Igel sind keine Haustiere!

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Landkreis - Aus aktuellem Anlass bittet die Naturschutzbehörde die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis keine unverletzten, freilaufenden Igel bei sich zuhause aufzunehmen.

Igel sind geschützte Wildtiere, die nicht gefangen und nicht als Haustiere gehalten werden dürfen. Bei nicht artgerechter Pflege sterben viele Igel im Laufe des Winters oder kurz nach der Auswilderung im Frühjahr.

Nur Igel, die tagsüber bei geschlossener Schneedecke, Dauerfrost oder tief gefrorenem Boden liegend oder torkelnd gefunden werden, benötigen evtl. Hilfe, da sie dann vermutlich krank sind. In diesen Fällen sollte der Igel umgehend zu einer Igelstation oder zu einem Tierarzt gebracht werden, der Erfahrungen mit Igel hat.

Auch junge Igel sind jetzt gelegentlich wieder anzutreffen. Dies ist aber ganz normal. Die Herbstigel werden jetzt von der Mutter entwöhnt, damit sich alle eigenständig gut auf den Winter vorbereiten können. Dazu haben sie jetzt noch genügend Zeit.

Wer aber jetzt schon den Igeln helfen will, sollte diese nicht aus ihrem Lebensraum reißen und sie so in der überlebensnotwendigen Futtersuche behindern, sondern sollte, wenn überhaupt, nur zusätzliche Nahrung in Form von Katzen- oder Hundefutter draußen zur Verfügung stellen.

Igel sind Einzeltiere, die sich das ganze Jahr über im menschlichen Siedlungsbereich wohlfühlen. Auf ihren nächtlichen Streifzügen nach Futter können sie Strecken von über 2 km zurücklegen. Sie ernähren sich überwiegend von Schnecken, Regenwürmern und Insektenlarven. Mit dieser Nahrung fressen sie sich im Herbst eine dicke Speckschicht an, von der sie während ihres Winterschlafes zehren.

Haus- und Gartenbesitzer können aktiven Igelschutz betreiben, indem sie ausreichende Nahrungsquellen und geeignete Ruheplätze schaffen. Dazu gehört es, Laub, Gestrüpp, abgetrennte Äste und Zweige im Garten so auf einen Haufen zu schichten, dass Hohlräume bestehen bleiben. In diesen Hohlräumen richtet sich der Igel seine Schlafstätte ein, die er selber mit Laub und Krautwuchs auspolstert. Wer den Gebrauch von Insektengiften und Schneckenkorn vermeidet, schafft eine gesunde Nahrungsgrundlage für den Igel. Die Vermeidung von Rattengift trägt ebenfalls zum Schutz der Igel bei.

Die Untere Naturschutzbehörde erteilt unter Tel. 08671/ 502-532 gerne weitere Informationen oder im Internet unter www.pro-igel.de.

Pressemeldung Landratsamt Altötting

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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