien statt der erwarteten zwei Millionen heuer mehr als fünf Millionen Euro eingespart worden. Ergänzt wird dies kommendes Jahr durch eine Ersparnis von 650.000 Euro beim Schienentransport nach einer Neuausschreibung für die rund vier Millionen Tonnen Müll, die die Burgkirchener Anlage per Zug erreichen.

Doch Schneider warnt angesichts der Diskussion über eine Umsatzbesteuerung der öffentlichen Abfallentsorgung vor zuviel Euphorie. Der ZAS-Chef: "Für die Bürger in den Mitgliedslandkreisen würde die Umsatzsteuerpflicht zwangsläufig zu einer erheblichen Verteuerung führen, ohne dass damit irgendeine Leistungsverbesserung einhergeht." Schneider forderte die Einhaltung der Regelung des Koalitionsvertrages, nach der "Aufgaben der Daseinsvorsorge nicht über die bestehenden Regelungen hinaus steuerlich belastet werden sollen." Andernfalls sei die 2012 vorgesehene Entgeltsenkung dauerhaft gefährdet.

Laut Schneider werden die "strengen Emissionsgrenzwerte" der Verbrennunsanlage wie in den letzten Jahren weit unterschritten. Auswirkungen auf die Umwelt und Umgebung des Müllheizkraftwerkes seien nicht festgestellt worden. Eine Zahl Schneiders: Durch die Müllverbrennung werden pro Jahr etwa 70.000 Megawatt-Stunden Strom in das Netz eingespeist - Energie für etwa 20000 Haushalte.

rob

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