Betroffene fordern Wiederaufnahme

PFOA: Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft wegen Ermittlungsstop

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Landkreis Altötting – Nach der Einstellung der Ermittlungen wegen des Verdachts auf Gesundheitsgefährdung durch PFOA und Umweltstraftaten haben mehrere Betroffene Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Generalstaatsanwaltschaft München eingereicht.

Ende Mai hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein mitgeteilt, dass sie mehrere Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der möglicherweise krebserregenden Chemikalie PFOA einstellen werden. Damit wollen sich viele Betroffene nicht zufrieden geben. In einem Schreiben haben sie nun Beschwerde dagegen eingereicht, berichtet der BR.

Demnach werde vor allem die Unabhängigkeit des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) angezweifelt. Die Behörde sei parteiisch, weil sie politisch und verwaltungsrechtlich für die Verunreinigung von Grundwasser und Boden mitverantwortlich sei. Das LGL ging in der Vergangenheit davon aus, dass es keine Gesundheitsgefährdung durch die PFOA-Belastung im Landkreis Altötting zu erwarten sei.

Warnung vor Alz-Fischen

Zuletzt hatte dasLandratsamt Altötting dennoch eine Warnung herausgegeben undvom häufigen Verzehr von Fischen aus der Alz bzw. anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs, die in der Nähe der Alz gewonnen wurden, vorsorglich abgeraten.

Diesen Schritt begrüßte Florian von Brunn (SPD), Mitglied des Bayerischen Landtags. Dennoch fordert die SPD Beurteilungswerte ähnlich wie in Baden-Württemberg zu etablieren. „Eine SPD-Anfrage an die Staatsregierung hat bestätigt,dass untersuchte Fische an der Alz PFC-Belastungen erreichen, die 15-fach über den in Baden-Württemberg festgelegten Beurteilungswerten liegen“, so von Brunn. Aktuell wird in jedem Einzelfall das Gesundheitsrisiko für sich beurteilt.

PFOA-Belatung mit steigender Tendenz

Der Schadstoff PFOA wird die nächsten Jahrzehnte den Landkreis Altötting weiterhin prägen. In einer vom Wasserwirschaftsamt Traunstein vorgestellten Studie wird davon ausgegangen, dass die Belastung in den Böden und im Grundwasser weiter steigen werden. Insgesamt sind 230 Quadratkilometer im Landkreis Altötting davon betroffen. Mögliche Lösungsanzätze zur Sicherung der Wasserversorgung hat das Wasserwirtschaftsamt den betroffenen Kommunen bereits vorgestellt.

jz

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