Am Donnerstag im Landkreis Altötting

Zwei Unfälle fast gleichzeitig: So liefen die Einsätze für die Retter

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Tragischer Unfall am Donnerstag in der Nähe von Feichten/Landkreis Altötting.
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Landkreise – Zwei Verkehrsunfälle innerhalb kurzer Zeit und fast schon in Sichtweite zueinander: Das hat sich genau so am Donnerstag im Landkreis Altötting nahe Feichten bzw. Kirchweihdach zugetragen. So begegnen Rettungskräfte einer derartigen Situation:

Am Donnerstag hatten die Rettungskräfte im Landkreis Altötting viel zu tun bei gleich zwei Verkehrsunfällen fast schon gleichzeitig und fast in Sichtweite zueinander. Ein schlimmer Zufall, den keiner will, dem aber Polizei, Feuerwehr und BRK dennoch gewachsen sein müssen.

Motorradfahrer rutscht gegen Lkw und wird überrollt

Zu einem tragischen Unfall ist es am Donnerstagvormittag auf der AÖ28 gekommen. Ein junger Motorradfahrer ist gestürzt und von einem Betonmischer überrollt worden. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer des Betonmischers erlitt einen Schock. „Bei dem Einsatz waren neben drei Fahrzeugen der Polizei Burghausen, Einsatzkräfte der Feuerwehr Feichten mit 15 Mann und zwei Fahrzeugen sowie ein Rettungswagen des Roten Kreuzes, ein Notarzt, die Hubschrauber Christoph und Edelweiß vor Ort.“ (Quelle: Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd)

Tödlicher Motorradunfall bei Feichten an der Alz

Für die Feuerwehr habe dieser Einsatz hauptsächlich Absperrungs- und Säuberungsmaßnahmen bedeutet, so Kreisbrandrat Franz-Xaver Haringer auf Nachfrage von innsalzach24.de. Kurze Zeit nach dem Unfall mit dem Motorradfahrer ereignet sich ein zweiter, fast schon in Sichtweite zum ersten. Wie schafft es die Feuerwehr, beide Situationen zu handeln? "Dafür gibt es heutzutage eine Software in der Leitstelle", erklärt Haringer.

"Bereichsfolgen" machen es möglich

Vereinfacht gesagt: Früher, als die Alarmierung noch über die Polizei lief, musste der Einsatzleiter der jeweiligen Feuerwehr Rückmeldung geben, dass seine Mannschaft gerade nicht kann. Heute ist es so, dass die Leitstelle weiß, wer gerade im Einsatz ist. Was folgt sind sogenannte Bereichsfolgen. Die nächstliegenden Feuerwehren mit den entsprechend notwendigen Gerätschaften werden je nach Bedarf automatisch alarmiert. Dieses ausgeklügelte System ist wichtig. Warum das so ist, sieht man am zweiten Unfall vom Donnerstagvormittag nahe Feichten bzw. Kirchweihdach.

VW Polo kippt nach Kollision auf Seite und fängt Feuer

Am Donnerstagvormittag hatte sich auf der Staatsstraße 2357 zwischen Trostberg und Kirchweidach ein folgenschwerer Unfall ereignet. Dabei geriet ein Fahrzeug sogar in Brand: Zwischen Gigling und Kirchweidach kam es auf Höhe Lohner zu einer Vorfahrtsverletzung. Dabei sind ein VW Golf und ein VW Polo zusammengestoßen. Der Polo landete mit einer Seite im Feld und fing zu brennen an. Ersthelfer übernahmen erste Löscharbeiten mit Feuerlöscher. Da die Feuerwehr Feichten bereits bei dem schweren Motorradunfall im Einsatz war, wurden die Feuerwehren Kirchweidach und Heiligkreuz alarmiert.

Unfall mit brennendem Auto bei Kirchweidach

Hier ging es um ein brennendes Fahrzeug. Das bedeutet für die Leitstelle, dass hier Manpower und die entsprechenden Gerätschaften gebraucht werden. Die Feuerwehr Feichten fiel zu diesem Zeitpunkt aus. So alarmierte die Leitstelle die Floriansjünger aus Kirchweihach und Heiligkreuz. Haringer erklärt, dass es neben der neuesten Technik in der Leitstelle insbesondere den freiwilligen Kräften wie auch deren Arbeitgebern zu verdanken sei, so ein Zufallsereignis wie das der beiden fast zeitgleichen Unfälle in nächster Nähe zueinander stemmen zu können.

Vom Rettungsdienst bis hin zum KIT

Zu den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr braucht es natürlich auch das Rote Kreuz. Dort funktioniere die Alarmierung ähnlich wie bei der Feuerwehr, erklärt Manfred Barth vom BRK Kreisverband Altötting auf Nachfrage von innsalzach24.de: Was wird gebraucht? Wer ist näher dran, schneller dort? 

Bei dem tragischen Unfall mit dem verunglückten Motorradfahrer stellt sich auch die Frage nach psychologischer Betreuung a) der Angehörigen und b) gegebenenfalls auch der Einsatzkräfte. Die werde in unterschiedlichen Landkreisen unterschiedlich behandelt. In den Landkreisen Altötting und Mühldorf übernimmt das das Rote Kreuz. Teilweise für a) und b) gleichermaßen ausgebildete Fachkräfte übernehmen die psychologische Nachversorgung (PSNV), auch bekannt als KIT (Kriseninterventionsteam).

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