Chemikalie steht unter Krebsverdacht

Bürger stellen Strafanzeige wegen PFOA-Belastung

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Greenpeace-Aktion gegen Chemikalien-Einleitung in Fluss.
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Landkreis Altötting - Wegen der unter Krebsverdacht stehenden Chemikalie PFOA im Trinkwasser und im Boden haben mehrere Bürger aus dem Landkreis Altötting Strafanzeige gestellt

Wegen der unter Krebsverdacht stehenden Chemikalie PFOA in Trinkwasser und Boden haben nun mehrere Bürger Strafanzeige gegen den Altöttinger Landrat und gegen den Werksleiter von "Infraserv Gendorf" gestellt. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk

Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung

Ein Tüßlinger Familienvater soll dem Bericht zufolge Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Altöttinger Landrat Erwin Schneider und gegen den Werksleiter von "Infraserv Gendorf" gestellt haben. Nach den Ergebnissen von Blutuntersuchungen habe der Tüßlinger 15-mal mehr der Säure im Blut, als vom Umweltbundesamt noch als gesundheitlich tolerierbar angesehen wird. Bei seiner Frau liege der Wert achtmal höher, bei seinem Sohn viermal.

Landtagsabgeordnete Florian von Brunn (SPD), nimmt laut BR die Anzeigen zum Anlass, die Staatsregierung und die Behörden scharf zu kritisieren. Unter anderem seien die Ergebnisse der staatlichen PFOA-Studie geschönt dargestellt worden.

LGL: "Keine konkrete gesundheitliche Gefährdung"

Im Abschlussbericht des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit war Mitte Juli hingegen zu lesen: "Obwohl im Untersuchungsgebiet des Landkreises Altötting eine zum Teil deutliche Überschreitung des Vorsorgewertes (HBM-I-Wert) für PFOA im Blut gemessen werden konnte, besteht auf Grund der derzeitigen Belastung keine konkrete gesundheitliche Gefährdung."

Hintergrund

PFOA (Perfluoroctansäure) ist eine fluorierte synthetische Säure mit zahlreichen industriellen Anwendungen. PFOA gehört zu der Stoffgruppe der perfluorierten Carbonsäuren innerhalb der perfluorierten Tenside. Wegen der Verunreinigung im Trinkwasser waren Ende 2016 die PFOA-belasteten Brunnen von Kastl sowie die von Alt- und Neuötting mit Winhöring im Öttinger Forst vom Netz genommen worden. Da die möglicherweise Krebs erregende Chemikalie beim Stillen sehr leicht auf Babys übergehen kann, können stillende Mütter inzwischen kostenlos ihre Muttermilch untersuchen lassen.

Mehr zum Thema PFOA in der Region lesen Sie auf unserer Themenseite.

mh

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