Oberhäupte mit Minderheiten, Bürgermeisterinnen und ein anderer Landrat

Kuriose und spannende Wahl-Fakten im Landkreis Altötting

Landkreis Altötting – Wie viele Bürgermeisterinnen gibt es? Wo war die Wahlbeteiligung am niedrigsten, wo am höchsten? Wo hätte es einen anderen Landrat gegeben? Wir haben alle Details aus der vergangenen Kommunalwahl zusammengefasst.

Wahlbeteiligung

56,9 Prozent der Bürger im Landkreis haben von ihrem Wahlrecht gebraucht gemacht. Doch innerhalb des Kreises gab es erhebliche Unterschiede. Niedrigste Wahlbeteiligung hatte mit Abstand Burgkirchen mit 43,9 Prozent. Es folgen Altötting (49,3 Prozent) und Unterneukirchen (50,5 Prozent). Die meisten Wähler zählten die Kommunen in Pleiskirchen mit 78,9 Prozent. Aber auch in Erlbach (75,4 Prozent) und Perach (74,7 Prozent) haben rund Dreiviertel der Wahlberechtigten ihr Kreuz gemacht.


Anderer Landrat?

Insgesamt 25,9 Prozent der Stimmen erhielt Monika Pfriender (Grünen) bei der Landratswahl. Sie selbst wertet ihr persönliches Ergebnis als „sehr positiv“.

Erwin Schneider setzte sich auch bei der Wahl 2020 souverän gegen seine Kontrahenten durch. Würde man allerdings nur in Burghausen den Landrat wählen, so hätte Monika Pfriender (Grünen) die Nase gegenüber Erwin Schneider (CSU) vorne gehabt. In der Salzachstadt bekam die Herausforderin 47,3 Prozent und lag damit knapp vor dem Amtsinhaber (44.0 Prozent). In Mehring hat der amtierende Landrat 56 Prozent erhalten. In allen anderen 22 Kommunen hatte Schneider aber überall mehr als 60 Prozent der Stimmen erhalten. In Erlbach, Pleiskirchen und Reischach lag der Wert sogar bei über 80 Prozent. Dritter Kandidat Thomas Schwembauer (AfD) hatte nur in Garching eine zweistellige Ausbeute (10,9 Prozent).

Kreistag: CSU verliert, dennoch stärkste Kraft

Neben dem Landrat wurde auch der Kreistag gewählt. Dort musste die CSU als stärkste Partei  Abstriche machen und verlor fünf Sitze (24). Zweitstärkste Partei blieb die SPD mit neun Sitzen (2014: zwölf) vor den Freien Wählern und den Grünen, die jeweils acht Sitze bekamen. Während die Freien Wähler einen Platz verloren, konnten die Grünen drei dazu gewinnen. Die „Junge Liste“ ergatterte beim ersten Anlauf vier Plätze. Die ÖDP und die FDP mussten sich wie auch im Jahr 2014 mit je zwei Sitzen zufrieden geben. Die AfD erhielt bei ihrer Premiere drei Sitze.


So teilen sich die Sitze im Kreisrat zukünftig auf. 

Sitze für die AfD

Die AfD trat auch mit einer eigenen Liste für den Stadtrat in Altötting und Burghausen an. In Altötting werden in Zukunft Günther Vogl und Dr. Hans-Ulrich Mayr Mitglied im Stadtrat sein, Thomas Schwembauer in Burghausen. In anderen Kommunen gab es von der AfD keine Kandidaten zum Wählen.

Bürgermeisterin in der Region

In den 24 Kommunen im Landkreis wird es wie aktuell eine Bürgermeisterin geben. In Erlbach wurde Monika Meyer ohne Gegenkandidat gewählt. In Tüßling dagegen war Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel nicht mehr angetreten, ihr Nachfolger ist Helmuth Wittich. Damit regieren in Zukunft erneut 23 Bürgermeister im Landkreis Altötting.

CSU stellt die meisten Bürgermeister

Von den insgesamt 24 Bürgermeistern sind 13 von der CSU, die damit in mehr als der Hälfte aller Kommunen das Zepter schwingen. 2014 lag die Zahl bei zwölf. Die Freien Wählern kommen auf fünf Bürgermeister (2014: 4) und die SPD auf zwei (2014:4).

Bürgermeister mit Minderheit im Stadt-/Gemeinderat

Peter Haugeneder (SPD) wurde in Neuötting Bürgermeister, seine Partei ist jedoch im Stadtrat deutlich unterlegen.

In Marktl, Mehring, Neuötting und Tüßling hat die Parteien der Bürgermeister nicht die meisten Sitze im Stadt- bzw. Gemeinderat. So hat die SPD um Bürgermeister Peter Haugeneder in Neuötting nur fünf Sitze, die CSU dagegen zehn. In Tüßling müssen sich die Freien Wähler um den neuen Bürgermeister Helmuth Wittich mit drei Sitzen begnügen, während die CSU sieben und die Grünen 4 Plätzen im Gemeinderat ergattern konnten. Auch in Marktl und in Mehring stellen die Parteien der neuen Bürgermeister Benedikt Dittmann (CSU/Freie Liste) und Robert Buchner (FW) jeweils fünf Sitze. Mit je sechs Plätzen im Gemeinderat hat in Marktl die BLM und in Mehring die CSU die Oberhand.

jz

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