Wegen PFOA-Belastung

BRK will kein Blutplasma von Spendern aus Raum Altötting verwenden

Altötting - Bis auf weiteres will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kein Blutplasma von Spendern aus dem Raum Altötting mehr direkt am Menschen verwenden. Grund ist die PFOA-Belastung im Wasser.

Allerdings könnten die bei der Blutspende gleichzeitig gewonnenen roten Blutkörperchen laut weiterhin genutzt werden, da in ihnen Perfluoroctansäure nicht enthalten sei, erklärte das BRK in einer Stellungnahme an den Bayerischen Rundfunk (BR). Beispielsweise bei einem Blutverlust nach einem Unfall können beide Blutbestandteile zum Einsatz kommen.

Das BRK rät außerdem früheren Mitarbeitern des Chemiebetriebs Dyneon von einer Blutspende ab. Der Grund sei, dass eventuell hohe PFOA-Gehalte zu erwarten seien. "Vorsorgegesichtspunkten" seien der Grund für dieses Vorgehen, so das BRK gegenüber dem BR.

Noch für Jahre Belastung für Einwohner

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Die Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) wird die Menschen der Region Altötting noch über viele Jahre belasten. Das erklärte die Staatsregierung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Florian von Brunn Ende Dezember. Zuletzt war die Angelegenheit auch Thema im Gemeinderat Burgkirchen.

Wie berichtet konnte der Stoff, der nach Experteneinschätzung eine Reihe von Krankheiten wie auch Krebs begünstigen könnte, 2016 bei Kontrollen in Blutspenden aus der Gegend festgestellt werden. Inzwischen wurden Trinkwasserbrunnen geschlossen und zusätzliche Aktivkohleanlagen eingebaut, um das Wasser zu reinigen. Dennoch werde die Belastung aufgrund der hohen Halbwertszeit im Blut nur langsam abnehmen, teilte die Staatsregierung mit. Die Halbwertszeit liege laut Umweltbundesamt bei dreieinhalb Jahren, erläuterte von Brunn dazu.

Chemikalie stammt von Firma aus Gendorf

Die Chemikalie stammte aus der Produktion einer Firma im Chemiepark Gendorf im Landkreis, in der sie bis vor etwa zehn Jahren legal verwendet wurde. Das Gesundheitsamt Altötting nahm seit 2006 Trinkwasserproben; ab 2009 wurde laut Staatsregierung sauberes Wasser zugemischt und eine erste Aktivkohlefilteranlage installiert. Im vergangenen Jahr reichte das nicht mehr. Nach einer Verschärfung des Wertes 2016 wurden laut Staatsregierung Brunnen außer Betrieb genommen und der Einbau weiterer Aktivkohlefilteranlagen geplant.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Jan Woitas/dp

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