Hilfe und Tipps für Existenzgründer

Aktivsenioren rüsten sich für die Nach-Corona-Phase

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Regionalleiter der Aktivsenioren Bayer e.V. Klaus Buschhausen.

Landkreis Altötting - Eine schmerzliche Erfahrung: In Corona-Zeiten können Einzigartigkeit und besondere Stärken plötzlich zum Handicap werden. Gerade Vertreter der älteren Generation gelten in diesen Tagen als „Risikogruppe“, die aus gesundheitlichen Gründen von den Kontaktbeschränkungen besonders betroffen ist. Das berührt die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Aktivsenioren Bayern e.V. in der südöstlichen Region Oberbayerns an einer empfindlichen Stelle.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Ihre langjährigen Fähigkeiten und ihr Wissen als Ex-Unternehmer, Manager und Experten sowie ihre Reife prägen den Markenkern dieses seit über 35 Jahren tätigen und gemeinnützigen Vereins. Die allermeisten der 430 Mitglieder (ein Plus von über 10 Prozent gegenüber 2018) sind über 60 Jahre alt. Einige der aktiven Ruheständler haben sogar in den Achtzigern noch wertvolles know how zu bieten. Rund 30 000 persönliche und kontaktnahe Beratungen von Existenzgründern und Kleinfirmen stehen in der Leistungsbilanz der Aktivsenioren. Die Schaffung und der Erhalt von gut 50 000 Arbeitsplätzen in Bayern geht den Angaben zufolge ebenfalls mit auf ihr Konto. In den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein sind es derzeit zwölf Experten, die Hilfesuchenden bei akuten Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Und nun die Corona-Misere. Wie schmerzlich die Infektion den Verein erwischt hat, beschreibt der Neuöttinger Klaus Buschhausen: „In den vergangenen Wochen waren wir hauptsächlich bei Beratungen zur Vermeidung der Betriebsaufgabe gefordert“, sagt der Regionalleiter des Vereins in der Region Südost-Oberbayern. „Es gibt indes auch Unternehmer, die in der Krise eine Chance sehen und sich für die Zeit danach fit machen“. Geschäftsmodellanalyse, Optimierung von Marketing und Vertrieb, Rentabilität aber auch Unternehmensnachfolge seien die Stellschrauben an denen jetzt – wo es zwangsläufig mehr Zeit dafür gibt – stärker gedreht werde.


Seit Mitte März sind bei den Aktivsenioren in Bayern alle Versammlungen, Meetings und Konferenzen auf Eis gelegt. Buschhausen hat seine Mannschaft deshalb zu einer „digitalen Offensive“ via E-Mails, Skype, Video Chats, Telefon oder in den neuerdings stärker gewichteten Sozialen Medien aufgerufen. Die Aktivsenioren halten auf diese Weise laufenden Kontakt zu ihren Klienten.

Neben den Hilfen und Tipps beim Ausfüllen der Förder- und Überbrückungsanträge geht es immer wieder um Routinen bei den von Arbeitsagenturen, Kammern und Banken kommenden Aufträgen: Bewertung des Business-Plans, die Einschätzung der persönlichen Talente und Qualitäten für eine Selbständigkeit und letztlich um die begehrte Tragfähigkeitsbescheinigung für einen Gründungszuschuss. Exakt 963 derartiger Anschubprojekte für Existenzgründer konnte der Aktivsenioren Bayern e.V. 2019 abschließen und auf einen guten Weg bringen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für den Aktivsenior Buschhausen und seine Kollegen ist die digitale Kommunikation freilich noch lange kein Königsweg. „Wir sind erklärte Freunde der persönlichen Gespräche“, betont er, „wir finden Distanz als störend und wollen bei Beratungsgesprächen die Gesichter unserer Gegenüber aus der Nähe sehen, um ihre Reaktionen einschätzen zu können“.

Dazu wird es – unter leicht veränderten Vorzeichen – vielleicht schon bald wieder mehr Anlass und Gelegenheit geben. „Wenn die Wirtschaft nach Corona wieder anläuft, werden wir in der Gründungsberatung und beim Coaching sehr viel zu tun haben “, prognostiziert Regionalleiter Buschhausen. „Da kommt ein richtiger Boom auf uns Aktivsenioren zu. Ich empfehle allen, die Hilfe benötigen, bei den Wirtschaftsförderungen der Landratsämter Termine zu den monatlichen Sprechtagen zu vereinbaren“.

Pressemeldung der Aktivsenioren Bayern e.V.

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