Der Weg ist ein anderer

Wirklich "Fachkräftemangel"? Was in der Region wirklich dahinter steckt

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Landkreise – Es gibt offenbar ein Problem auf dem heimischen Arbeitsmarkt, insbesondere im Handwerk. Landläufig wird es als Fachkräftemangel bezeichnet. Das ist aber ein Begriff, der so nicht ganz korrekt zu sein scheint, schaut man sich die jeweilige Situation im Detail an.

Gefragt, ob sein Betrieb eine Lücke hinterlässt, wenn er ihn schließt, sagt der Elektroinstallateursmeister Paul Rock jun. „Nein“. Warum ist das so? Das würde doch bedeuten, dass ein Betrieb wie seiner nicht wirklich vom Fachkräftemangel betroffen ist. Wenn der Markt abgedeckt ist, wo fehlen dann die Fachkräfte

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Richtig! Bei ihm. Die Aufträge werden abgewickelt, nicht mehr mit ihm weil die entsprechende Mannschaft fehlt. Was hier also stattfindet ist etwas anderes als ein Mangel an Fachkräften, denn sie sind ja da, die engagierten jungen Menschen mit entsprechender Ausbildung.

Auf der Suche nach des Rätsels Lösung

Jens Christopher Ulrich, Pressesprecher der Handwerkskammer für München und Oberbayern gibt auf Nachfrage von innsalzach24.de einen entscheidenden Hinweis: „Wir haben rund 330 Ausbildungsberufe“, sagt Ulrich. „Dagegen stehen mehrere tausend Studiengänge.“ Wie jetzt? Also doch Fachkräftemangel? Ja und Nein!

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Tatsache sei, dass viel zu viele der jungen Leute einen möglichst hohen Schulabschluss erstreben, so der Pressesprecher der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Dabei handle es sich um junge Menschen, die einer sich stetig veränderten Wahrheit der Berufswelt aufgesessen sind. Am Studieren zu gehen sei grundsätzlich nichts Falsches zu bemerken. Wohl aber an der Tatsache, dass man mit einem Studium (trotz möglicher Betriebspraktika) sehr oft noch fernab davon sei, wie das Leben da draußen wirklich läuft.

Generation Praktikum

Ulrich spricht von einer „Generation Praktikum“: ein Problem, mit dem wir lernen müssten, damit umzugehen. Aha! Es gibt also doch einen Fachkräftemangel. „Nein“, sagt nicht nur Handwerkskammersprecher Jens Christopher Ulrich. „Nicht zwingend“. Was also ist hier los? Zu viele Hochstudierte, die in punkto Handwerk nur wenig praktische Erfahrung haben? Das darf wohl angenommen werden. Dennoch gibt es sie: die, die sich für den goldenen Boden entschieden haben, womit man landläufig das Handwerk bezeichnet.

Die Antwort ist eine andere

Was Betrieben wie dem von Paul Rock jun. zum Verhängnis geworden ist, ist offenbar eine Form der Bequemlichkeit. Soll heißen: Es gibt in der Region andere, möglicherweise attraktivere Arbeitgeber. „Den „idealen“ Mitarbeiter gibt es nicht auf dem Arbeitsmarkt“ erklärt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung, AA Traunstein. Ist es das? Ist das die Antwort? Lesen Sie mehr dazu am Mittwoch!

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