PFOA-Belastung in Kreis Altötting

Umweltminister Huber soll's richten - Politik drängt zur Eile

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Landkreis Altötting - Jetzt soll sich sogar Umweltminister Marcel Huber in die POFA Affäre einschalten. In der Zwischenzeit wird nun auch die Muttermilch untersucht: 

Der Kreistag hat auf seiner letzten Sitzung den Nachtragshaushalt verabschiedet. Diskussionsbedarf habe es es allerdings zu der Rückzahlungsforderung bezüglich des Aktivkohlefilters des Wasserzweckverbandes Inn-Salzaach in Alzgern gegeben, berichtet heimatzeitung.de. Der Landkreis hatte sich bei der Anschaffung der Anlage finanziell beteiligt. 

Im Haushalt seien daher 276.000 Euro aus der Rückzahlung als Einnahmen ausgewiesen, so die Zeitung weiter. Dieser Betrag wird nun vom Wasserzweckverband eingefordert. Grundlage ist ein Vertrag, der zwischen dem Landkreis und Infraserv Gendorf geschlossen worden war, um den Aktivkohlefilter zu bezahlen. Damals sei der Verusacher der PFOA-Verunreinigung noch unbekannt gewesen. Schließlich konnte  Dyneon als PFOA-verarbeitender Betrieb identifiziert werden. Nun fordert der Landkreis sein Geld zurück. Helfen soll dabei neben den Experten aus dem Landratsamt auch Umweltminister Marcel Huber.

Interimslösung für Kastl

Bis zum 31. August sollte die Gemeinde Kastl eine Aktivkohlefilteranlage zur Säuberung des Trinkwassers erhalten. Jetzt haben Untersuchungen ergeben, dass die Anlage bis zum Ablauf der Frist nicht betriebsbereit sein wird. Vielmehr wird die Maßnahme bis Jahresende wohl nicht mehr abgeschlossen werden. Daher wird als Übergangslösung eine temporäre Aktivkohlefilteranlage installiert. 

Muttermilch belastet?

Bereits zu Beginn des Jahres hatten rund tausend Menschen freiwillig ihr Blut untersuchen lassen. Das Problem Kinder unter sieben Jahren durften nicht an den Tests teilnehmen. Laut dem Bayerischen Rundfunk, geht aus einer Reihe von Studien jedoch hervor,dass gerade Säuglinge PFOA besonders gut aufnehmen. Und zwar bis zum 15 Mal besser als Erwachsene. Nun soll auch die Muttermilch untersucht werden. 

Politiker mahnen zur Eile

Die Ergebnisse der ersten Blutuntersuchungen stehen weiterhin aus. SPD-Umweltexperte Florian von Brunn fordert die Staatsregierung auf schneller zu handeln. "Beim Hausarzt liegen die Ergebnisse innerhalb von nur 14 Tagen vor. Umweltminister Huber muss jetzt einen verbindlichen Termin vorher nennen!", so von Brunn. 

Der Landtagsabgeordnete fordert außerdem eine sofortige Veröffentlichung der umfassenden Bodenuntersuchungen im Landkreis Altötting: "Die Detailuntersuchungen wurden Ende 2015 abgeschlossen. Zwei Jahre danach und insgesamt acht Jahre nach Beginn wurden immer noch keine Ergebnisse vorgelegt. Das kann niemand mehr nachvollziehen! Die Staatsregierung muss den Bürgerinnen und Bürgern endlich reinen Wein einschenken!"

Auch Landrat Erwin Schneider (CSU) hatte sich bereits für eine Beschleunigung des Verfahrens eingesetzt und dazu sogar Gesundheitsministerin Melanie Huml angeschrieben. Diese antwortete ihm, sie habe zwar Verständnis für das Anliegen. Allerdings handle es sich nicht um eine Standarduntersuchung, sondern um ein komplexes Verfahren. "Ich bitte (...) um Verständnis, dass die hier erforderliche Qualität nicht nur einen Preis hat, sondern auch Zeit benötigt."

kil

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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