Mangelnde Information an die Bürger?

Nach den Vorwürfen: Wasserzweckverband meldet sich zu Wort

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Niedergottsau - Nach den Vorwürfen vom Neuöttinger Stadtrat äußert sich der Wasserzweckverband Inn-Salzach zum Thema "Keimbelastung des Trinkwassers".

Nach den Vorwürfen hat das Redaktions-Team von innsalzach24.de den Wasserzweckverband Inn-Salzach um Stellungnahme gebeten.

Stadtrat Neuötting unzufrieden über mangelnden Informationsfluss

Neuöttings Stadtrat Bernd Jändl hatte sich auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats negativ über den Informationsfluss des Wasserzweckverbands geäußert.  

Die Bürger seien nicht entsprechend informiert worden, so Jändl. Auf einem Weihnachtsmarkt im betroffenen Ortsteil Alzgern "haben sie das Spülwasser abgekocht".

Er hätte sich schon bei der Feststellung, dass das Wasser mit coliformen Bakterien belastet ist, einen Handzettel wie den aktuellen zur Chlorierung gewünscht. Die Bürger seien mit ihrem Sorgen alleine gelassen worden.

Tobias Bauer (Wasserwart) meldet sich zu Wort

Nun bezieht Herr Tobias Bauer (Wasserwart, des Wasserzweckverbands Inn-Salzach)  auf Anfrage unserer Redaktion Stellung: "In den Presseberichten war die routinemäßige Probe vom 16. Dezember als erste Untersuchung genannt. Darin war eine geringfügige Grenzwertüberschreitung (2 KBE coliforme Keime) festgestellt worden. Die Bevölkerung beschwerte sich, dass dies vom Versorger erst Tage danach bekanntgegeben wurde."

Das Labor braucht seine Zeit

Dafür müsse man wissen, dass das Datum der Probenentnahme nicht automatisch dem Datum entspreche, an dem der Endbefund vorliegt. "Das heißt, dass die Analytik im Labor eben auch ihre Zeit braucht. Bis zum Ergebnis vergehen ein paar Tage. Der Befund lag uns am 20. Dezember vor, woraufhin sofort reagiert wurde und alle Arbeitsschritte gemeinsam in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Altötting korrekt abliefen", erklärt Bauer. 

"Im Klartext: Meldung an das Gesundheitsamt, Referenzprobe (um einen Messfehler auszuschließen) und darauffolgende Information der Bevölkerung über die Presse und das Internet. Auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden wurden direkt informiert.", erläutert Bauer.

"Die meisten Stämme coliformer Bakterien sind ungefährlich"

Die Bekanntgabe an alle Haushalte per Einwurf eines Handzettels sei im ersten Schritt noch nicht durchgeführt worden, um eine "Katastrophenstimmung" zu vermeiden, da es sich nur um eine Abkochempfehlung handelt und die Belastung sehr gering gewesen sei. Die meisten Stämme coliformer Bakterien seien ungefährlich, lediglich wenige könnten Durchfall hervorrufen. 

"Meiner Meinung nach wurden sämtliche relevante Sprachrohre zur Öffentlichkeit (Presse, Homepage der Gemeinden, Facebook, Innsalzach24, Einwurfzettel, öffentliche Aushänge) genutzt. Wir sind jedoch jederzeit offen für Verbesserungsvorschläge", erklärt Bauer.

Aktuelle Situation Chlorung seit 9. Januar

Zur aktuellen Situation sagt Bauer: "Die letzten Proben sind in Ordnung". Das Wasser müsse nicht abgekocht werden. Die Dauer der Chlorung legt das Gesundheitsamt fest. "An dieser Stelle möchte ich mich auch für die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt bedanken" erklärt Bauer abschließend.

Clorung des Trinkwassers seit 9. Januar.

mz

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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