BRK und Kliniken im Kreis Altötting vor schwieriger Aufgabe

Coronavirus: Hygieneprodukte werden knapp - "Markt wie leergefegt"

Die Versorgung der Rettungsdienste mit Hygieneprodukten wird immer schwieriger. 
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Die Versorgung der Rettungsdienste mit Hygieneprodukten wird immer schwieriger. 

Landkreis Altötting – Lieferengpässe und hohe Preise: Aufgrund des Coronavirus hat der Rettungsdienst Schwierigkeiten bei der Versorgung ihrer Mitarbeiter mit Desinfektionsmitteln oder Schutzkleidung. Die Kreiskliniken Altötting-Burghausen dagegen fühlen sich gewappnet.

„Unsere Dienste sind bayernweit noch gut zwei Wochen autark einsatzfähig. Bis dahin müssen allerdings (Teil-)Lieferungen erfolgen – sonst wird es eng“, berichtet Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher Bayerisches Rotes Kreuz, gegenüber innsalzach24.de.


Der europäische Markt ist wie leergefegt“, erklärt Taheri-Sohi. Der Krisenstab der Bayerischen Hilfsorganisationen befasse sich seit nun fast zwei Wochen mit dieser Thematik: Materialbeschaffung und Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Dienste im Freistaat Bayern.

Taheri-Sohi: „Im schlimmsten Fall müssen Dienste eingestellt werden“

Alle Hygieneprodukte werden knapp oder zunehmend knapper. Handschuhe, Desinfektionsmittel, aber auch Schutzkittel, -anzüge und -masken“, so der Pressesprecher des BRK. Allerdings wurden größere Mengen an Hygieneprodukte über unzählige Lieferanten bestellt. Das BRK rechne mit einem Zulauf in wenigen Tagen. Dennoch seien die Marktmechanismen ausgesetzt und utopische Preise leider die Regel.


„Im schlimmsten Fall müssen vereinzelt Dienste eingestellt werden, denn der Schutz unserer Mitarbeitenden hat höchste Priorität. So weit sind wir bei weitem noch nicht“, entschärft Taheri-Sohi die Situation etwas.

Nachschubsituation derzeit schwierig

„Die Einkaufsabteilung der Kreiskliniken Altötting-Burghausen hat sich frühzeitig mit den so genannten FFP2-Masken eingedeckt und unsere Kliniken haben deshalb auch noch einen ausreichenden Bestand“, berichtet Mike Schmitzer, Leitung Unternehmenskommunikation der Kreiskliniken Altötting-Burghausen. Auch bei Desinfektionsmittel seien die Lager noch „gut gefüllt“ und man rechne laut Schmitzer aktuell nicht mit einem Engpass. Die RoMed-Kliniken beispielsweise könnten sogar Desinfektionsmittel selbst herstellen.  

Dennoch sei die Nachschubsituation derzeit schwierig. Zur Vermeidung eines Engpasses wurde die Ausgabe der entsprechenden Masken noch enger an den Bedarf angepasst und die Mitarbeiter zu einem sorgsamen Umgang damit aufgerufen. Ähnlich sehe die Situation mit Schutzkitteln aus.

Einkauf zu „wesentlich höherem Preis“

Damit es auch dabei bleibt, versuchen die Einkäufer ständig Nachschub zu erhalten. „Bezüglich der FFP2-Masken erwarten wir von zwei großen Herstellern, bei denen wir Kunde sind, auch eine größere Lieferung, allerdings zu einem wesentlich höheren Preis“, erläutert Schmitzer. Desinfektionsmittel und Schutzkittel würden von den aktuellen Lieferanten in eingeschränkten Mengen weiterhin geliefert werden.

Zudem sind die Kreiskliniken Altötting-Burghausen Mitglied in einem Einkaufsverbund, zu dem sich 200 Kliniken zusammengeschlossen haben. Auch über diese Schiene erwarte man eingeschränkte Lieferung an Masken, Desinfektionsmittel und Kittel.

„Bisher sind wir noch nicht in der Situation, bei anderen Kliniken anfragen zu müssen und wir arbeiten daran, dass dies auch nicht geschieht. Grundsätzlich stehen wir ständig mit unserem Einkaufsverbund in Kontakt, um möglichen Engpässen entgegenzusteuern.“, so Schmitzer.

jz

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