Derzeit knapp über 100 Impfungen täglich – Dreifache Anzahl wäre kein Problem

Neuer Leiter für Impfzentrum Neuötting: „Wichtig, dass wir in den Regelbetrieb kommen“

Dr. Dieter Gilles übernimmt ab dem 1. Februar die technische Leitung im Impfzentrum Neuötting.
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Dr. Dieter Gilles (rechts) übernimmt ab dem 1. Februar die technische Leitung im Impfzentrum Neuötting. Dabei kümmert er sich vor allem um organisatorische Aufgaben.

Der ehemalige Wacker-Werksleiter Dr. Dieter Gilles wird ab dem 1. Februar die technische Leitung des Impfzentrums von Dr. Josef Mitterpleininger übernehmen. Landrat Erwin Schneider sieht den Landkreis Altötting damit gut aufgestellt. 

Landkreis Altötting – „Wir werden die Pandemie meistern, doch dafür brauchen wir zuverlässige Personen, die wir jetzt gefunden haben“, äußerte sich Landrat Erwin Schneider bei der offiziellen Stabsübergabe am Freitag, 29. Januar, im Neuöttinger Impfzentrum. Der bisherige Leiter Dr. Josef Mitterpleininger sei immer mit Herzblut dabei gewesen, doch er gehöre nun mal nicht dem Landkreis und wird wieder zu seiner Tätigkeit bei der Berufsgenossenschaft zurückkehren.


Dr. Dieter Gilles neuer Leiter des Impfzentrums in Neuötting: „Große gesellschaftliche Aufgabe“

„Ich freue mich darauf. Es ist eine große gesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Dr. Dieter Gilles, der noch bis zum Ende vorherigen Jahres Werksleiter der Wacker Chemie in Burghausen war. Dort habe er die letzten neun Monate bereits viel mit dem Landrat und dem Thema Corona zu tun gehabt. Letztlich habe er angeboten zu helfen. Seit dem 10. Januar war Gilles regelmäßig im Impfzentrum, um in die Themen eingearbeitet zu werden.


Offizieller Dienstbeginn ist am 1. Februar. „Ich werde das Amt solange wie nötig ausüben. Wichtig wird in den kommenden Wochen sein, dass wir in einen Regelbetrieb kommen und möglichst wenig Termine absagen“, so Gilles. Bislang werden aufgrund des Impfstoff-Engpasses etwas mehr als hundert Impfungen täglich durchgeführt. Laut Mitterpleininger könnte die dreifache Menge locker bewerkstelligt werden, sogar bis zu 1.000 Impfungen seien möglich.

Zum Abschied dankte Landrat Erwin Schneider (links) Dr. Josef Mitterpleininger (Mitte) und überreichte ein Abschiedsgeschenk. Dr. Dieter Gilles (rechts) sei für Schneider ein geeigneter Nachfolger.

Schneider: „Einer der Väter des Impfzentrums“

Zentrale Aufgaben für Gilles sind vor allem organisatorische. „Besonders die Logistik spielt eine große Rolle. Wann brauchen wir wie viel Impfstoff? Wie sieht es mit dem Lager aus? Aber auch die Einladungen an die Bürger müssen verschickt werden. Das alles muss koordiniert werden“, erklärt Gilles. Zusammen mit der medizinischen Leitung, Dr. Kathrin Mitterpleininger, kümmert er sich zudem um den Betrieb des Zentrums. Unterstützung aus der Industrie bekommt der neue technische Leiter von Martin Siebert, ehemaliger Leiter der Werksicherheit in Gendorf.

„Beide sind interessante Industriepersonen, die sich mit dem Katastrophenschutz auskennen. Bei medizinischen Fragen sind beide inhaltlich nicht überfordert“, ist sich Schneider sicher. Für Mitterpleininger endet damit eine dreimonatige Zeit, in der er für den Landkreis Altötting im Einsatz war. „Dafür möchte ich Ihnen danken. Sie sind einer der Väter des Impfzentrums. Ich bin mir sicher, Sie werden diese Zeit nie vergessen“, so der Landrat.

In Kürze alle Impfungen in Senioreneinrichtungen abgeschlossen

Anfang November war Mitterpleininger eigentlich zur Unterstützung für das Testzentrum im Neuöttinger Hallenbad gekommen. Damals sorgte die Testpflicht für Grenzpendler für deutlich mehr Arbeit. Doch nach drei vier Wochen drehte sich dann eigentlich alles nur noch um das Impfzentrum, das laut der Regierung bis zum 15. Dezember startklar sein musste.

Der bisherige Leiter übergibt aber eine ordentliche Struktur. „In Kürze werden alle Personen in den Senioreneinrichtungen geimpft sein, die das auch wollten. Inzwischen wurden auch über 8.000 Bürger angeschrieben, die bis zum 1. April über 80 Jahre alt sind“, so Mitterpleininger über den aktuellen Stand. Danach glaube er, dass die Todesfälle in der Region deutlich zurückgehen werden. Auch dass der Impfstoff bei allen bislang gut verträglich war gibt Hoffnung. „Ich hoffe, dass wir bis Spätsommer durch sind“, so Mitterpleininger abschließend.

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