Im Gespräch mit dem Leiter des Gesundheitsamtes:

Dr. Franz Schubeck zur Lungentuberkulose: "Kein Grund zur Panik"

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Landkreis Altötting – „Der weiße Tod“: So wird die die Lungentuberkulose auch genannt. Es handelt sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, welche die Lungen befällt. So eine Erkrankung ist meldepflichtig. So geschehen bei einer jungen Frau, die derzeit im Kreisklinikum behandelt wird. innsalzach24.de hat mit dem Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes gepsprochen.

Kein Grund zur Panik“, sagt der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Dr. Franz Schuhbeck. Der Mediziner erklärt auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass diese Erkrankung in der heutigen Zeit bei uns keine Gefahr für Leib und Leben darstelle. Sie sei antibiotisch gut behandelbar.

Rückblick:

Zuletzt nach dem 2. Weltkrieg: 

  • Die Ernährungssituation der Bevölkerung in Deutschland war schlecht.
  • Die Wohnungssituation beschränkte sich – wenn überhaupt – auf nasse vier Wände um einen herum. Das war das Milieu für den Tuberkel-Bazillus schlechthin in dieser Zeit. 
  • Entsprechende Medikamente waren Mangelware. So konnte er sich ausbreiten. Das war das Milieu für den Tuberkel-Bazillus schlechthin in dieser Zeit

Die Siutation heute:

Die Lebensumstände haben sich verbessert. Dennoch gibt es immer noch Fälle von Tuberkulose. Ihre Anzahl ist aber verschwindend gering, selbst nach Beginn der Flüchtlingsströme nach Deutschland. Das hat laut Dr. Franz Schuhbeck vom Staatlichen Gesundheitsamt auch seinen Grund:Eine offene Lungentuberkulose wie im aktuellen Fall ist nicht automatisch ansteckend.

Tröpcheninfektion ja, Grund zur Panik nein:

Man müsse schon acht Stunden zusammen mit einem Erkrankten im selben Raum verbringen und selbst dann sei eine Ansteckung nicht sicher. Im Wesentlichen gehe es darum, wie viele Keime ausgehustet werden und wie ansteckend diese sind. Das wiederum hängt offenbar davon ab, wie stark der oder die Infizierte selbst betroffen ist. Ist es „nur“ die „leichte“ Form braucht es mehr als das fünffache der Zeit davon, also 40 Stunden und mehr mit dieser Person in einem Raum, bis laut WHO ein ernst zu nehmendes Ansteckungsrisiko besteht. All das sei natürlich auch abhängig von der eigenen gesundheitlichen Konstitution.

Dann sollten Sie zum Arzt gehen:

Ja! Tuberkulose kann tödlich sein. Das ist aber bei der Gesundheitsversorgung in Europa offenbar so gut wie ausgeschlossen. Wer diese Symptome verspürt, geht zwar ohnehin mal lieber sofort zum Arzt aber sie seien hier in aller Deutlichkeit erwähnt:

  • Vermehrtes und vor allem unerklärliches Husten. 
  • unerklärliche Müdigkeit und 
  • unerklärliches Schwitzen insbesondere nachts.

rw

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb/rw (Montage)

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