Zählung der Population im Landkreis Altötting

Erste positive Bilanz zum Schwalbenschutz: „Rauch- und Mehlschwalben noch flächendeckend verbreitet“

Schwalbenkolonien im Landkreis Altötting
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Die Schwalben sind vor allem auf den landwirtschaftlichen Betrieben verbreitet.(v.l.n.r. ) Stefan Forstpointner, Amira Zagdhoudi (Öko-Modellregion Inn Salzach), Johannes Hofer, Dr. Dorothea Friemel (LRA Altötting) und Haimings Bürgermeister Wolfgang Beier.

Landkreis Altötting - Da der Bestand an Mehlschwalben in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, wurde die Art deutschlandweit auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Die untere Naturschutzbehörde hat die Population im Landkreis Altötting gezählt, um sich einen Überblick über die Verbreitung zu verschaffen.

Die Meldung im Wortlaut


Im Rahmen des Gebäudebrüter-Projekts „Noch pfeifen es die Spatzen von den Dächern“ wurde 2020 begonnen, Schwalbenkolonien im Landkreis Altötting zu zählen. Jetzt zogen die untere Naturschutzbehörde und die Ökomodellregion in der Gemeinde Haiming eine erste Bilanz.

Einen Fokus im Projekt bilden die Rauch- und Mehlschwalben, die als Gebäudebrüter in Ställen bzw. an Hauswänden ihre Nester bauen. Obwohl beide Schwalbenarten gesetzlich geschützt sind, hat insbesondere der Bestand an Mehlschwalben in den letzten Jahren so stark abgenommen, dass sie deutschlandweit auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft sind. Mit einer Zählung der Population wollte die untere Naturschutzbehörde einen Überblick bekommen, wo Schwalben im Landkreis Altötting brüten.


Gelder für künstliche Nisthilfen

„Der erste Eindruck ist, dass Rauch- und Mehlschwalben noch flächendeckend im gesamten Landkreis auf den landwirtschaftlichen Betrieben verbreitet sind“, resümiert Dr. Dorothea Friemel von der unteren Naturschutzbehörde. In städtischen Gebieten sind hingegen nur noch vereinzelt Rauchschwalbenkolonien zu finden.

Lokale Schwalbenpopulationen sollen unterstützt werden, solange ihre Bestände noch nicht auf ein kritisches Maß zurückgegangen sind. Künstliche Nisthilfen können ein kleiner Baustein dafür sein. Die Sparkasse Altötting – Mühldorf stellte hierfür Gelder bereit, und so haben sich in diesem Jahr bereits 18 Landwirte bereit erklärt, zusätzlich zu den bereits bestehenden natürlichen Nestern 57 Nisthilfen für Rauch- und Mehlschwalben aufzuhängen.

Nun haben sich auch die beiden Haiminger Landwirte Johannes Hofer und Stefan Forstpointner bereit erklärt, zusätzliche Nisthilfen an ihren Höfen zu montieren. Auch im Bauhof der Gemeinde Haiming werden zukünftig Nisthilfen für Mehlschwalben hängen.

Die Bestandserfassung soll 2021 fortgesetzt werden und Dorothea Friemel wird bei Landwirten, die damit einverstanden sind, Schwalbennester zählen und zu einem späteren Zeitpunkt nachsehen, wie die Nisthilfen angenommen werden. Ziel ist es, nicht nur Verständnis zu wecken, sondern auch bei Problemfällen konkrete Hilfestellung zu leisten. Wer auf freiwilliger Basis seine Schwalbenpopulation unterstützen möchte, kann in begrenztem Umfang Nisthilfen von der unteren Naturschutzbehörde erhalten.

Pressemitteilung des Landratsamts Altötting

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