Nach ersten verwirrenden Aussagen ist hier die Antwort

Mit PFOA belastet: „Darf ich Blut spenden, ja oder nein?“

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Landkreis Altötting – „Darf ich als mit PFOA belasteter Bürger Blut spenden, ja oder nein?“. Nach einer Meldung des Blutspendedienstes (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) vom Freitag scheint die Antwort zu sein: „Ja, aber …“. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Bis auf Weiteres will der BSD des BRK kein Blutplasma von Spendern aus dem Raum Altötting mehr direkt am Menschen verwenden“, hieß es am Freitag. Vorangegangen waren Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR), wonach ein entsprechendes Papier des BSD des BRK dazu vorliegen soll. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Das sagt der Blutspendedienst des BRK:

Sowohl das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wie auch der (…) BSD erhalten seit Dezember öffentliche Anfragen zum Thema. Das LGL hatte den BSD über ein nicht vollständig ausschließbares Risiko einer Belastung von Blutplasmaempfängern durch PFOA informiert. Vorsorglich wurde daher (diese) Empfehlung erstellt, die das Ergebnis eines intensiven fachlichen Austausches der medizinischen Experten von LGL und BSD, Herr Prof. Dr. Hermann Fromme (…) und Dr. Ernst-Markus Quenzel (…) ist.“

Das Wichtigste vom Blutspendedienstes des BRK in Kürze:

Derzeit spricht nichts gegen eine Blutspende von Personen aus dem Landkreis Altötting.

  • Lediglich Personen, die in der Vergangenheit in der Produktion bei der Firma Dyneon gearbeitet haben, bei denen eventuell noch hohe Gehalte PFOA im Blut zu erwarten sind, ist zu empfehlen, kein Blut zu spenden.
  • Da der BSD bei der Verwendung von Blutprodukten grundsätzlich sehr hohe Qualitätsmaßstäbe ansetzt und als verantwortungsvoller Versorger mit Blutprodukten verpflichtet ist, jedes potenzielle Risiko für den Blutspendeempfänger so gering wie möglich zu halten, ist im Falle von PFOA unter reinen Vorsorgegesichtspunkten die Maßnahme zu treffen, von Spendern aus dem Landkreis Altötting bis auf weiteres das Blutplasma (gewonnen aus der Vollblutspende), in dem sich auch das PFOA befindet, nicht mehr zur direkten Anwendung am Menschen einzusetzen.
  • Das Plasma kann jedoch auch weiterhin verwendet werden, um daraus Medikamente, die nur aus Plasma herstellbar sind, zu gewinnen.
  • Bei therapeutischer Gabe von Einzelplasmen könnte im Einzelfall eines besonders stark belasteten Spenders nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass es doch zu einer unüblichen Belastung des Empfängers mit PFOA kommt. Auch wenn dieser Fall nicht sehr wahrscheinlich ist, soll er aus Vorsorgegründen mit den genannten Empfehlungen berücksichtigt werden.
  • Die bei der Vollblutspende gleichzeitig gewonnenen Erythrozytenkonzentrate hingegen können auch weiterhin von Spendern aus dem Landkreis Altötting genutzt werden, da sie im Hinblick auf die PFOA-Belastung als unbedenklich angesehen werden.
  • Demzufolge können und werden die Blutspendetermine im Landkreis Altötting weiterhin wie gewohnt stattfinden.

Wenn aktuelle Daten zur internen Belastungssituation der Bevölkerung im Landkreis Altötting mit PFOA vorliegen, wird diese Einschätzung angepasst.

Das sagt das Staatliche Gesundheitsamt am Landratsamt Altötting dazu:

Die Entscheidung des BRK, Blutplasmaspenden aus dem Landkreis Altötting nicht mehr anzunehmen, halten wir aus fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Dies lässt sich alleine schon daran ablesen, dass das BRK diese Maßnahme für den gesamten Landkreis verhängt hat und nicht nur für die von der PFOA-Problematik betroffenen Gebiete rund um den Öttinger Forst. Somit sind von diesem Annahmestopp beispielsweise auch Bürgerinnen und Bürger aus den südlichen und nördlichen Landkreisgemeinden betroffen, die noch nie mit PFOA-belasteten Wasser in Berührung gekommen sind.

Lesen Sie dazu auch:

Altötting - Bis auf weiteres will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kein Blutplasma von Spendern aus dem Raum Altötting mehr direkt am Menschen verwenden.

Landkreis Altötting - Landrat Erwin Schneider hat kein Verständnis für die Entscheidung des BRKs, keine Blutplasmaspenden aus dem Landkreis mehr anzunehmen.

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