Mathematik und Psychologie als Mittel?

Wie kann die "Todesstrecke" AÖ 12 sicherer werden? - Teil 3

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Wie kann die "Todesstrecke" AÖ 12 sicherer werden? - Teil 3
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Landkreis Altötting - Mit Mathematik und Psychologie versucht das Landratsamt Altötting zumindest gegen die Raserei auf der AÖ 12 vorzugehen. Mission erfolgreich und dennoch gibt es Verkehrstote.

Wie kann die AÖ 12 zwischen Altötting und Tüßling sicherer werden? „Angepasstes Fahren“ oder „Runter vom Gas“: „Ja klar“, möchte man im ersten Moment vielleicht sagen, aber ob das der Weisheit letzter Schluss sein kann? Wohl kaum. So ist beispielsweise nicht jeder Unfall direkt auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

Die allerersten beiden Absätze in der Straßenverkehrsordnung:

An der maximal zulässigen Geschwindigkeit gab es zuletzt 2010 eine Änderung. Statt 80km/h gelten seitdem wieder 100 km/h auf der engen Eschenallee. Egal welche maximal zulässige Geschwindigkeit gilt – im § 1 Der Straßenverkehrsordnung steht:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Das heißt - natürlich sehr vereinfacht – auch zum Thema Geschwindigkeit auf der AÖ 12, dass man alles tun muss, damit nix passiert. Trotzdem: Da steht das Wort „unvermeidbar“. Es kann also doch sein, dass mal was passiert und so ist es ja auch.

Mathematik und Psychologie als Mittel:

Als Träger der AÖ 12 kam das Landratsamt Altötting 2010 zum Schluss, die Straße optisch zu verengen. Das geht relativ einfach. Man braucht dazu nur den Mittelstreifen weg zu machen. Was passiert? Die Einschätzung „Wie viel Platz habe ich die noch“, wird schwieriger. Die Folge: Man fährt langsamer. Messungen vor und nach der Wegnahme des Mittelstreifens haben das nach Auskünften des Landratsamtes auch gezeigt.

Als Kontrollgröße gilt die sogenannte V85. Sie gibt – vereinfacht gesagt – an, wie schnell 85% der gemessenen Fahrer auf einer Strecke im Durchschnitt fahren. In vier Messzeiträumen von 2010 bis 2011 (zwei mit Mittelstreifen, zwei ohne Mittelstreifen) ist ein deutlicher Trend nach unten zu sehen. Fuhren 85% im allerersten Messzeitraum noch durchschnittlich 95,1 km/h waren es zuletzt nur noch 84,4 km/h. Interessant daran ist, dass dieser Trend einher geht mit der Heraufsetzung der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf die außerorts üblichen 100 km/h.

Dennoch: Zwei Todesopfer in den letzten 12 Monaten

Es scheint, als habe diese Kombi aus Wegnahme des Mittelstreifens bei gleichzeitig wieder 100 statt 80 auf der Straße einen psychologischen Effekt auf die Fahrer auf dieser Strecke alla: „Ich darf zwar theoretisch 100 fahren aber was ist das? Die Straße ist eng.“ Allerdings hat das in die beiden Todesfälle auf der AÖ 12 in den letzten 12 Monaten auch nicht verhindern können.

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