Auf der Suche nach der Wahrheit

Fachkräftemangel in der Region: "Um Bewerber bewerben" ist angesagt

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Landkreise - Auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem Fachkräftemangel: "Um Bewerber bewerben" ist angesagt.

Das vorhandene Personal entwickeln und bei neu zu besetzenden Stellen auch echte Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen“, sagt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung beim AA Traunstein. Das seien die zwei Seiten der Personalentwicklung. Derzeit würden sich auch die Innungen des Themas Arbeitgeberattraktivität annehmen.

„Die Arbeitgeber lassen sich viel einfallen“

Manche bezahlen ein Jahr lang den Handy-Vertrag oder bezuschussen den Führerschein“, so Müller. Andere würden eine Übernahmegarantie bei einem bestimmten Notendurchschnitt aussprechen. „Wieder andere Ideen, die wir bereits gehört haben: Fitness-Studio bezuschussen, Eventwochenenden, Skipässe etc.:Die Arbeitgeber lassen sich viel einfallen.“

Das müssen die Arbeitgeber auch, insbesondere in den gewerblichen Berufen und im Handwerk. Warum?

  • Weil der Arbeitsmarkt so gut wie leer gefegt ist. Die Politik spricht gar von Vollbeschäftigung.
  • Weil viele Leute studieren gehen, anstatt erst einmal einen Beruf zu erlernen.
  • Weil der demographische Wandel dem Markt die jungen Leute entzieht („Deutschland wird immer älter“).

Wer also gute Personalarbeit machen möchte, muss sich etwas einfallen lassen.

Hilfen von der Bundesagentur für Arbeit

Unter anderem um dem Fachkräftemangel zu begegnen, hält die Bundesagentur für Arbeit finanzielle Mittel bereit. Sie betreffen Weiterbildungskosten und damit auch das Arbeitsentgelt in der Zeit der Weiterbildung. Diese Mittel sind nach Betriebsgröße gestaffelt.

"Mehr Chancen durch Qualifizierung"

Es stellt sich dabei die Frage, wie weit Weiterbildung wirtschaftlich sinnvoll ist, denn abhängig von seiner Größe verträgt ein Betrieb wirtschaftlich nur eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern mit Meistertitel. Die Wahrheit hinter dem Fachkräftemangel ist also nicht einfach mal schnell erklärt. Das beginnt schon beim Wort.

Was ist eine Fachkraft?

Lesen Sie dazu auch: Fachkräftemangel in der Region: "Personalarbeit ist eine Herausforderung".

Brigitta Tedes von der Arbeitsagentur in Traunstein ist der Meinung, der Begriff sei weit zu fassen, weiter also, als nur ein ausgebildeter Handwerker. Ein Beispiel: Es werden Software-Fachleute gefragt. Es gibt acht verschiedene Programme in diesem Bereich. Ein Bewerber beherrscht aber nur sechs davon. Genau die anderen beiden sind aber gefragt. Genau dafür seien die finanziellen Hilfen in punkto Fachkräftemangel aus dem Schaubild beispielsweise gedacht, denn auch solche zusätzlichen Fähigkeiten zur Ausbildung würden einen Bewerber zur nachgefragten Fachkraft machen.

Realer Fachkräftemangel

Als Fachkräftemangel bezeichnet man den Zustand einer Wirtschaft, in dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen für Mitarbeiter mit bestimmten Fähigkeiten nicht besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechend qualifizierten Mitarbeiter (Fachkräfte) zur Verfügung stehen“, steht bei Wikipedia. „Anzeichen für einen Fachkräftemangel können etwa überdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen einer Fachrichtung sein.“ Dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeberufen eine überdurchschnittliche Gehaltsentwicklung erleben, darf wohl ausgeschlossen werden. Noch immer werden sie händeringend gesucht.

Recruiting 4.0

Gute Zeiten also im Moment für Azubis und ausgebildete und gesuchte Fachkräfte. Sie können sich im Moment aussuchen, wo hin sie gehen. Die Zeiten von vielen Bewerbungen und entsprechend vielen Absagen sind vorbei, wenn man die nötige Qualifikation hat. Die Betriebe und Unternehmen bekommen entsprechende Hilfen bei einer benötigten Qualifizierung. Ausbildungs- und Joboffensiven können Arbeitgebern helfen. Allerdings sind die Zeiten, wo es für Betriebe und Unternehmen ohne Personalmarketing geht, für sie vorbei. "Um Bewerber bewerben" ist jetzt das Stichwort. 

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