Überraschende Entwicklung für den Landkreis Altötting

"Gelber Sack" oder "Gelbe Tonne": Der Landkreis ist nicht mehr zuständig

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Landkreis Altötting – Diese Nachricht überrascht: „Gelber Sack“ oder die entsprechende Tonne? Jede Kommune darf selbst entscheiden, wie sie es ab dem 1. Januar 2021 gern hätte.

Er misst 90 x 62 Zentimeter. Hergestellt wird er in Fernost. Er ist ausschließlich für Verkaufsverpackungen aus Kunststoff oder Verbundmaterialien gedacht. Hat er seinen Zweck erfüllt, wird er nicht recycelt, sondern wird als Ersatzbrennstoff z. B. in Zementwerken genutzt. Ist er zu stark verschmutzt, kommt er als Restmüll in die Müllverbrennungsanlage. Die Rede ist vom „Gelben Sack“.

Sack vs. Tonne

Der „Gelbe Sack“ reißt gerne mal, platzt auf, fliegt (wohlgemerkt gefüllt) auch gerne mal durch die Straßen, wenn es draußen etwas mehr Wind gibt, während er auf seine Abholung wartet. Außerdem wird er schamlos missbraucht. Man kann ihn nämlich auch als kostenlose Mülltüte für den heimischen Abfalleimer verwenden. Man darf halt nur nicht zu viel Schweres reinstopfen.

Kurzum: Eine Lösung musste her. Die Forderung nach der „Gelben Tonne“ wurde lauter. Sie stellt eine – im wahrsten Sinne des Wortes – harte Konkurrenz für den „Gelben Sack“ dar: Man kann sie zumachen. Es braucht schon einen starken Sturm, um sie umzuwerfen. Rumfliegen tut sie in unseren Breitengraden wohl kaum.

"Natürlich hat da jeder eine andere Meinung dazu", gestand Schneider noch Ende November auf der Bürgerversammlung in Kastl. "Letztlich muss das jetzt der Kreistag entscheiden." Der muss das aber offenbar garnicht.

Die Kommunen können selbst entscheiden

Zuerst gab es eine Präferenz für die gelbe Tonne, dann zeigte sich Landrat Erwin Schneider wieder unentschieden“, schreibt die PNP zur neuesten Entwicklung in der Sache „Gelber Sack/Gelbe Tonne“ im Landkreis Altötting. Wie das Blatt berichtet, hat der Landrat im Kreistag verkündet, dass die Kommunen im Landkreis aufgrund der neuen gesetzlichen Lage selber entscheiden können ob Sack oder Tonne.

Überraschend, war man sich im Kreisgremium zuletzt doch noch nicht sicher wegen der Abholung. Sie sollte in einer einheitlichen "Tonnen"-Lösung für den gesamten Landkreis zweiwöchig stattfinden. Man befürchtete rechtliche Probleme. Dieser rechtliche Zweifel scheint jetzt ausgeräumt. "Für mich ist das die schönste Lösung“, zitiert die PNP Landrat Erwin Schneider, „weil der Landkreis nicht in der Entscheidungspflicht sei“.

rw

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