Das sagen Bürgermeister

Aus für den Städtebund Inn-Salzach: Warum hat es nicht geklappt? (2)

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Landkreise – Der Städtebund Inn-Salzach ist nicht mehr, derzeit läuft nur noch die Liquidation des einst ehrgeizigen Projekts. innsalzach24.de hat Bürgermeister von Mitgliedskommunen befragt.

Die Erste Bürgermeisterin der Kreisstadt Mühldorf bedauert das Aus für den Städtebund. „Die wirtschaftliche Bedeutung unserer Region wurde lange unterschätzt“, antwortet sie auf Nachfrage von innsalzach24.de. „Rückblickend auf die letzten 16 Jahre wurde durch die Städtebund Inn-Salzach-GmbH vieles vorangebracht.“ So habe sich der Städtebund erfolgreich beim Vorantreiben des Baus der A94 und des zweigleisigen Bahnausbaus engagiert.

„Die (…) Region wurde lange unterschätzt“ (Marianne Zollner)

Letztendlich war es der Städtebund, der bewirkte, dass die Inn-Salzachregion als Kooperationsraum mit oberzentraler Funktion in das Landesentwicklungsprogramm aufgenommen wurde und dass heute in der Region zwei gemeinsame Oberzentren entstehen werden.“ Die Ansiedelung der Hochschulausbildung in Burghausen, Raitenhaslach und jetzt auch in Mühldorf sei ebenfalls eine Folge der Erkenntnis, dass dieser Raum für das gesamte Land eine wichtige Entwicklungsregion ist.

„Es blieb keine Wahl“ (Marianne Zollner)

Nach den Austritten von Burghausen, Töging, Eggenfelden, Neumarkt-Sankt Veit und anderen waren es zuletzt nur noch fünf Gesellschafter-Kommunen in der Städtebund Inn-Salzach GmbH. „So wenige Mitglieder können nicht den gesamten Inn-Salzach-Raum vertreten und für die gesamte Region Wirtschaftsförderung und Lobbyarbeit betreiben. Auch die beiden Landkreise hätten aktiv teilnehmen müssen. Nachdem es nicht gelungen war, den Mitgliederkreis zu erweitern, verblieb den verbleibenden Mitgliedern des Städtebundes keine andere Wahl.“

Sie bedauere die Auflösung der Städtebund Inn-Salzach GmbH und dabei insbesondere dass kein stärkerer Zusammenhalt der Kommunen in der Inn-Salzachregion bestanden habe, so Zollner.„Eine neue Chance bietet sich für Mühldorf derzeit mit dem im neuen Landesentwicklungsplan vorgesehenen Oberzentrum Mühldorf – Waldkraiburg. Ich hoffe, dass hier neue Synergieeffekte entstehen werden.“

Der Städtebund Inn-Salzach ist nicht mehr, derzeit läuft nur noch die Liquidation des einst ehrgeizigen Projekts. innsalzach24.de hat Bürgermeister von Mitgliedskommunen befragt.

Aschauer Bürgermeister bedauert Ende

"Das war eine sehr gute Einrichtung", klagte der Aschauer Bürgermeister Alois Salzeder im Gespräch mit innsalzach24.de über die Auflösung. Gerade für eine Gemeinde wie Aschau sei die Möglichkeit, die lokale Wirtschaft vorzustellen überaus wichtig. Es habe einige Fälle gegeben, in denen örtliche Unternehmen durch den Städtebund auch überregional bekannt geworden seien.

„Die Zugpferde fehlten“ (Tobias Windhorst)

Auf Nachfrage von innsalzach24.de nimmt Tögings Erster Bürgermeister Tobias Windhorst noch einmal Stellung zum Austritt der Stadt aus der Städtebund Inn-Salzach GmbH zum 1. Januar 2017. Dieser Zusammenschluss habe seine Schuldigkeit getan, so Windhorst. Insbesondere nach dem Austritt von etwa Burghausen sei eines klar geworden: Man könne so gemeinsam keine Region vertreten und Wirtschaftsförderung betreiben, wenn die Zugpferde fehlten, nicht auf diesem Wege.

Was wäre gewesen, wenn …?

Wichtige gemeinsame Ziele seien erreicht, so Windhorst weiter. Der Ausbau der A94 ist vorangeschritten, die Oberzentren wurden ausgewiesen und die geplanten Hochschulstandorte sind Fakt. Was gewesen wäre ohne den Städtebund, könne er nicht sagen.

„Der Städtebund hat seine Schuldigkeit getan“ (Tobias Windhorst)

Vielleicht hätten diese Ergebnisse etwas länger gedauert und wären dann doch eingetreten.“ Man wisse es nicht. Für ein Hochglanz-Prospekt über den regionalen Wirtschaftsstandort sei ihm und letztendlich der Mehrheit des Stadtrats der Beitrag letztendlich zu hoch gewesen, so Windhorst auf die Frage zu Aussagen der damaligen Stadtratssitzung, in der der Ausstieg Tögings aus dem Städtebund beschlossen wurde.

Was ihn im Detail gestört habe und noch heute als Beleg für seine Ansichten störe, ist die Startseite der Städtebund Inn-Salzach GmbH. Dort gibt es sich abwechselnde Bilder und das erste sei immer das der Stadt Burghausen. Die aber sei schon lange vor Töging aus dem Städtebund ausgeschieden.

Lesen Sie dazu auch Teil 1 zum Aus für die Städtebund Inn-Salzach GmbH mit den Aussagen vom Aufsichtsratsvorsitzenden Johann Krichenbauer.

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