Seit Freitagmorgen wird gechlort

Leitungswasser verunreinigt - Chlorung hat begonnen

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Der erste von drei Kreisen in einem Wasserschutzgebiet, liegt direkt um die Trinkwasserbrunnen (hier ein Foto aus Alzgern) herum.
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Landkreis - Am Freitagmorgen hat die Chlorung des Leitungswassers für Alzgern, Marktl, Haiming und Stammham begonnen. Die Abkochverfügung des Landratsamtes gilt weiter, bis das Chlor überall angekommen ist. Zur Sicherheit.

Es sieht so unspektakulär aus: Ein Plastikkanister mit einer Chlorlösung, eine Dosierpumpe, ein Schlauch, mehrere Kabel. Praktisch gesehen und vereinfacht gesagt ist es auch nicht mehr, was man braucht, um Leitungswasser wie etwa das vom Wasserzweckverband Inn-Salzach zu chloren. 

Der Grund, warum Wassermeister Tobias Bauer das Chlor seit Freitagmorgen in das Leitungswasser der Kommunen Neuötting (Ortsteil Alzgern), Haiming, Marktl und Stammham einspeist, ist die erneute Verunreinigung, die bei einer der vielen engmaschigen Routinekontrollen, welche die Trinkwasserverordnung in Deutschland vorschreibt, festgestellt wurde.

Leitungswasser verunreinigt - Chlorung hat begonnen

Die Quelle der Verunreinigung liegt im Netz

Von hier kommt sie nicht“, sagt Wassermeister Tobias Bauer am Freitagmorgen auf Nachfrage von innsalzach24.de zur Quelle der Verunreinigung. Die Gründe:

  • Die Proben hier sind immer einwandfrei. In keiner wurde eine Verunreinigung festgesetellt.
  • In der Aufbereitungsanlage des Wasserzweckverbands Inn-Salzach in Alzgern stehen zwei Aktivkohlefilter-Tanks. Da habe an sich schon nichts eine Chance, in das Wassernetz zu kommen, was da nicht hingehört.
  • Das Wasser aus den Brunnen muss nicht nur durch die Aktivkohlefilter, sondern es wird auch auf Trübung gemessen. „Keime, die sich quasi in einem Sandkorn verstecken“, sagt Bauer, „können auch auf diese Art und Weise nicht ins Netz kommen“.
  • Als „Gürtel zur Hose“ oder „Die letzte Endkontrolle“ beschreibt Wassermeister Tobias Bauer die UV Lampen. In Alzgern komme die Wedeco Spektron 70 zum Einsatz Was bis hierhin an Keimen – obwohl eigentlich gar nicht möglich – durch die Anlage vorgedrungen ist, wird allerspätestens an dieser Stelle unschädlich gemacht. Eine letzte End-Sicherheit eben.

Chlor im Leitungswasser? Zur Sicherheit!

Geschätzt eine Woche werde es jetzt dauern, bis die angemessene Chlorierung im gesamten Leitungsnetz des Wasserzweckverbands Inn-Salzach nachgewiesen werden kann, so Bauer. Erst dann könne das Landratsamt Altötting seine Abkochverfügung zurücknehmen. Wie lange dann gechlort werden muss, könne er nicht sagen. „Das bestimmt das Landratsamt“.

Was aktuell passiert ist, dass Bauer und Mitarbeiter von kommunalen Bauhöfen Wasser aus dem Netz nehmen und das in großen Mengen. An Hydranten lassen sie ab. Der Grund: Damit verteilt sich das chlorierte Wasser schneller in jede Ecke des Leitungsnetzes, ergo: Die Abkochverfügung des Landratsamtes kann damit - so der Plan - schneller aufgehoben werden

Das Problem an der Chlorung, die natürlich der Sicherheit der Endverbraucher dient, sei, dass man so dem Einhelherd der Verunreinigung nur schwer auf die Spur kommen kann, so Bauer. Es sei nämlich anhand des engmaschigen Beprobungsnetzes durchaus möglich, genauere Informationen bekommen, woher die Verunreinigung kommt

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