Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Altötting

24 Fragen an Günther Knoblauch (SPD)

+
Günther Knoblauch, Direktkandidat der SPD im Stimmkreis Altötting hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Altötting/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Altötting bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Günther Knoblauch (SPD).

Homepage/Social Media Kanäle:

Homepage: www./guenther-knoblauch.de/

Facebook: Günther Knoblauch auf Facebook

Twitter: --

Instagram: --

Die Antworten auf den Fragebogen von innsalzach24.de

1. Name

Günther Knoblauch

2. Partei

SPD

3. Alter

70 Jahre

4. Wohnort

Mühldorf am Inn

5. Familienstand

Verheiratet

6. Kinder

Drei Kinder

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

1978 - 1990 Stadtrat, 1984 - heute Kreisrat, 1990 – 2013 Erster Bürgermeister, 2013 - heute Landtagsabgeordneter, seit 2002 weiterer stellvertretender Landrat, 1996 – 2013 Bezirksvorsitzender Oberbayern des Bayerischen Städtetages und Mitglied des Hauptausschusses Deutscher Städtetag, stellvertretender Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Region 18.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Willy Brandt, Helmut Schmidt

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Die hohe Lebensqualität bietet Zukunft für Jung und Alt.

10. Warum sind genau Sie der Richtige?

Die Leidenschaft für die Menschen in der Region zu kämpfen, dies habe ich über Jahre unter Beweis gestellt.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Die Menschen ernstnehmen, Solidarität in der Gesellschaft und ein starker Staat, der Freiheiten sichert.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen?

Infrastruktur (A94, Bahnausbau, Stundentakt und Breitband), bezahlbare Wohnungen, Familie und Beruf (guter Lohn, Kinderbetreuung, ausreichende Pflege).

13. Thema Gesundheit: Welche Maßnahmen müssen in der PFOA-Problematik ergriffen werden, reicht das Maßnahmenpaket der Staatsregierung aus?

Nein. Von PFOA betroffene Bürgerinnen und Bürger müssen bei der Gesundheitsvorsorge begleitet werden. Aktivkohlefilter müssen einwandfreies Trinkwasser sichern ohne Kosten für den Verbraucher. Bei Baumaßnahmen müssen die Regelungen des Bundes beachtet werden, das heißt, keine zusätzlichen Auflagen für Deponierung innerhalb des Landkreises Altötting.

14. Thema Wohnen: Wie kann in der Region wieder bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

Wohnen darf nicht zum Luxus werden. Der Freistaat muss bauen, bauen, bauen und nicht verkaufen! Wir brauchen eine eigene bayerische Wohnungsbaugesellschaft, der Freistaat muss seine Grundstücke den Kommunen freihändig auch für Mietwohnungsbau zur Verfügung stellen und es muss Landkreisen endlich erlaubt werden, dass sie sich auch bezahlbare Mietwohnungen schaffen dürfen.

15. Thema Infrastruktur: Wie wollen Sie den Breitbandausbau in der Region weiter vorantreiben, welche Schritte sind am dringendsten?

Wir brauchen leistungsfähiges Breitband überall – auch in Grenzregionen und auch in den Berg- und Talregionen. Dafür sind Sonderprogramme nötig. Mindestens 100 MBit überall – dies muss unser Ziel sein.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

Der Freistaat muss die Gemeinden viel stärker bei einer intelligenten Städteplanung unterstützen! Die Weiterentwicklung von Städten und Gemeinden muss möglich sein, aber nachhaltig und flächensparend. Es gilt, vorrangig brach liegendes Gelände nutzbar zu machen und Ruinen im Ortskern zeitnah abzureißen. Viele Gemeinden haben zu wenig Informationen, Geld und Personal für ein intelligentes Flächenmanagement. 

Wir wollen langfristig eine echte Flächenkreislaufwirtschaft. Dafür brauchen wir Anpassungszeit, Baurechtsänderungen und wirksame Flächensparinstrumente für die Kommunen. Konkrete Beispiel dafür sind eine verbesserte Flächenmanagement-Datenbank und eine Bedarfsprüfung vor Ausweisung von Gewerbegebieten.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Oberbayern punktet mit seinen Naturschönheiten – seinen Berglandschaften, Wäldern und Seen. Auch künftige Generationen in Oberbayern sollen in einer intakten Umwelt leben können mit sauberen Gewässern, Badeseen, gesunden Lebensmitteln, reiner Luft und guten Böden. Insbesondere auch die Trinkwasserqualität liegt mir sehr am Herzen. 

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Jeder siebte Arbeitsplatz in Bayern hängt von der Land- und Forstwirtschaft ab. Bayern braucht seine bäuerlichen Familienbetriebe. Landwirte werden nur dann in der nächsten Generation gute Lebensmittel erzeugen, wenn sie ausreichend Verdienstmöglichkeiten haben. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe stehen für Umweltschutz und Tierwohl statt Massenproduktion mit Gentechnik. 

Knebelverträge dürfen die landwirtschaftlichen Familienbetriebe nicht kaputt machen. Landwirte müssen ehrliche und kostendeckende Preise für ihre Produkte erhalten. Wir wollen, dass die Wertschöpfung vor Ort stattfinden kann und dass Niedriglöhne auch in der Landwirtschaft bekämpft werden. Der ökologische Landbau soll mit Fördermitteln und einer Unterstützung der Vermarktung ausgeweitet werden. 

Auch die Almwirtschaft muss nachhaltig unterstützt werden, um auch das Potenzial des sanften Tourismus zu nutzen. Unsere touristische Infrastruktur und die Angebote müssen umweltverträglich gestaltet werden, wir wollen keinen Raubzug an der Natur begehen, sondern noch lange von deren Schönheit profitieren.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

Als Mitglied von AWO, VdK, als langjähriger BRK-Beirat, Sportsvereinsvorstand und Ehrenschützenkommissar ist mir die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen mehr als vertraut. Sie leisten einen äußerst wertvollen Beitrag an unserer Gesellschaft, machen tolle Jugendarbeit, leben Solidarität und stärken unsere Lebensqualität.

Menschen, die Menschen helfen, muss geholfen werden. Deshalb setze ich mich seit langem für eine Erhöhung der Ehrenamts- und Vereinspauschale ein sowie für eine bessere Förderung von Mehrgenerationenhäusern und der Familienberatung und von Frauenhäusern. Auch Kommunen müssen Sportstättenförderung erhalten.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden?

Söder spaltet, statt den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern. Seine Asylpolitik ist purer Populismus. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum abgelehnte Asylbewerber nicht abgeschoben werden – an Flugzeugen fehlt es dabei nicht. Was unsere Landespolizisten angeht, so brauchen wir sie an anderer Stelle als auf Abschiebeflügen, nämlich hier vor Ort. 

Überstunden haben sie bereits genug. Wer seit 2015 bei uns lebt, sich am Arbeitsplatz bewährt hat und von der Firma benötigt wird, eine Wohnung hat, Steuern zahlt, Deutsch spricht und nicht straffällig ist, darf nicht abgeschoben werden. Kurz: Wer sich integriert hat und gebraucht wird, soll hier bleiben dürfen.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus?

Insbesondere Alleinerziehende und Kinder und Jugendliche sind von Armut bedroht. Niedriglöhne, Altersarmut und die Digitalisierung mit ihren Auswirkungen auf die Arbeitswelt sind enorme Herausforderungen, die angegangen werden müssen. Bessere Förderung von Alleinerziehenden und bessere Löhne mit guten Tarifverträgen sind wichtig – gerade auch im Hinblick auf Altersarmut.

