Wegen Corona: Unfälle aktuell „phasenweise stark zurückgegangen“

Verkehrsunfälle im Landkreis Altötting auf Rekordhoch

Am 27. Juni 2019 kam es zu einem Schulbus-Unglück in Neuötting. Dieser Unfall spielte in der Statistik der Polizei eine große Rolle. 
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Am 27. Juni 2019 kam es zu einem Schulbus-Unglück in Neuötting. Dieser Unfall spielte in der Statistik der Polizei eine große Rolle. 

Landkreis Altötting – Die Polizeiinspektion Altötting hat die Statistiken der Verkehrsunfälle in der Region für das vorherige Jahr präsentiert. Zwar gab es deutlich mehr Unfälle, diese fielen jedoch etwas glimpflicher aus.

„Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Altötting stieg deutlich um knapp 250 Unfälle auf den neuen absoluten Höchststand von nunmehr 3.590“, berichtet Jürgen Neumerkel, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Altötting. Diese Auflistung gibt es seit dem Jahr 1964.


Es hätte jedoch „nur“ sechs Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben, dabei verloren sieben Menschen ihr Leben. Dies sei eine im langjährigen Vergleich sehr niedrige Anzahl. Diese Unfälle ereigneten sich alle außerorts. Bei den sieben Gestorbenen handelte es sich um fünf Motorradfahrer und zwei Autofahrer. Bei einem Unfall in Halsbach im Oktober 2019 kamen zwei Motorradfahrer ums Leben

Trauriges Rekordjahr im Jahr 1972

1972 gab es bei 1.659 Unfällen 71 Tote und damit den höchsten Stand seit der Erfassung. Im Jahr 2004 war diese Statistik zum ersten Mal einstellig (acht Tote). Seit 1999 gab es nie mehr als 20 Personen, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Absoluter Tiefstand sind sechs Tote im Jahr 2013.


Im aktuellen Jahr lässt sich bisher auch ein klarer Trend erkennen. „Phasenweise sind die Unfälle stark zurückgegangen“, so Neumerkel gegenüber innsalzach24.de. Durch die coronabedingte Ausgangsbeschränkung habe es weniger Verkehr auf den Straßen gegeben und somit folglich auch weniger Unfälle.

Weniger schwer Verletzte

Bei den 448 Unfällen mit Personenschaden gab es 650 Verletzungen (2018: 672) zu verzeichnen. 99 haben sich davon schwer verletzt, 2018 waren es noch 125. Das ist ein Minus von 20,8 Prozent. Ein kleines Plus (0,73 Prozent) gab es dagegen bei leicht Verletzten auf 551 Personen.

Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden sank deutlich um knapp 13 Prozent, wohingegen die Anzahl der Verletzten jedoch nur geringfügig abnahm. „Dieser Widerspruch erklärt sich durch einen einzigen bedauerlichen Unfall, den Schulbusunfall von Neuötting, mit alleine 54 verletzten Personen“, so Neumerkel. Am 27. Juni ist ein vollbesetzter Schulbus mit einem Lastwagen zusammengeprallt. Mittendrin waren damals zwei Mitarbeiter eines nahegelegenen Supermarktes, die einen tollen Einsatz gezeigt haben und sich rührend um die Kinder gekümmert haben.

Großeinsatz nach Schulbus-Unglück in Neuötting

Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
Zu einem Schulbusunglück kam es am Donnerstagnachmittag in Neuötting. © fib
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Knapp 200 Kleinunfälle mehr 

Zur Steigerung der Verkehrsunfälle um 7,2 Prozent folgt im Bericht der Polizei noch folgender Hinweis. „Alleine die sogenannten Kleinunfälle stiegen um knapp 200. Hierzu zählen wiederum die Wildunfälle, die im Berichtsjahr um 90 Unfälle anstiegen“, erläutert der Beamte. Insgesamt gab es im vorherigen Jahr 2226 Kleinunfälle, davon waren 1119 Wildunfälle.

Bei den 961 Unfällen mit Autos (ohne Kleinunfälle und Fußgänger) lag die Ursache häufig bei einem Fehler beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren/Ein- und Anfahren (234), Vorfahrt nicht beachtet (200) oder ungenügender Abstand (148). Alkohol (48) und Drogen (2) spielten dabei kaum eine Rolle. Interessant ist bei den Unfällen noch die Gesamtsumme des Schadens (ohne Kleinunfälle). Laut dem Bericht der Polizei lag diese Zahl im Jahr 2019 bei 6.762.000 Euro. Im Jahr zuvor lag sie rund 200.000 Euro niedriger.

jz

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