In den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Traunstein

Immer weniger Bäcker und Metzger – auch in der Region

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Metzgereien und Bäckereien im bayernweiten Vergleich zwischen 2011-2016

Altötting/Mühldorf/Traunstein - Es gibt immer weniger Bäcker und Metzger in Bayern. Die Zahlen für die Landkreise im bayernweiten Mittel: 

Landkreise im Vergleich

Im Landkreis Altötting ist insbesondere die Zahl der Metzgereien stark gesunken. Gab es 2011 noch 30, waren es 2016 nur mehr 24. Bäckereien gibt es noch 27 (31 im Jahr 2011) und die Zahl der Konditoreien ist nur um eine von 6 auf 5 gesunken. 

Im Landkreis Mühldorf Sind ebenfalls in erster Linie die Metzger betroffen, waren es 2011 noch 32 Betriebe dieser Zunft, sind es jetzt nur mehr 22. Die Zahl der Bäcker ist von 31 auf 23 gesunken, die Zahl der Konditoreien hat sich von 3 auf 7 dagegen mehr als verdoppelt. 

Im Landkreis Traunstein gibt es statt 53 Metzger nur noch 44, die Zahl der Bäcker ist von 47 auf 35 gesunken, die der Konditoren von 18 auf 16. 

SPD-Heimatabgeordneter Günther Knoblauch, der auch Mitglied in der Enqûete- Kommission für Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern ist, zeigt sich alarmiert: „Häufig sind es die Bäcker und die Metzger im Ort, die die Nahversorgung aufrecht erhalten, wenn Supermärkte schließen. Wenn jetzt auch noch die Bäcker und Metzger verschwinden, ist die Nahversorgung in den Dörfern tot. Da hilft auch kein schnelles Internet, um die Lebensqualität vor Ort aufrechtzuerhalten.“ 

Verheerende Situation

Die sinkende Zahl der Betriebe hat in der Regel auch einen Rückgang beim Personal zur Folge. Die Zahl der im Lebensmittelhandwerk tätigen Personen ist im Zeitraum von 2011 bis 2014 sowohl im Landkreis Mühldorf als auch im Landkreis Traunstein gesunken, in Mühldorf von 784 auf 700 Personen, in Traunstein von 1644 auf 1251 Personen. Im Landkreis Altötting sind entgegen dem Trend mehr Personen im Lebensmittelhandwerk beschäftigt, 737 statt 697. Die Zahlen für 2015 und 2016 liegen noch nicht vor. Auch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt der Branche ist verheerend und von rückläufigen Zahlen in allen drei Kreisen gekennzeichnet.

So ist nicht nur die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger gefährdet, sondern die Berufe an sich sind in Gefahr. Daher schlägt Knoblauch vor, die Ausbildung zum Meister endlich kostenfrei zu machen. „Ein kostenfreier Meister wäre ein echter Schritt nach vorne“, betont er. Zudem müsse die Staatsregierung ihre kontraproduktive Abschiebepolitik überdenken, fordert Knoblauch: „Viele Flüchtlinge suchen gerade im Lebensmittelhandwerk eine berufliche Perspektive. Nicht selten werden sie vom Betrieb mit Kusshand eingestellt, erhalten einen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag oder Praktikumsplatz, um anschließend abgeschoben zu werden.

Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch

Auch im Landkreis Rosenheim geht die Zahl der Bäcker und Metzger zurück.

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