Nach mehreren Vorfällen im Kreisklinikum Altötting

Diebstahl im Krankenhaus: Wie eine Klinik dagegen vorgeht

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Landkreise – Diebstähle in einem Krankenhaus: „Das ist mehr als dreist“, möchte man sagen. So geht die Kreisklinik Altötting dagegen vor:

Ob Blinddarm-OP oder – Gott bewahre – Schlimmeres. Manchmal muss ein Aufenthalt im Krankenhaus eben sein. Unterwäsche zum wechseln, der Geldbeutel mit Ausweis, Versichertenkarte und Bargeld, das Handy und eventuell (je nach Grund des Krankenhausaufenthaltes) der Laptop: In einer Klinik gibt es viele Patienten und die führen oft viele Wertgegenstände mit sich.

Eine ziemlich dreiste Angelegenheit!

Ein Diebstahl in einem Krankenhaus ist wohl zweifellos besonders dreist. Gleich mehrere sind in jüngster Zeit aus den Kreiskliniken Altötting-Bughausen bekannt geworden: keine Einzelfälle in Bayern. Im jüngsten Fall geht es um eine Mutter. "Wegen ihres Sohnes, der auf der Intensivstation behandelt werden musste, befand sie sich zwischen 2. und 5. Januar in der Kreisklinik", berichtet die PNP. Am Ende des Aufenthaltes habe sie feststellen müssen, dass ihr Geldbeutel samt Inhalt aus dem Wertfach entwendet worden war. "Hierzu hat der unbekannte Täter laut Polizei den Schlüssel aus der Schublade des Nachttisches zum Öffnen des Faches benutzt."

So geht die Kreisklinik Altötting gegen Diebstahl vor:

Da gehen also wirklich Kriminelle durch unsere Krankenhäuser und schlagen im passenden Moment zu. innsalzach24.de hat bei den Kreiskliniken Altötting-Burghausen nachgefragt. Sprecher Oliver Keller erklärt, wie man in Altötting dagegen vorgehe: 

  • In jedem Zimmer gebe es Schließ- bzw. Wertfächer, für jeden Patienten ein eigenes. Diese kann bei Bedarf mit einem Schlüssel verschlossen werden. Diese Schieß- bzw. Wertfächer haben die Maße 30cm (Höhe) x 30cm (Breite) x 50cm (Tiefe). Ausnahmen gebe es bei Privatpatienten. Da sind sie größer.
  • Die Zimmer seien in punkto Aufbewahrung mehrfach mit deutlichen Aufklebern zur Information über diese Fächer wie zur Sicherheit der eigenen Wertsachen ausgestattet. Auch das Personal auf der jeweiligen Station würde die Patienten aktiv darauf hinweisen, dass bei mitgeführten Wertgegenständen Vorsicht geboten ist.
  • Zu deren sicherer Verwahrung gibt es laut Kliniksprecher Oliver Keller auch die Möglichkeit, Wertfachschlüssel im Stationsschließfach (Schwesternzimmer) zu hinterlassen (Beispielsweise, wenn man zu einer Untersuchung muss), verlässt man für längere Zeit das Krankenzimmer. 

Allgemein sei das Personal wachsam. Eine 100%ige Überwachung seitens des Personals könne es aber freilich nicht geben. Schließlich gehe es in einem Krankenhaus um die Gesundung der Patientinnen und Patienten. 

Es käme auch schon mal vor, dass Menschen eingeliefert werden, die einen großen Geldbetrag bei sich führen. "Für solche Patienten gibt es die Möglichkeit, diese Werte im zentralen Tresor des Krankenhauses zu deponieren", erklärt Keller weiter.

Wachsam sein!

Ein Klinikbetrieb wie der in Altötting sei in punkto Wertsachen und insbesondere Diebstahl auf Mitarbeit angewiesen, so Keller weiter. Das bedeute auch, dass Patienten, die noch im Zimmer sind, während sich ein vermeintlicher Freund oder Angehöriger der gerade abwesenden Bettnachbarin oder des Bettnachbarn an deren/dessen Privatgegenständen zu schaffen macht, im Zweifel auch mal die Stationsschwestern zu rufen.

rw

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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