Die Förderung der Zusammenarbeit von Gewerkschaften, Handwerk und Industrie schafft und erhält Arbeitsplätze. Zeitverträge und Leiharbeit müssen die Ausnahme sein. Das Vermögen sollte besser verteilt werden und niemand darf ausgegrenzt werden aus der Gesellschaft – ein Grundeinkommen könnte ein Weg sein. Dazu müsste diese Option stärker durchdacht, diskutiert und getestet werden.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

Die schulische und auch berufliche Entwicklung ist leider immer noch vom Geldbeutel der Eltern abhängig – wir brauchen ein gerechtes und tatsächlich kostenfreies Bildungssystem – und zwar von der Krippe bis zum Meister oder Master. Wir lassen die Schule im Dorf – im ländlichen Raum muss die wohnortnahe Schule erhalten bleiben. 

Unsere Schulen brauchen ausreichend Lehrkräfte, die es auszubilden gilt. Aber: junge LehrerInnen dürfen nicht befristet und über den Sommer in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Außerdem sollte auch die Digitalisierung Einzug in die Klassenzimmer halten. Zudem brauchen wir Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten vor Ort und Jobperspektiven nach Ausbildung und Studium. Hochschulen bilden Fachkräfte aus und bringen damit viel Potenzial in die Regionen. 

Hier habe ich viele Initiativen in den Landtag eingebracht, weil bei dezentralen Hochschulen wie in Burghausen oder Mühldorf der Freistaat seiner finanziellen Verantwortung gerecht werden muss und nicht die Städte und Gemeinden bezahlen lassen darf. Mit Erfolg: Es fließt nun mehr Geld in die Hochschulprojekte unserer Region! Im Hinblick auf die Erwachsenenbildung sollte der Freistaat endlich ein Bildungsfreistellungsgesetz verabschieden, damit Arbeitnehmer einen rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub erhalten.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden?

Das Stichwort lautet „Wahlgeschenk“ und dann auch noch undurchdacht. Wir haben von Anfang an gesagt, dass ein solches Familiengeld nicht sinnvoll ist. Jetzt zeigt sich: Es benachteiligt sozial Schwache, statt ihnen zu helfen. Und die Staatsregierung sucht die Schuld beim Bund, obwohl die CSU in der Bundesregierung die Regelung selbst mit beschlossen hat – das ist hanebüchen. 

Wir wollen in Familien investieren, so dass jeder etwas davon hat: Durch gebührenfreie Kitas und eine eigenständige Kindergrundsicherung – damit jedes Kind beste Startchancen hat. Außerdem müssen wir den Krippen- und Kitaausbau vorantreiben und unsere ErzieherInnen brauchen eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Es gibt unendlich viele drängende Baustellen in der Pflege – etwa überlastetes Personal, fehlende Fachkräfte und pflegende Angehörige, die nicht wissen, wie sie Pflege, Beruf und Familie unter einen Hut kriegen sollen. Das Landespflegegeld löst kein einziges dieser Probleme. 

Es ist lediglich ein Wahlkampfgeschenk und soll für gute Stimmung sorgen. Statt Probleme anzugehen, werden Zuckerl verteilt. Aber wir brauchen Lösungen und müssen uns den Herausforderungen stellen! Das Pflegegeld hilft nicht, wenn niemand da ist, der pflegt.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

In seiner Regierungserklärung zu Beginn seiner Amtszeit hatte Ministerpräsident Söder Versprechen verteilt – Wohnungen will er bauen, die Pflege stärken, mehr Hort- und Kitaplätze, die Hospiz- und Palliativversorgung ausbauen, ein eigenes Familiengeld, ein bayerisches Raumfahrt-Programm bis hin zur Kavallerie für die Polizei. Im Nachtragshaushalt ist davon nicht viel zu sehen. 

Die angekündigten Geschenke in Milliardenhöhe fallen plötzlich ganz klein aus oder fallen gänzlich unter den Tisch. Zum Beispiel sind nicht einmal Null Cent mehr drin für Kita- und Hortplätze. Große Ankündigungen und nichts dahinter! Das ist nicht das, was ich mir für die nächsten fünf Jahre wünsche! Die Alleinregierung der CSU brachte vielfach keine Lösungen, oft nur Arroganz.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Zurück zur Übersicht: Landkreis Altötting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser