Exhibitionist belästigt 15-Jährige im Schulbus im Landkreis Altötting

Opferanwalt: "Wäre ich früher eingeschaltet worden, hätte ich mehr bewirkt!"

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Landkreis Altötting - Eine 15-jährige Schülerin fühlte sich im Schulbus von einem 22-jährigen Asylbewerber sexuell belästigt, filmte den Vorfall und erstattete Anzeige. Nun ist der Strafbefehl gegen den Mann wegen Exhibitionismus rechtskräftig.

UPDATE, 11.45 Uhr: Opferanwalt spricht über weitere Schritte

Wie Opferanwalt Karl-Heinz Merkl auf erneute Anfrage von innsalzach24.de mitteilt, warte er noch immer auf Akteneinsicht. "Wenn ich Einsicht in die Akten hatte, werde ich mich mit meinen Mandanten über weitere Schritte besprechen", erklärt Merkl. Strafrechtlich könne er nichts mehr bewirken, aber zivilrechtlich könne der Fall noch vor Gericht gehen - in Form einer Schadenersatz- oder Schmerzensgeldforderung oder eines Kontaktverbots.

 Praktisch habe er in diesem Fall kaum mitwirken können. Das sei allerdings keinesfalls die Schuld des Täters. "Wäre ich früher eingeschaltet worden, hätte ich mich mehr einmischen können", äußert Merkl. Das Opfer habe sich allerdings zuerst an die Hilfsorganisation Weißer Ring gewandt. Als er selbst hinzugezogen wurde, war die Beschwerdefrist gegen das Einstellungsverfahren längst abgelaufen und der Strafbefehl beantragt. 

Meldung vom Vormittag: Strafbefehl beantragt

Björn Pfeifer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, erklärt auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass der Fall damit strafrechtlich abgeschlossen sei - bis auf die Vollstreckung. Es handle sich um ein rein schriftliches Verfahren, das bei Gericht beantragt wurde. 

Da der Angeklagte dem Strafbefehl zustimmte, werde ihm nun eine Rechnung über 600 Euro zugestellt. Es gebe keine Frist, der 22-jährige Afghane könne den Betrag auch in Raten bezahlen. Der Anwalt des Opfers äußerte gegenüber innsalzach24.de bereits am Donnerstag, dass er möglicherweise zivilrechtliche Schritte gegen den Angeklagten einleiten werden, wie ein Kontaktverbot und eine Schmerzensgeldforderung.

Im Juli 2017 belästigte der 22-Jährige mehrmals eine 15-jährige Schülerin im Schulbus, indem er sich in ihre Nähe setzte und - mit Blickkontakt zu ihr - anfing, mit seinem Geschlechtsteil zu spielen. Die 15-jährige filmte den Vorfall und erstattete Anzeige bei der Polizei. Da der Asylbewerber jedoch ein ärztliches Attest vorlegen konnte, das ihm Kratzspuren nach einem Juckreiz in der Leistengegend bescheinigt, wurde das Verfahren vorerst eingestellt. Im November rollte die Staatsanwaltschaft den Fall erneut auf und erließ einen Strafbefehl wegen Exhibitionismus.

Rubriklistenbild: © dpa

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