PFOA-Krise im Landkreis hält an

Bündnis 90/Die Grünen fordern rückhaltlose Aufklärung und sofortige Schadensbegrenzung in PFOA-Krise

Landkeis Altötting - Andreas Krahl, Mitglied des Bayerischen Landtags und der Kreisverband Altötting (Bündnis 90/Die Grünen) fordern eine rückhaltlose Aufklärung und sofortige Schadensbegrenzung im Landkreis.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Die wirtschaftsorientierte Politik der Behörden auf Kosten der Bürger*innen und der Natur: Es wird Zeit aufzuklären statt hinzuhalten! Jahrelang haben Landrat Erwin Schneider und die Behörden Altöttings ihr Wissen um die Verseuchung des Trinkwassers konsequent zurückgehalten.

Im nahegelegenen Chemiepark in Gendorf haben dort ansässige Firmen Chemikalien (darunter das krebserregende PFOA) in die Alz abgeleitet. Anfallender Feinstaub verteilt sich durch Niederschläge weiterhin auf Böden und gelangt von dort ins Grundwasser. Die zuständige Verwaltung hat dazu jahrelang geschwiegen

2006 machten Umweltschützer von Greenpeace erstmals auf die katastrophale Situation durch Messungen des PFOA-Gehalts im Trinkwasser aufmerksam. Bis dahin konnte seitens der Behörden ein unliebsames Problem zunächst ausgeschlossen, später dann verharmlost werden, um ein möglicherweise riskantes Thema zu vertuschen. Spätestens zu dem Zeitpunkt aber, als die erhöhten Konzentrationen der giftigen Substanzen sowohl in der Alz, im Trinkwasser als auch im Blut der Bürger*innen nachgewiesen wurden, konnten die Fakten der Öffentlichkeit nicht mehr vorenthalten werden. 

Es folgten kostenlose Bluttests mit unzumutbaren Wartezeiten auch für Kleinkinder und Untersuchungsmöglichkeiten von Muttermilch: PFOA wurde überall nachgewiesen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat sich dennoch Zeit gelassen, erste Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers und der Natur umzusetzen: mit Aktivkohlefiltern – und dies noch nicht einmal für alle Brunnen der betroffenen Gemeinder, sollte das Problem einfach gelöst werden. Dabei kosteten die Auseinandersetzungen bezüglich der Finanzierungen wertvolle Zeit – während Menschen und Natur weiterhin dem verseuchten Wasser ausgesetzt blieben. 

„Weder der Landrat noch übergeordnete Behörden haben konsequent Maßnahmen zum Schutz der Menschen und ihrer Lebensgrundlagen ergriffen. Die verursachende Chemieindustrie wurde nur mit Samthandschuhen in die Pflicht genommen. Beschwichtigungen und Hinhaltetaktik lassen an der Glaubwürdigkeit des Landrats zweifeln, dessen Aufgabe die unmittelbare Aufklärung der Bevölkerung und die sofortige und vorbehaltslose Schadensbegrenzung gewesen wäre. Vor dem Verzehr der Fische aus der Alz etwa wird von offizieller Seite erst neuerdings gewarnt, wo Missbildungen und Krankheiten offensichtlich sind“, fasst Andreas Krahl die Situation zusammen. Es sollte öffentlich die Frage gestellt werden, ob das weitere Vertrauen in die Amtsleiter*innen der zuständigen Behörden gerechtfertigt ist, wenn Politik sich offensichtlich schützend vor die ortsansässige Chemieindustrie stellt, anstatt sie zur Schadensbegrenzung und zum Schutz der  Bevölkerung in die Pflicht zu nehmen. Diese bewusst in Kauf genommene Gefährdung der Bevölkerung muss Konsequenzen haben – auch personelle.

 „Noch etwas ist ganz klar: Ein zunehmender Vertrauensverlust seitens der Bürgerinnen und Bürger in die Politik ist in Zeiten von Populismus ein ernst zu nehmendes Problem. Wenn Menschen sich zu Recht vergessen und verraten fühlen, schadet das auch unserer gesamten Gesellschaft!“, so Krahl. 

Andreas Krahl, Mitglied des Bayerischen Landtags und der Kreisverband Altötting (Bündnis 90/Die Grünen) fordern

eine rückhaltlose Aufklärung und sofortige Schadensbegrenzung im Landkreis

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Pressemeldung von Andreas Krahl, MdL (Bündnis90/Die Grünen)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Stefan Sauer/ZB/dpa

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