Stimmen aus dem Landkreis Altötting

Nachgefragt: Linke, FDP und AfD zum Ergebnis der Europawahl 2019

+
  • schließen

Landkreis Altötting – Leichte Zuwächse bei der CSU, ein dickes Plus bei Bündnis90/Die Grünen. Leichte Zuwächse bei Freien Wählern wie auch bei der AfD und die SPD mit einer Katastrophe - innsalzach24.de hat Kreisvertreter von Linke, FDP und AfD um eine Stellungnahme gebeten.

>>>Hier im Ticker: Alle aktuellen Entwicklungen nach der Europawahl<<< 

Europa hat gewählt, doch wie sieht es in den Regionen aus? innsalzach24.de fasst das vorläufige Ergebnis im Landkreis Altötting zusammen. Die Zahlen sind gerundet.

CSU

49,6 Prozent

+0,9

Bündnis90/Die Grünen

14,0 Prozent

+5,2

AfD

8,8 Prozent

+1,1

SPD

7,8 Prozent

-8,0

Freie Wähler

4,9 Prozent

+0,9

FDP

2,5 Prozent

+0,1

Die Linke

1,9 Prozent

-0,6

Übrige

10,6 Prozent

+0,3

Lesen Sie auch: Das war der Wahlabend im Landkreis Altötting.

Deutlich gestiegen ist die Wahlbeteiligung. 2014 waren im Landkreis Altötting gerade mal 37,04 Prozent der Wähler an die Urne gegangen. Bei der Europawahl 2019 waren es hingegen 55,9 Prozent: ein Zuwachs von 18,86 Prozent.

„Die kann niemand ernst nehmen“

Ich habe das Ergebnis erst einmal verdauen müssen“, sagt Patrick Nitzsche stellvertretender Sprecher des Kreisverbands Altötting-Mühldorf der Partei Die LINKE auf Nachfrage von innsalzach24.de. „Glücklich darüber bin ich nicht.“ Einzig die deutlich höhere Wahlbeteiligung im Vergleich zur Europawahl 2014 sei erfreulich.

Die LINKE hat bei der Europawahl 2019 im Landkreis Altötting 0,6 Prozentpunkte verloren. Nitzsche ist der Meinung, dass diese Wählerinnen und Wähler zu Bündnis90/Die Grünen und den „linken“ Parteien unter den Übrigen abgewandert sind. Vor allem die Bündnisgrünen würden zentrale Themen der Europapolitik von Die LINKE widerspiegeln und hätten auch von ihr profitiert.

Die als Satirepartei bekannte „Die Partei“ ist Nitzsche ein Dorn im Auge. Niemand, der sich ernsthaft mit Politik beschäftigt, könne Sonneborn und Co. für voll nehmen. Überhaupt sieht Nitzsche ein Problem mit den übrigen Klein- und Kleinstparteien. Es seien verlorene Stimmen für die Parteien, welche sich ernsthaft Gedanken um Europa machen. Insgesamt entfielen bei der Europawahl im Landkreis Altötting 10,6 Prozent. Damit wären die übrigen drittstärkste Kraft. Für Nitzsche stellen sie eine verlorene Protestwahl dar.

"Die SPD wurde unter Gebühr geschlagen" 

Er sei erfreut über die deutlich höhere Wahlbeteiligung auch im Landkreis Altötting bei der Europawahl 2019, so Konrad Kammergruber, der Vorsitzende des Kreisverbandes der FDP gegenüber innsalzach24. Was die Liberalen aus der Region im Europaparlament betrifft, sagt er: „Wir wären schon froh, wenn wir wenigstens eine Vertreterin, einen Vertreter aus Bayern hätten.

Die FDP hat bei der Europawahl 2019 im Landkreis Altötting 2,5 Prozent geholt. Das macht ein Plus von 0,1 Prozent im Vergleich zur Europawahl 2014. Die SPD sei „unter Gebühr“ geschlagen worden, so Kammergruber. Er gratulierte der CSU. Dem Abschneiden der AfD messe er wenig Bedeutung bei.

"Linksradikaler Kurs abgestraft"

Für den Kreisverband der AfD lässt der Betreuungsabgeordnete Franz Bergmüller (MdL) schriftlich wissen:

"Am Ergebnis im Landkreis Altötting ist bemerkenswert, daß die AfD nun die SPD mit einem Prozent überflügeln konnte. Der Wähler dürfte hier den zunehmend linksradikalen Kurs der Landkreis-SPD abgestraft haben. So findet im jüngst veröffentlichten Verfassungsschutzbericht Bayerns auch ein Anschlag durch Linksradikale im Landkreis Altötting Erwähnung.

Das Ergebnis von 8,8% für die AfD im Landkreis Altötting ist aber auch deswegen beachtlich, da der Landkreis-AfD zum Wahlkampf ihre erfolgreiche Facebook-Seite und ihre erfolgreiche Online-Zeitung „www.altötting-alternativ.de“ als Kommunikationskanäle nicht zur Verfügung standen. Ein Ersatz wird in Kürze wieder online gehen, um die Bürger im Landkreis über die Positionen der AfD unmittelbar informieren zu können.

In diesem neuen Medium wird die Politik der Altparteien kritisch und konstruktiv begleitet werden. Insbesondere wird darin auch die Europa-Politik der CSU und Manfred Weber kritisch begleitet werden, weitere Souveränität Deutschlands und damit auch Bayerns nach Brüssel zu verlagern.

In diesem Zusammenhang wird die AfD auch im Landtag vermehrt darauf verweisen, dass das Bundesverfassungsgericht schon in seinem Lissabon-Urteil vor ca. 10 Jahren keinen weiteren Spielraum für derartige Verlagerungen mehr erkennen konnte. Auch in der Klimapolitik wird die AfD die Politik der Altparteien von der EU-Ebene bis in die Landkreise weiter kritisch begleiten.

Gerade der Landkreis Altötting ist mit seinen Chemie-Werken auf international wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen. Bis eine durch angeblich erneuerbare Energien sichere und preiswerte Energieversorgung sichergestellt werden kann, hält es die AfD für unverantwortlich, sichere Grundlastträger abzuschalten."

Lesen Sie auch:

"Das beste Ergebnis" und "Kommunal geht vor": CSU und FW zur Europawahl.

"Das war fällig" und "Riesengroße Enttäuschung": Grüne und SPD zum Ergebnis.

rw

Zurück zur Übersicht: Landkreis Altötting

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT