Wegen krebserregender Stoffe im Landkreis Altötting

Kreistagsfraktionen fordern Aufklärung zu PFOA

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Landkreis Altötting – Nach Bekanntwerden der teils enorm hohen Blutwerte von Emmertinger Bürgern in punkto PFOA ist Aufklärung gefragt. Immerhin geht es bei diesem potentiell krebserregenden Stoff nicht nur um diese Gemeinde, sondern auch um die mögliche Kontamination von Grundwasser in der Region.

Die Kreistagsfraktionen von CSU und Bündnis90/Die Grünen haben jeweils einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung gestellt. Sie wollen umfassende Aufklärung zum "Sachstand ADONA und perfluorierte Substanzen". Hintergrund: Diese Problematik betrifft nicht nur die Bürger von Emmerting. Hergeleitet ist das ganz schnell: PFOA wurde verwendet. Der Stoff hat sich je nach Wetterbedingungen über Jahrzehnte mal mehr und mal weniger weit rund um den Chemiepark Gendorf verteilt.

Perlfluoroctansäure (PFOA) gehört zur Stoffgruppe der perfluorierten Carbonsäuren innerhalb der perfluorierten Tenside. Sie soll leberschädigende, reproduktionstoxische und krebserregende Eigenschaften haben und wird vor allem über das Trinkwasser aufgenommen.

Umfassende Aufklärung

"(Deswegen) ist hierüber ein Bericht auch im Kreistag angezeigt", schreibt Tobias Windhorst, Erster Bürgermeister der Stadt Töging und CSU-Fraktionssprecher im Kreistag Altötting. Er will stellvertretend für die Fraktion wissen, was der Grund für die Untersuchung der Emmertinger war und ob es weitere Untersuchungen in betroffenen Gemeinden gegeben hat. Letzteres begründet er damit, dass Emmerting keine eigene Wasserversorgung hat. Zuletzt fragt Windhorst, ob es Blutproben aus der Zeit nach November 2016 gibt weil seit diesem Termin bekanntlich alle Wasserversorger wegen der Senkung des Leitwertes für PFOA im Trinkwasser ihres aus anderen, nicht belasteten Brunnen beziehen.

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen schreibt: "Wir fordern Herrn Landrat Schneider auf, in Kooperation mit der Landesregierung darauf hin zu wirken, unverzüglich ein umfangreiches, statistisch abgesichertes Monitoring der Blutwerte in den (allen) betroffenen Gemeinden (unter besonderer Einbeziehung von speziellen Risikogruppen) durchzuführen." Die Fraktion prangert im Folgenden eine offenbar lückenhafte Information der öffentlichen Mandatsträger wie überhaupt der Öffentlichkeit an und fordert, dieser mit den entsprechend weiter zu erhebenden Untersuchungen und anonymisierten Personendaten jetzt vollumfänglich in der Sache nachzukommen.

Termine

  • Am Dienstagabend findet im Rathaus in Emmerting eine Informationsveranstaltung im Vorfeld der Gemeinderatssitzung statt. Es spricht Dr. Franz Schuhbeck, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Altötting. Beginn ist um 17 Uhr.
  • Weiter lädt der Verein Eigentumsschutz-Gemeinschaft Kastl Gewerbegebiet-Ost am Donnerstag, um 19.30 Uhr, in den Gasthof Spirkl. Dort spricht Dr. Holger Lundt zum Thema.

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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