Verhandlung am Dienstag in München

Landratsamt Altötting lehnt Tiertransport ab - und muss deswegen nun vor Gericht

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Landkreis Altötting - Nachdem das Veterinäramt wiederholt einen Tiertransport verhindert hat, muss sich die Behörde nun vor dem Verwaltungsgericht in München verantworten.

Das Thema Tiertransporte beschäftigt derzeit den Landkreis Altötting. Dieser muss sich nun vor dem Verwaltungsgericht in München verantworten. Folgendes ist passiert:

Vor Kurzem hat Landrat Erwin Schneider (CSU) verkündet, dass das Veterinäramt des Landratsames Altötting einen geplanten Tiertransport in den Libanon gestoppt hat, wie die Passauer Neue Presse berichtet. Nun zeigt sich, dass es noch weitere Fälle gibt, in denen das Landratsamt eingeschritten ist.

Diesmal beschäftigt ein Sammelantrag des Fleckviehzuchtverbandes mit zwei Betrieben die Behörde. Diese wollen Rinder nach Usbekistan exportieren lassen. Erneut verweigert sich das Veterinäramt, die für die Ausfuhr notwendigen Vorzeugnisse ausstellen. Auf diese Weise soll der Transport in die als unsicher für das Tierwohl geltende Region gestoppt werden, berichtet die Passauer Neuer Presse.

Und der Zuchtverband wehrt sich nun dagegen. Er hat einen Eilantrag gegen das Landratsamt beim Verwaltungsgericht in München eingereicht, berichtet die Passauer Neue Presse weiter. Noch am Dienstag (7. Mai) soll entschieden werden.

Mehrere Veterinärämter in Bayern haben in den vergangenen Monaten Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten untersagt. Hauptgrund - neben den teilweise mehrere tausende Kilometer umfassenden Fahrten - sind tierquälerische Schlachtungsmethoden in den Zielländern.

Anspruchsvolle und aufwendige Aufgabe

Der Bereich Tierschutz spielt eine große Rolle beim Veterinäramt des Landkreises Altötting, wie die Behörde auf ihrer Internetseite informiert. "Der Schutz des Lebens und Wohlbefindens der Tiere ist selbstverständlicher Bestandteil der Berufsausübung des Tierarztes. Insbesondere die Amtstierärzte sind der erste Ansprechpartner bei allen Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit dem Tierschutz", heißt es dort. "Als Abteilung des Landratsamtes ist das Veterinäramt für die fachliche Beurteilung von tierschutzrechtlichen Problemen zuständig. Die Amtstierärzte üben aber auch eine beratende Funktion aus, um solche Probleme schon im Vorfeld zu verhindern."

Zudem hätten die anspruchsvollen und aufwendigen Aufgaben des Tierschutzes in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert erhalten. Dabei werden landwirtschaftliche Tierhaltungen, Schlachtbetriebe und Tiertransporte ebenso überwacht wie Zoohandlungen, erlaubnispflichtige Reitbetriebe, Hundezuchten oder Zirkusbetriebe. "Einen wesentlichen Teil der Tagesarbeit füllen die Ermittlung und fachliche Beurteilung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz aus", heißt es weiter.

ksl

Rubriklistenbild: © Montage (picture alliance/dpa)

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